Dass ein Team die ersten vier Spiele ohne Gegentor bleibt, gab es zuletzt vor 21 Jahren. Sparta Lichtenberg ist es nun wieder gelungen. Aber ist die Serie auch ein gutes Omen?

Darauf können sich Martin Gromotka und seine Vorderleute schon etwas einbilden. Der Torhüter von Sparta Lichtenberg und seine Kollegen haben in der 360 Minuten alten Spielzeit bisher alles gewonnen – und bei einem Torverhältnis von 17:0 auch noch kein einziges Gegentor dulden müssen. Gerade Letzteres wird zur außergewöhnlichen Leistung, wenn man im Archiv der Berlin-Liga (beziehungsweise der Vorgängerklasse Verbandsliga) nach Vergleichswerten sucht.

Dass Mannschaften an den ersten Spieltagen optimal punkten, ist auch schon vorher vorgekommen. Erst in der vorangegangenen Saison zum Beispiel sind die Füchse mit sechs Siegen gestartet, ehe es in Spiel sieben eine 1:2-Pleite bei Türkspor setzte. Tasmania gewann 2006/07 sogar neun Partien am Stück. In den ersten vier Spielen ohne Gegentor zu bleiben, aber ist zumindest seit der Jahrtausendwende nahezu einmalig.

Nahezu, weil es in der Spielzeit 2001/02 eben doch schon mal einer Mannschaft gelungen ist: Tennis Borussia II konnte vor 21 Jahren ebenfalls zwölf Zähler und ein Torverhältnis von 9:0 vorzeigen. Allerdings war dann schnell Schluss mit der lilaweißen Herrlichkeit, denn die rekordverdächtige Serie fand am 5. Spieltag ein jähes Ende mit einer 0:3-Abreibung beim SV Yesilyurt. Ein gewisser Özcan Yakut stürzte den Spitzenreiter mit einem lupenreinen Hattrick vom Thron. Yesilyurt wurde am Ende der Verbandsliga-Saison Vizemeister hinter dem Köpenicker SC. Die TeBe-Reserve landete letztlich auf Rang sechs mit 20 Punkten Rückstand auf den Meister.

Der Blick in die Vergangenheit beweist, dass man die Berlin-Liga-Trophäe angesichts des geschichtsträchtigen Sparta-Starts noch lange nicht zum Graveur schicken muss. Ein auch nur ähnliches Szenario wie 2001 jedoch scheint mit den Senkrechtstartern von der Fischerstraße in dieser aktuellen Form kaum vorstellbar. Mit 8:0, 2:0, 1:0 und 6:0 schossen die Jungs von Trainer Dragan Kostic die ersten vier Gegner aus dem Weg. Beim jüngsten Dreier gegen Rudow führte Sparta bereits nach 24 Minuten mit 5:0 – und knackte nebenbei in der Ewigen Berlin-Liga-Tabelle die 600-Punkte-Marke.

Sparta ist auch nicht vom Können eines Ausnahmespielers abhängig, sondern durch die Bank weg hochwertig besetzt. Marian Felix Polster ist zwar Topscorer mit fünf Toren, insgesamt aber durften sich bereits acht verschiedene Schützen einen Torjubel überlegen. Auch das ist der gegenwärtige Bestwert vor Preussen und den Füchsen (je sieben).

Text: Steven Wiesner / Titelfoto: Torsten Schüler