12.06.2014

Zietz erzielt den Ausgleich

Sechs Spielerinnen verlassen Turbine Potsdam

Das war ein bescheidener Saisonabschluss der Potsdamerinnen. Man merkte, dass fast alle nicht mehr so motiviert waren, angesichts der Tabellensituation sicherlich irgendwie nachvollziehbar. Bei hochsommerlichen Temperaturen – mit gelegentlichen Hitzepausen – wurden aber zunächst einmal sechs Spielerinnen von Turbine offiziell verabschiedet: die Keeperinnen Berger und Gunnarsdóttir sowie Mjelde, Mirlach, Singer und Göransson. „Wir werden künftig stärker auf unseren Nachwuchs bauen und zwei, drei international erfahrene Spielerinnen dazu holen“, blickte Cheftrainer Bernd Schröder schon voraus.

Speziell in der ersten Halbzeit bot seine Elf nicht gerade Spektakuläres. Bis auf den Lattenschuss von Simic (18.) erspielte sich das Team kaum nennenswerte Torgelegenheiten. Das häufig in den vergangenen Heimspielen gezeigte Tempo, die schnellen Kombinationen und das damit verbundene Erarbeiten von Chancen, all das war diesmal nur selten zu sehen, was sicherlich auch ein wenig auf die hohen Temperaturen zurückzuführen war. Zudem hatte Turbine Glück, dass sich Bayern München nicht gerade clever präsentierte. Die Elf bestimmte zumeist das Geschehen und hatte durch Lotzen (34.), Hagen (37.) und Bürki (41.) klare Möglichkeiten. „Was wir in dieser Phase geboten haben, war bemerkenswert. Und das, obwohl uns zehn Spielerinnen verlassen und wir vor großen Veränderungen stehen“, betonte der Münchner Coach Thomas Wörle.

Den Potsdamerinnen gelangen nach der Pause bessere Aktionen. Man hatte allerdings nie den Eindruck, dass die Gäste ernsthaft in Bedrängnis kommen würden. Bedauerlich, dass Lotzen und Schnaderbeck eine Viertelstunde vor dem Ende bei einem gemeinsamen Abwehrversuch zusammenprallten und ins Krankenhaus gebracht werden mussten. „Sie haben beide beträchtliche Kopfverletzungen erlitten“, sagte Coach Wörle.

Die Gastgeber hatten schließlich noch Torgelegenheiten durch einen Schuss von Nagasato (65.) und durch Cramer, die nach Vorarbeit von Hegerberg den Ball knapp verpasste (80.). Auch der Kopfball von Zietz (90.) ging nur knapp daneben. „Wir hatten zum Saisonende vieles in der Hand. Zum einen haben wir dies nicht genutzt und zudem fehlte uns ein wenig das Glück, das wir früher ab und zu hatten. Das ist bitter, denn wir haben sportlich so viel wie lange nicht investiert“, lautete die Bilanz von Bernd Schröder.

Turbine Potsdam – Bayern München 1:1 (0:0)

TURBINE: Sarholz – Mjelde, Elsig, Kemme – Bremer, Zietz, Wälti, Kulis (46. Cramer) – Simic – Evans (60. Hegerberg), Nagasato (74. Andonova).
BAYERN: Längert – Lewandowski, Cross, Manieri, Baunach – Bürki (90.+1 Schough), Schöne, Schnaderbeck (76. Walkling), Berge – Lotzen (76. Rudelic), Hagen.
SR: Daniela Illing (Limbach-Oberfrohna) – z. Z.: 1960.
TORE: 0:1 (56.) Hagen, nach Alleingang aus Nahdistanz; 1:1 (60.) Zietz, Kopfball nach Flanke Wälti.
GELBE KARTEN: Kemme (F) – Schöne (F).
BESTE SPIELERINNEN: Sarholz, Zietz, Kemme – Bürki, Lewandowski, Baunach.

Von H. Orzechowski

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