19.11.2014

Negativserie mit Geduld beendet

Vier Spiele hatten die Herthaner in der Bundesliga nicht mehr gewonnen. Verständlich, dass der spät fallende Treffer des eine Neuwald-Flanke per Direktabnahme verwandelnden Nelson Schultz-Fademrecht ausgiebig gefeiert wurde. Dass der daraus resultierende Erfolg am Ende verdient war, daran besteht auch überhaupt kein Zweifel. Ein Chancenverhältnis von 8:2 zugunsten der Berliner mag die durchgängige Überlegenheit auch zahlentechnisch belegen.

Und dennoch war längst noch nicht alles eitel Sonnenschein, was die spürbar verunsicherten Blau-Weißen da so zelebrierten. Schnelle und direkt vorgetragene Kombinationen blieben zu oft im Ansatz stecken. Verheißungsvoll gestartete Dribblings endeten in teils unverständlichen Fehlabspielen. Dazu stand Kiel in der Defensive kompakt, alle Defensivkräfte bearbeiteten ihre Gegenspieler eng, aber fair. Und Torwart Steiner erwies sich zusätzlich bei Möglichkeiten von Kyereh (13.) und Zografakis (19., 28.) als fehlerfreier, ganz starker Rückhalt. Zudem hatte Steiner das Glück des Tüchtigem, als zwei Distanzschüsse von Maier (12., 56.) ans Gebälk klatschten.

Holsteins Offensivbemühungen gipfelten in zu eigensinnigen Dribblings der durchaus gradlinigen Tobinski und Vojtenko. Dennoch: Als Maier und Friede binnen einer Minute (50.) zwei einfache Ballverluste im Zentrum unterliefen, hätte Vojtenko für eine Gäste-Führung sorgen können. Zunächst lief er nach einem Groth-Zuspiel an Keeper Renner, aber auch am Tor vorbei. Dann wurde er im allerletzten Moment von Ernesto am Fünfmeterraum gestoppt; in dieser Szene hätten sich die Berliner über einen Strafstoß nicht beschweren dürfen.

Hertha-Coach Andreas Thom freute sich schließlich für seine Jungs: „Endlich haben sie sich für ihren betriebenen Aufwand mal belohnt.“ Ob auch das Selbstvertrauen damit zugenommen hat, wird man am kommenden Wochenende sehen. Dann gastiert Tabellenführer Wolfsburg in Berlin.

Hertha BSC – Holstein Kiel 1:0 (0:0)

HERTHA: Renner – Seemann, Egerer, Ernesto, Glen (41. Schwarz) – Maier (59. Baak), Friede – Kyeremeh, Schultz-Fademrecht, Akyol (49. Neuwald) – Zografakis (76. Selman).
KIEL: Steiner – Decker, Blaue, Bodendorf, Schüler – Groth, Ayyildiz – Seidel (47. Netzel), Vojtenko, Griese (76. Zinkondo) – Tobinski (71. Niebergall).
SR: Wirth (Zwickau) – Z: 70. TOR: 1:0 (70.) Schultz-Fademrecht.
GELBE KARTE: Baak.
BESTE SPIELER: Egerer, Schultz-Fademrecht – Steiner, Bodendorf.

Von Peter Türk

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