Foto: Kuppert
Samstag, 20.04.2013, 15:50 Uhr

Ein Kopfballtor von Albrecht sichert Babelsberg 03 das Unentschieden

Civa wechselt den Punkt ein

Der SV Babelsberg 03 hat es weiterhin selbst in der Hand, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern. Dem 2:1-Sieg vom Dienstag gegen Hansa Rostock folgte am Sonnabend ein 1:1 gegen RW Erfurt. „Einerseits hatten wir Glück, dass wir nicht das 0:2 kriegen. Am Ende aber waren wir dem 2:1 näher“, analysierte Interimscoach Almedin Civa, mit dem die Nulldreier im vierten Spiel den fünften Punkt holten.

Nach zwei Englischen Wochen in Folge hat die Mannschaft jetzt etwas Zeit zum Durchatmen. Das nächste Spiel hat es allerdings in sich: Am Sonnabend geht’s zum direkten Tabellennachbarn Stuttgarter Kickers. Dort wird Babelsbergs bester Torschütze Philipp Kreuels (7 Saisontreffer) fehlen. Er holte sich wie schon vier Tage zuvor Markus Müller in der Nachspielzeit eine völlig überflüssige Gelbe Karte ab, als er Erfurts Torwart Sponsel attackierte, obwohl dieser den Ball längst sicher in den Händen hielt. Es war die zehnte Verwarnung des Spielmachers, der in der Hinrunde bereits wegen einer Roten Karte vier Spiele pausieren musste.

Dass die Mannschaft Rückschläge wegstecken kann, bewies sie auch gegen Erfurt. Nach einer holprigen Anfangsviertelstunde kam Babelsberg immer besser ins Spiel, packende Torszenen hatten aber Seltenheitswert. Davon ließen sich die Nulldreier jedoch nicht beunruhigen. Die beste Möglichkeit der Gastgeber initiierte derweil ein Erfurter. Joan Oumari, einst zwei Jahre im Trikot der Babelsberger, setzte einen Kopfball nur wenige Zentimeter über das eigene Tor (27.). Als Erfurt kurz darauf etwas glücklich in Führung ging, suchte Babelsberg sofort eine Antwort. Ein Hammer von Süleyman Koc (39.), der erneut viele gefährliche Standards schlug, sowie eine feine Kombination zwischen Kragl und Kreuels (40.) brachten aber noch nicht den erhofften Ausgleich.

Nach der Pause musste man sich dann ernsthafte Sorgen um die Babelsberger machen. „Wir hatten schwere Beine, das war Abstiegskampf pur“, sagte Civa. Der 15-Tage-Coach reagierte früh, brachte die offensiveren Burak Kaplan und Lucas Albrecht für Assimiou Touré und den angeschlagenen Sergej Evljuskin – ein Glücksgriff, wie sich wenig später herausstellte. „Unsere Einwechsler waren sofort präsent“, freute sich der Trainer. In der Tat: Albrecht, im Winter aus Rostock gekommen, stieg nach Freistoß von Koc am höchsten und traf per Kopf aus elf Metern zum Ausgleich (73.) – sein erstes Saisontor im vierten Spiel.

Die bis dahin diszipliniert spielenden Erfurter verloren prompt ihren Rhythmus. „Schade, dass wir vorher nicht den Sack zugemacht haben“, sagte RWE-Trainer Alois Schwartz. Die Chancen dafür waren da. Aykut Öztürk (62.) und Mijo Tunjic (65.) trafen aber das Tor nicht. Folglich blieb's beim alles in allem gerechten Remis. Interimscoach Civa darf jetzt die Mannschaft nur noch in den beiden folgenden Spielen bei den Stuttgarter Kickers und am 30. April gegen Dortmund II betreuen. Das hat der DFB bestätigt. Wer danach offiziell das Sagen hat, ist noch offen.

Babelsberg 03 - Rot-Weiß Erfurt 1:1 (0:1)

BABELSBERG: Löhe – Kühne, Hebib, Reiche, Touré (55. Kaplan) – Evljuskin (65. Albrecht) – Essig (79. Prochnow), Groß, Kreuels, Kragl – Koc.

ERFURT: Sponsel – Ofosu-Ayeh, Möckel, Oumari, Czichos – Engelhardt – Möhwald, Pfingsten-Reddig, Öztürk (82. Fillinger) – Tunjic, Morabit.

SCHIEDSRICHTER: Blos (Deizisau).

ZUSCHAUER: 2.858.

TORE: 0:1 (32.) Ofosu-Ayeh, 1:1 (73.) Albrecht.

GELBE KARTEN: Hebib, Kreuels - Czichos, Möckel, Morabit.

Von Ulli Meyer