03.10.2014

Oberliga: Premiere von Bahman Foroutan

Der Iraner startet am Sonntag beim Auswärtsspiel in Strausberg als neuer Trainer von Hertha 03

Gibt nun bei Hertha Zehlendorf die Anweisungen: Neu-Trainer Bahman Foroutan. Foto: JouLux

Der Rücktritt von Timo Szumnarski als Coach des Oberligisten FC Hertha 03 sorgte am vergangenen Wochenende für einen Paukenschlag. Ruhiger wird es in Zehlendorf vorerst nicht, wurde mit Bahman Foroutan doch eine schillernde Figur als neuer Trainer verpflichtet. Am Sonntag im Auswärtsspiel beim FC Strausberg gibt Foroutan sein Debüt.

Am vergangenen Sonnabend überschlugen sich in Zehlendorf die Ereignisse. Durch ein fulminantes 4:0 im Heimspiel gegen Germania Schöneiche gab der FC Hertha 03 erst die „Rote Laterne“ der Oberliga-Tabelle ab. Die Freude der Spieler darüber währte aber nur kurz. Denn kurz nach Spielschluss traten dann Aufstiegscoach Timo Szumnarski und sein Assistent Guido Spork von ihren Ämtern zurück, da sie vom Verein keine Rückendeckung mehr spürten. „Wir lassen uns nicht länger wie Marionetten behandeln“, begründete Szumnarski auf der Pressekonferenz nach dem Spiel diesen Schritt.

Für viele Spieler war das ein Schock, bei einigen liefen sogar Tränen. Andere wenige allerdings hatten schon vorher gewusst, dass Szumnarskis Zeit in Zehlendorf abgelaufen war. Denn der Verein hatte sich schon vor dem Spiel gegen Schöneiche dazu entschlossen, den 35-Jährigen alsbald von seinen Aufgaben als Trainer zu entbinden. Einige Akteure waren darüber vorab informiert. So war Szumnarski dem Klub mit seinem Rücktritt lediglich zuvorgekommen.

Neu-Coach Foroutan ist so etwas wie Szumnarskis Gegenentwurf

Lange dauerte es dann auch nicht, ehe die Herthaner einen neuen Trainer präsentieren konnten. Mit Bahman Foroutan hat nun quasi der Gegenentwurf zu Szumnarski in Zehlendorf das Sagen. Der 67-jährige Iraner gilt als Mann der alten Schule.

Eingefädelt hatte den Deal Hertha-Präsident Kamyar Niroumand, der schon seit längerer Zeit mit Foroutan befreundet ist. „Kamyar Niroumand hat mich am Sonnabend angerufen und gefragt, ob ich mir vorstellen könne, Trainer in Zehlendorf zu sein“, erzählt Foroutan, der die vergangenen zwei Jahre in seinem Heimatland Iran verbracht hatte. Seit einigen Wochen hielt er sich allerdings in Berlin auf, wollte ursprünglich aber wieder in den Iran zurückkehren. „Doch meine Familie möchte unbedingt in Berlin bleiben“, sagt Foroutan, dem die Entscheidung dadurch nicht sonderlich schwer fiel.

Nun feiert Foroutan am Sonntag im Auswärtsspiel beim FC Strausberg seine Premiere (14 Uhr, Energie-Arena). Beide Teams haben sechs Punkte auf dem Konto und könnten sich mit einem Sieg von der Abstiegszone distanzieren. „Ich habe meine neue Mannschaft schon zweimal in dieser Saison gesehen“, berichtet Foroutan. „Fußballerisch machen die Spieler vieles richtig, es mangelt aber am Grobmotorischen.“ Dies möchte der ehemalige Nationaltrainer des Irans den Zehlendorfern beibringen.

Ob ihm das schon in Strausberg gelingt, lesen Sie am Montag in der Printausgabe der „Fußball-Woche“.

AK

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