30.01.2014

So lange die Knochen halten

Siegfried Beeskow denkt noch nicht ans Aufhören

Gibt immer Vollgas: Siegfried Beeskow (NSF Gropiusstadt). Foto: Verein

Er ist der absolute Leader auf dem Platz, hält wie einst Mathias Sammer die Mannschaft zusammen, motzt, wenn es sein muss, und hat immer eine positive Einstellung.“ Trainer Ekrem Kitay spart nicht mit Lob für seinen Kapitän Siegfried Beeskow. Beeskow, 32 Jahre alt, ist bereits mehr als ein Jahrzehnt für seinen Verein, die NSF Gropiusstadt, aktiv und hat mit den Neuköllnern in dieser Zeit so ziemlich jeden Höhe- und Tiefpunkt erreicht. „Das Beste war für mich die Saison, in der wir aus der Bezirksliga fast aufgestiegen wären und am Ende zumindest weit oben in der Tabelle gelandet sind, obwohl uns das keiner zugetraut hätte“, erzählt Beeskow. Das war 2008. Danach war die Mannschaft der Sportfreunde Neukölln Rudow, so der damalige Vereinsname, nie wieder ähnlich erfolgreich.

Nach zwei durchwachsenen Jahren stieg das Team 2010 in die Kreisliga A ab. Ein weiteres Jahr später ging es in die Kreisliga B, wo der Verein auch jetzt noch spielt. Siegfried Beeskow verschwendete indes auch in wenig erfolgreichen Zeiten keinen Gedanken daran, den Verein zu wechseln. „Natürlich war ich damals frustriert und geknickt, aber ich habe mir immer wieder gesagt, dass ich den Verein jetzt nicht hängenlassen kann. Wenn diese Saison so weiterläuft wie bisher, hätte es sich sogar gelohnt“, so Beeskow. Er betont zudem die familiäre Atmosphäre, die den Verein vom Vorstand bis zu den Betreuerinnen deutlich von anderen Klubs abhebt.

Zumindest der Wiederaufstieg in die Kreisliga A scheint für seine Mannschaft möglich, sie führt momentan in der dritten Staffel souverän die Tabelle an. „Am tollsten wäre ein Durchmarsch in die Bezirksliga. Ich glaube, dass die Mannschaft das Zeug dazu hat, wenn sie in der jetzigen Form zusammenbleibt“, macht Beeskow keinen Hehl um seine persönliche Motivationslage. Noch einmal in der Spätphase seiner Karriere in der Bezirksliga kicken zu können, wäre für ihn ein schönes Erlebnis. Wobei das noch nicht das Ende seiner Karriere bedeuten muss: „Ich will so lange spielen, wie die Knochen halten. Momentan gibt es keinen Grund, die Schuhe an den Nagel zu hängen.“ Auch sportlich gibt es keine Gründe, wie sein Trainer betont: „Beeskow ist einer, den ich auf jeder Position einsetzen kann, ein echter Allrounder.“ Damit entspricht er auch ziemlich genau seinen Idolen. War der FC Bayern-Fan früher noch Anhänger der Spielweise von Lothar Matthäus, sind es inzwischen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm, die Beeskow imponieren und als Vorbilder dienen.

Doch die sportliche Stärke ist das eine, Beeskows lobenswerter Einsatz rund um die Mannschaft auch außerhalb des Platzes die andere bemerkenswerte Seite. „Wir haben eine gemischte Truppe aus türkischen, arabischen und deutschen Spielern. Beeskow trägt dazu bei, dass die Spieler etwas zusammen unternehmen, um so einer Grüppchenbildungen vorzubeugen“, sagt Trainer Kitay. Das können sowohl sportfremde Unternehmungen als auch das inzwischen vor Auswärtsspielen zur Tradition gewordene gemeinsame Frühstück der ganzen Mannschaft sein. „Das Engagement liegt bei mir in der Natur, ich versuche mich immer reinzuhängen. Eigentlich will ich den jungen Spielern nur zeigen, dass es im Fußball nicht immer nur um Geld gehen muss, sondern man auch einfach durch Spaß an der Sache erfolgreich sein kann“, so der zweifache Familienvater. Ein echtes Vorbild eben.

Von Denis Roters

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