Landesligist Friedenauer TSC schießt derzeit alles ab. Die TSC-Torfabrik um Goalgetter Niemann muss sich nun im Pokal gegen Berlin-Ligist Croatia beweisen – der seinerseits seit drei Spielen kein Gegentor kassiert hat.

Am kommenden Pokal-Wochenende treffen in der 2. Hauptrunde mit dem Friedenauer TSC und SD Croatia zwei Teams aufeinander, die sich in den letzten Wochen in absoluter Bestform präsentieren. Auf der Friedenauer Seite läuft die Torfabrik spätestens seit dem 9:1 am letzten Pokal-Wochenende gegen SF Johannistal auf Hochtouren, während sich Croatia seither die weiße Weste nicht mehr bekleckert hat.

Mit einer 5:1-Klatsche, gefolgt von einem 0:0-Unentschieden, startete der Friedenauer TSC denkbar ungünstig in die Saison. Seitdem befindet sich der TSC jedoch vor allem offensiv im Aufwärtstrend. 26:3 Tore in den letzten vier Pflichtspielen, drei Siege in Folge in der Liga und das Weiterkommen im Pokal.

Nun steht am kommenden Wochenende wieder der Pokal an und das in einer ganz besonderen Konstellation. Denn beim Aufeinandertreffen zwischen Friedenau und Croatia kommt es zu einem Doppelheimspiel, da sich beide Teams seit nunmehr einem Jahr die Spielstätte an der Bosestraße in Berlin-Tempelhof teilen.

Schon zu Beginn der letzten Saison musste der Friedenauer TSC aufgrund von Umbauarbeiten am bisherigen Heimplatz gezwungenermaßen umziehen – die schlussendlich einzig verbliebene Variante nach kassierten Absagen der erhofften Wunschausweichlösungen waren die Plätze in der Bosestraße, wo auch der SD Croatia seine Heimspiele austrägt. Somit können sich bei dieser Pokal-Paarung beide Teams über ein Heimspiel freuen, auch wenn es zumindest für die Friedenauer nur eine Übergangsheimat ist.

So richtig wohl im neuen Zuhause fühlt sich der Friedenauer Torgarant Tristan Niemann. 14 Tore gelangen ihm in den letzten vier Pflichtspielen, elf dieser Tore erzielte er auf heimischem Terrain, darunter gleich fünf Tore beim 9:1-Pokalerfolg über die SF Johannistal.

Hat Croatias Defensive stabilisiert: Trainer Robert Pocrnic. Foto: Lehner

Ob das auch im nächsten Heimspiel gegen Croatia gelingt, darf angezweifelt werden, denn die Mannschaft aus der Berlin-Liga zeigt in letzter Zeit eine Art komplementäre Entwicklung zum TSC. Während Friedenau nicht genug bekommt vom Toreschießen, ist bei Croatia zuletzt die Null zu halten oberste Prämisse.

Nach einem ebenfalls enttäuschenden Saisonstart mit drei Niederlagen aus den ersten vier Spielen herrschte zwischenzeitlich dicke Luft zwischen Trainer und Mannschaft. So sagte Croatia-Trainer Robert Pocrnic nach der letzten Niederlage gegen Türkspor vor drei Wochen: „Alles, was wir vorher besprochen haben, hat auf dem Spielfeld nicht stattgefunden. Entweder hören die Spieler nicht zu oder es ist ihnen egal. Ich hatte der Mannschaft den Schlüssel für dieses Spiel hingelegt.“

Das passende Schlüsselloch für eben jenen Schlüssel scheint Croatia nun im Abwehrriegel gefunden zu haben, denn zuletzt konnte Croatia über die stabile Defensive eine Trendwende einleiten. Drei Siege in den letzten drei Pflichtspielen und dabei jedes Mal zu null.

Die Vorzeichen für das Spiel am kommenden Sonntag (15 Uhr) könnten kaum besser stehen. Landesliga gegen Verbandsliga, Offensive gegen Defensive, Tormaschine gegen weiße Weste – und ein Doppelheimspiel an der Bosestraße.

Text: Niclas Neuke / Titelfoto: Bernd Karkossa