10.08.2019

Strebsame Friedrichshainer

Victoria-Trainer Kai Skrodczky lobt Frühform seines Teams

Die Motivation auf den Einzug in die erste Hauptrunde des Berliner Landespokals war am vergangenen Dienstag groß bei der Mannschaft von Victoria Friedrichshain. Immerhin stand schon vor der Partie
gegen den Rixdorfer SV (Kreisliga A) fest, auf welches Team der Gewinner dieses Duells anschließend träfe: nämlich auf Berlin-Liga-Absteiger Berolina Stralau. Mit diesem Klub hatte sich die von Kai Skrodczky trainierte Victoria noch bis vor wenigen Jahren einen Sportplatz geteilt.

„Wir freuen uns tierisch auf das Spiel gegen unseren engsten Nachbarn, das wir einfach nur genießen wollen“, sagte der Friedrichshainer Coach am Tag nach dem 3:1-Erfolg seiner Mannschaft über die Rixdorfer. „Es war ein klassischer Arbeitssieg – und doch irgendwie ein souveräner“, wählt Skrodczky eine paradoxe Formulierung zur Beschreibung des Spielgeschehens. Zum besseren Verständnis dieser Aussage verweist er darauf, dass sein Torhüter Markus Muskulus in den 90 Minuten lediglich vier Bälle halten musste. Denkwürdig sei das Pokalspiel daher auch nicht wegen des Triumphs des vermeintlichen Außenseiters gewesen – zumal Rixdorf bereits nach einer halben Stunde wegen einer Gelb-Roten-Karte in Unterzahl geraten war –, sondern wegen der hohen Anzahl an Strafstößen. „Der Schiedsrichter hat das Elfmeterschießen in die reguläre Spielzeit vorverlegt“, scherzt Friedrichshains Trainer. Gleich vier Mal hatte der Unparteiische auf den Punkt gezeigt – und den ersten Strafstoß sogar noch einmal wiederholen lassen.

Wenn am übernächsten Wochenende dann auch die Kreisliga B in ihre neue Spielzeit startet, will die in der 6. Abteilung antretende Victoria gleich ein Ausrufezeichen setzen – der Vorjahresachte gastiert zum Auftakt beim NFC Rot-Weiß, der vor der Sommerpause noch eine Liga höher spielte. „Die als Saisonziel ausgerufene Top-5-Platzierung schließt die beiden Plätze ganz oben nicht aus“, sagt Skrodczky. Insgeheim hofft er wohl da­rauf, dass er den Klub im Frühjahr zur Rückkehr in die Kreisliga A verhelfen kann, aus der er 2018 abgestiegen war.
Den letzten Aufstieg durfte der Friedrichshainer Verein 2009 feiern – im gleichen Jahr hatte Skrodczky sein Abitur gemacht und parallel seine Laufbahn als Trainer begonnen. Damals hatte die Victoria ihm zunächst die F-Jugend anvertraut. Mittlerweile steht der Coach der ersten Männermannschaft kurz vor dem Abschluss seiner Promotion. Es würde sich folglich ein Kreis schließen, sollte Skrodczkys Team im nächsten Jahr dafür sorgen, dass erneut eine Aufstiegsfeier mit einem Meilenstein im persönlichen Werdegang des jetzigen Übungsleiters zusammenfällt.

Dass dafür jedoch zwingend die im Herrenbereich noch relativ unerfahrenen Nachwuchsfußballer aus der eigenen Talentschmiede den Weggang von Tobias Stuck zügig kompensieren müssten, der in der Vorsaison für 18 Tore verantwortlich zeichnete, bereitet Skrodczky keine Sorgen. So habe es gegen Rixdorf der im zentralen Mittelfeld aufgebotene Routinier Patrick Fischer geschafft, die jungen Spieler „gut mitzunehmen“ – Zweikämpfe seien von den bisherigen A-Jugendlichen daraufhin sofort „ganz anders geführt“ worden, wie Victorias Trainer stolz berichtet.

Von Maximilian Voigt

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