09.04.2014

Union verliert in letzter Minute

Torhüter Kroll verhindert mit guten Aktionen einen früheren Rückstand

Die Köpenicker haben in der laufenden Saison schon etliche Spiele regelrecht „versemmelt“, weil die abgerufenen Leistungen einfach nicht ausreichend waren. Gegen Hannover stimmte diesmal der Einsatz sowie das spielerische Konzept. Es gab Torchancen für Istvanic, Skade, Henning und Michel, die jeweils an 96-Torhüter Brünig scheiterten. Dennoch reichte es für Union am Ende nicht zum Punktgewinn.

Sekunden vor dem Abpfiff, beim letzten Angriff der Niedersachsen, wirkte Union nach einer Marotzke-Ecke im Deckungsverhalten ungeordnet, Krottke markierte per Kopf den Siegtreffer. Zugegeben, derart späte Niederlagen schmerzen ungemein und sind alles andere als einfach zu verkraften. Zumal die Unioner mit dem ansonsten sicheren Schiedsrichter haderten, der ein aus ihrer Sicht elfmeterreifes Foul an Stang übersah (88.). Auch der Eckstoß vor dem Treffer zum 1:2 war nach Meinung der Berliner unberechtigt.

So trafen alle unglücklichen Komponenten innnerhalb weniger Minuten zusammen. Doch verdient war Hannovers Sieg allemal. Denn trotz des lobenswerten Widerstandes der Gastgeber besaß Hannover weitaus mehr Spielanteile und eine Fülle von Chancen. Wilton (4.) Bähre (10.) und Krottke (66.) scheiterten aber am stellungssicheren und reaktionsschnellen Torhüter Kroll. Und ein artistisch anmutender Kopfball von Bähre (in Rücklage) traf die Latte und den Abpraller jagte Wolf über den Balken (50.). So hätte aus der schmerzlichen Union-Niederlage auch leicht ein deftiges Desaster werden können.

Die fehlende Treffsicherheit seiner Mannschaft bemängelte auch Hannovers Trainer Daniel Stendel, der zwar Union wegen des späten Gegentores bedauerte, mit der Kombinationsfreudigkeit seines Teams aber durchaus zufrieden war. Wesentliche Vorteile sah er in der Effektivität seiner Mittelfeldreihe, in der besonders die Dursetzungskraft von Anton, Krottke, Tuna und Bähre gegenüber Lessmeister, Istvanic und Beyazit auffiel. Allein Unions Henning passte sich dem spieltechnischen Leistungsvermögen der Gegenseite an, auch wenn Skade, Stang und Michel sowie später auch Salla aus seinem passgenauen Zuspiel keinen Nutzen zogen.

1. FC Union – Hannover 96 (A) 1:2 (1:1)

UNION: Kroll – Yesilli (80. Hentschel), Wiebach, Beyer, Brenneisen – Henning, Lessmeister, Istvanic, Beyazit (40. Drmac) – Skade (63. Stang), Michel (63. Salla).
HANNOVER: Brünig – Hübers (46. Marotzke), Panagiotidis, Wilton, Wolf – Tuna (86. Serra), Anton – Bähre, Krottke, Polomka (46. Grunert) – Sarenren-Bazee (81. Serbes).
SR: Lechner (Neuburg) – Z: 100.
TORE: 1:0 (24.) Skade, umspielt gekonnt Panagiotidis und schießt flach ein; 1:1 (38.) Tuna, Lupfer über Torwart Kroll ins lange Eck; 1:2 (90.) Krottke, Kopfball nach Ecke von Marotzke völlig unbedrängt ins lange Eck.
GELBE KARTEN: Lessmeister – Wolf, Wilton (alle Foul).
BESTE SPIELER: Henning, Beyer, Kroll – Anton, Bähre, Wilton, Krottke.

Von Manfred Gräf

.

Kommentieren