10.04.2019

Nach der Profikarriere wird gepokert

Bei Profifußballern ist es oft schon Anfang oder Mitte dreißig soweit: Das Karriereende naht. Doch was kommt danach? Nicht jedem Spieler steht eine Karriere als Trainer oder TV-Experte offen. Manche Ex-Profis versuchen sich als Manager eines Unternehmens oder gehen einem Beruf nach.

Einige ehemals gutverdienende Akteure fallen in ein tiefes Loch, verprassen ihr Geld, werden Alkoholiker oder verlieren ihre Millionen mit fragwürdigen Investments. Es gibt aber auch eine andere Spezies. Einige Spieler, starten eine zweite Karriere als Pokerspieler. Oft sogar erfolgreich.

Max Kruse: Torjäger bei Bremen und erfolgreicher Pokerspieler

Seine Leidenschaft für das Pokerspielen und einige Eskapaden beim Umgang mit Journalisten kosteten ihm seinen Platz in der Nationalmannschaft und auch seinen Vertrag in Wolfsburg.

In Bremen startet der mittlerweile 31-Jährige wieder durch und gilt derzeit als unersetzbar. Nach den Spieltagen oder im Urlaub tingelt er soweit zu den großen Poker-Events. Sportdirektor Frank Baumann soll ihm die Erlaubnis gegeben haben, im kommenden Sommer nach Las Vegas zum Main-Event der World Series of Poker zu fahren. Dort trifft er vermutlich auf einen anderen Ex-Bremer: Mario Basler.

Dieser hatte 2017 zum ersten Mal an der World Series of Poker teilgenommen und verließ den Spieltisch mit immerhin gut 17.000 Dollar. Kruse selbst ist schon etwas erfahrener. Er nahm bereits 2014 am Main Event der WSOP teil und hatte sich ein Preisgeld von 35.000 Dollar erarbeitet.

Noch erfolgreicher ist zum Beispiel Andy Eiler, Ex-Spieler des niederbayerischen Regionalliga-Vereins SV Schalding. Eiler strich zuletzt über 2,15 Millionen Euro bei einem Turnier an der tschechischen Grenze ein, bei dem auch Tennis-Legende Boris Becker teilgenommen hatte.

Übrigens kann sich jeder mit einem Startgeld von etwa 10.000 Dollar eine Teilnahme an der WSOP erkaufen. Eine andere Möglichkeit zur Qualifikation bieten Online-Pokerturniere. Einen Überblick über neue Casinos kann man sich auf einschlägigen Testseiten verschaffen. 

Trainerposten sind rar gesät und gute Unternehmer eher selten

Viele Spieler pokern auch in anderen Bereichen hoch. Es gibt zahlreiche Ex-Profis, die ihr Geld in spekulative Investments gesteckt und alles verloren haben. Martin Schneider, seinerzeit Spieler beim 1.FC Nürnberg ist so ein Fall. Andere verprassen ihr Geld mit Luxus und enden im Alkohol. Berühmtestes Beispiel ist wohl Paul Gascoigne. Spieler, die sich als Unternehmer versuchen, haben ebenfalls keine Erfolgsgarantie.

Der Verbleib im Profi-Fußball als Trainer oder Manager steht nur den wenigsten offen.
Das Problem ist, dass Posten wie Trainer oder Sportdirektor per se sehr rar gesät sind. Es ist auch nicht jeder charakterlich oder den Fähigkeiten nach geeignet, um den stressigen Beruf eines Profitrainers auszuüben.

Selbst bekannte Namen wie Lothar Matthäus, dem noch der Einstieg als Trainer in der österreichischen Bundesliga gelang, konnte am Erfolg gemessen nie an die ruhmreiche Zeit vergangener Tage als Spieler anknüpfen. Nach einigen Stationen in europäischen Ligen kurzen Episoden als Nationaltrainer von Ungarn und Bulgarien hat er den Trainerberuf wieder an den Nagel gehängt.

Ähnlich erging es auch Mario Basler, für kurze Zeit Trainer bei Eintracht Trier. Andere Spieler, die den Einstieg in den Trainerberuf gewagt haben, dümpeln in den unteren Ligen oder im Ausland herum.

Die Berliner Christian Ziege und Thomas Häßler zum Beispiel sind aktuell Trainer vom thailändischen Verein Ratchaburi Mitr Phol und Berlin United und haben kaum Aussichten auf die Übernahme in einem europäischen Top-Klub. 

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