03.01.2015

Jahdautis Knoten platzt rechtzeitig

Der FC Liria schlägt DJK SW Neukölln im Finale und gewinnt erstmals das Hallenturnier der Bezirksliga

Kapitän Gezim Jahdauti reckt den Siegerpokal in die Höhe. Foto: Graeber

Er hatte es aus allen Lagen versucht. Aus der Distanz, per Direktabnahme und im Alleingang, aber irgendwie war es nicht der Tag des Gezim Jahdauti. Lirias Stürmer hatte schwere Ladehemmungen und wirkte von Spiel zu Spiel verkrampfter. Bis zur zweiten Spielminute im Finale gegen Titelverteidiger DJK SW Neukölln. Aus etwa zwölf Metern nahm sich Jahdauti ein Herz und versenkte den Ball zum letztlich entscheidenden Treffer im Netz. Vor den Fans seiner Mannschaft entlud sich all die Anspannung und gute zehn Minuten später nach dem Abpfiff des hochklassigen Endspiels kannte der Jubel kein Halten mehr. Der FC Liria hatte zum ersten Mal das Hallenturnier der Bezirksliga gewonnen.

Im finalen Duell der zwei besten Turniermannschaften kam auch die Stimmung unter den 248 Zuschauern in der Sporthalle Schöneberg zu ihrem Höhepunkt. Lautstark feuerten beide Fangruppen ihre Mannschaften an, wobei Liria Unterstützung vom Rehberge-Block bekam. „Ich habe den Jungs vor dem Spiel gesagt, dass sie sich diesen Titel nicht vor der Nase wegschnappen lassen dürfen“, erklärte Lirias Trainer Perparim Halimi. Nach der frühen Führung durch Jahdauti hatte DJK jedoch ein klares Übergewicht und riskierte von Minute zu Minute mehr. Der Ausgleich wollte aber nicht fallen. Timo Osinski traf mit einem abgefälschten Schuss nur den Pfosten und Tobias Schmidt scheiterte aus zwei Metern am herausragend reagierenden Liria-Torwart Ricardo Zeidler. „Liria hat das Tor gemacht und wir haben den Ball nicht über die Linie bekommen, so einfach ist das“, sagte DJK-Trainer Heiko Lambert.

Es schien fast, als hätten die Neuköllner ihr Pulver bereits im Halbfinale gegen Eintracht Mahlsdorf II verschossen. Angeführt vom überragenden Maurice Jacobsen, der verdient als bester Spieler des Turniers geehrt wurde, schoss DJK die Eintracht-Reserve gnadenlos ab. Dabei profitierte die Lambert-Elf aber auch von einer doppelten Zweiminutenstrafe gegen den Gegner. So souverän wie DJK das Finale erreichte, so wackelig war Lirias Endspieleinzug gegen Vorjahresfinalist BSC Rehberge. Beim Stand von 2:1 liefen die letzten Sekunden des Spiels. Rehberges starker Torwart Pascal Löper schlug den Ball nach vorne und Serhat Erdil verlängerte per Kopf. Doch der Pfosten stand im Weg und Liria durfte jubeln.

In den Gruppenspielen hatte Rehberge indes den souveränsten Eindruck gemacht. Die Mannschaft von Thomas Heidbreder gewann alle drei Spiele. Allerdings trat Rehberge in der deutlich einfacheren Gruppe an. Norden-Nordwest präsentierte sich ohne Kaan Oguz Ergün, der in der Vorrunde acht Tore erzielt hatte und trotz des Fehlens in der Endrunde Torschützenkönig wurde, desolat. Eng ging es zwischen dem SC Charlottenburg II und Eintracht Mahlsdorf II zu. Durch den Sieg im direkten Duell sicherten sich die Mahlsdorfer Rang zwei.

In Gruppe B war bis zur letzten Minute alles möglich. Unrühmlicher Tiefpunkt des Turniers war das entscheidende Aufeinandertreffen von DJK SW Neukölln und dem 1. FC Neukölln. Zwar gelang Osinski mit einem cleveren Freistoßtrick in Unterzahl das Tor des Turniers, doch das rückte in den Hintergrund. Denn einige Akteure des 1. FC Neukölln verloren die Nerven. „Club“-Torwart Fadi Berjaoui sah wegen Schiedsrichterbeleidigung die Rote Karte, Auswechselspieler und der auf der Strafbank sitzende Hassan Berjaoui stürmten aufs Feld und Schiedsrichter Jan Schlesier brach die Partie beim Stand von 1:0 für DJK 28 Sekunden vor Schluss ab.

Friedlicher ging es beim Futsal-Einlagespiel zu. Im Duell der Berliner Topteams FC Liria um Arafa El-Moghrabi gegen Hertha BSC um Ömer Toktumur stand es nach 20 Minuten 4:1. Es war halt der Tag des FC Liria.

Alle Ergebnisse und Tabellen vom Hallenturnier der Bezirksliga finden Sie unter diesem Link.

Zu den Berichten aus der Vorrunde kommen Sie hier:
Gruppe 1
Gruppe 2
Gruppe 3 und 4

Von Julian Graeber

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