In der Regionalliga Nordost sorgt der Berliner AK weiter für Schlagzeilen nach dem fünften Sieg im fünften Spiel. Der verblüffende Saisonstart ähnelt einem prominenten Beispiel aus der Bundesliga.

Der Lauf vom Berliner AK geht weiter: Auch Energie Cottbus konnte den Tabellenführer der Regionalliga Nordost am zurückliegenden Wochenende nicht stoppen. Fünf Siege aus fünf Spielen stehen nun schon zu Buche für die Moabiter, die nach dem 2:1 (2:0) über die Lausitzer als einziges Viertliga-Team in Deutschland noch ohne Punktverlust dastehen. Nach zuvor vier Siegen ohne Gegentor musste BAK-Keeper Luis Zwick nun zum ersten Mal einen Ball aus dem Tor holen. Das trübte die Freude im Jubelpulk nach dem Abpfiff aber kaum.

Der famose Saisonstart des Athletik Klubs war so nicht zu erwarten. Der Vorjahressiebte hatte seinen Kader in der Sommerpause ordentlich verjüngt und zählte hinter den Schwergewichten aus Jena, Chemnitz, Cottbus, Leipzig oder den Stadtrivalen BFC Dynamo, Altglienicke und Viktoria bestenfalls zum Verfolgerfeld. Auch Trainer Benjamin Duda prophezeite: „Es wird nicht leicht in dieser Liga.“ Bis dato aber lassen es seine Schützlinge zumindest leicht aussehen. Und: Die Tabellenführung des BAK verblüfft in etwa genauso wie die vom 1. FC Union drei Etagen höher.

Im Übrigen tut sie das nicht nur, weil sie unerwartet daherkommt, sondern auch, weil die Art und Weise Parallelen aufweist. Wie die Köpenicker in der Bundesliga schrauben auch die Jungs aus dem Poststadion ihre Gegner kaum mit spielerischen Wunderdingen auseinander. Vielmehr zeichnet beide Spitzenreiter eine kompakte Defensive mit einer mehr als effizienten Offensive aus. So sagte Union-Kapitän Christopher Trimmel nach dem Sieg am Sonntag in Köln: „Wir haben einen Lauf, aber im Spiel mit dem Ball müssen wir auf jeden Fall zulegen.“ Die Aussage von BAK-Coach Duda nach dem Erfolg über Cottbus kann man da wie eine Blaupause drüberlegen: „Spielerisch besitzen wir noch erhebliches Steigerungspotenzial.“ Sowohl der BAK als auch Union aber stellen derzeit die beste Abwehr mit den wenigsten Gegentoren in ihren Ligen und weisen gleichzeitig die beste Chancenverwertung vor.

Das Einzige, in dem sich der BAK und Union noch etwas unterscheiden, sind die Spieler-Interviews nach dem Spiel: Während sich bei den Eisernen alle Akteure artig in Understatement üben und die 40-Punkte-Marke, die den Klassenerhalt sichern soll, als Zielvorgabe bestätigen, schlägt der eine oder andere beim Berliner AK schon forschere Töne an. So sagte Bleron Krasniqi, der Doppeltorschütze gegen Cottbus, im Gespräch mit Ostsport.TV: „Vor allem der Sieg gegen Cottbus fühlt sich sehr gut an, weil wir mitbekommen haben, dass sie Erster werden wollen.“ Dass diesen Platz aber vorerst der BAK besetzt zwei Punkte vor Verfolger Jena, kommentiert Krasniqi so: „Wir reden nicht viel – wir machen.“

Am kommenden Samstag (13 Uhr) muss der Überraschungs-Spitzenreiter wieder die Füße sprechen lassen. Bei Chemie Leipzig im altehrwürdigen Alfred-Kunze-Sportpark steht für den Berliner AK eines der schwersten Auswärtsspiele an, die die Regionalliga Nordost bereithält.

Text: Steven Wiesner / Titelfoto: Matze Koch