13.08.2014

Mann der Woche: Der Neue, der auf keinen Fall ins Tor wollte

Patrick Grimmert wird als Elfmeterkiller zum Pokalhelden von Lok Schöneweide

Manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden. Patrick Grimmert avancierte als Torwart von Lok Schöneweide am Sonntag zum Pokalhelden. Foto: privat

Weil sich kein anderer fand, stellte Lok-Trainer Waldemar Genich den Neuzugang Patrick Grimmert kurzerhand ins Tor. Der wollte zwar nicht, erwies sich aber als Glücksgriff, wie am vergangenen Pokal-Wochenende Arminia Heiligensee schmerzhaft erfahren musste. Für die FuWo ist Grimmert der „Mann der Woche“.

Eigentlich hatte Patrick Grimmert schon vor 16 Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Doch in diesem Sommer, im Alter von mittlerweile 27 Jahren, juckte es ihn wieder in den Füßen. Er heuerte beim ESV Lok Schöneweide an, einem Verein, der in der Kreisliga C beheimatet ist und in der vergangenen Saison ganze sechs Punkte holte. Erfolg sieht anders aus.

Doch Grimmert wollte es nochmal mit dem Fußball versuchen, auch weil er mit einigen Spielern von Lok Schöneweide befreundet ist. Was er aber keineswegs wollte: ins Tor gehen. Denn als Schlussmann hatte er seine letzten Jahre als aktiver Fußballer in der Jugend des BFC Meteor 06 verbracht. Die Freude daran hielt sich in Grenzen.

Weil ihn sein Kumpel verpfiff, musste Grimmert ins Tor

Das Problem bei Lok Schöneweide vor der gerade beginnenden Saison war aber, dass sich partout kein Torwart fand. Dann stand das erste Testspiel an. „Hat hier jemand Torwart-Erfahrung?“, fragte Lok-Trainer Waldemar Genich vor versammelter Mannschaft. „Da habe ich erstmal meine Klappe gehalten“, erzählt Grimmert. Doch sein Kumpel Toni Kluth habe ihn dann verpfiffen. „Du warst doch früher Torhüter“, rief er und guckte Grimmert an. So stellte Genich den Neuzugang kurzerhand ins Tor.

Auf dieser Position dürfte sich Grimmert spätestens seit vergangenem Sonntag festgespielt haben. Lok Schöneweide empfing in der Qualifikationsrunde des Berliner Pokals den favorisierten A-Kreisligisten Arminia Heiligensee. „Für uns ging es eigentlich nur um Schadensbegrenzung“, sagt Trainer Genich. Doch die Arminen bissen sich an Schöneweide die Zähne aus. Vor allem an Torwart Grimmert, der mit starken Paraden die Gäste verzweifeln ließ. Nach 120 Minuten hieß es 1:1. Es ging ins Elfmeterschießen.

„Aus dieser Nummer komme ich nicht mehr raus“

Und dabei wuchs Grimmert über sich hinaus. Er hielt zwei Schüsse, zudem verfehlten die Heiligenseer zweimal das Gehäuse. Nach dem Elfmeterschießen stand das seltsame Ergebnis von 2:0 für Lok – es war die Sensation der Qualifikationsrunde im Pokal.

Unschwer zu erraten, wer bei Lok Schöneweide der gefeierte Mann war: Keeper Patrick Grimmert. „Nun muss ich wohl im Tor bleiben, aus dieser Nummer komme ich nicht mehr raus“, sagt der Pokalheld, der für die FuWo der „Mann der Woche“ ist.

AK

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