08.10.2013

Linienrichter schlägt Spieler mit Fahne ohnmächtig

Im Nachholspiel der Kreisliga B kommt es zwischen Liria II und SVM Gosen zum Eklat

Der achte Spieltag der Kreisliga B wurde leider von einem Abbruch überschattet. Im Nachholspiel FC Liria II gegen SV Müggelpark Gosen, das am vergangenen Mittwoch auf dem Hartplatz an der Neuen Krugallee ausgetragen wurde, soll ein Liria-Spieler einen Gosener mit der Linienrichterfahne ohnmächtig geschlagen haben. Die Partie wurde abgebrochen und die Polizei musste anrücken. Liria hat seine Mannschaft mittlerweile zurückgezogen.

„Vor allem in den ersten 20 Minuten herrschte eine sehr aggressive Stimmung, danach war aber eigentlich alles in Ordnung“, schilderte Spielausschussmitglied Joachim Gaertner, der am Mittwoch vor Ort war, die Atmosphäre. Gosen haderte mit der erneuten Ansetzung auf dem unebenen Hartplatz, den Trainer Toralf Ring als „unbespielbar“ bezeichnete.

Die Partie der 1. Abteilung war zuvor bereits zwei Mal abgesagt worden, weil die Schiedsrichter der Argumentation Rings gefolgt waren. Nun mussten die Gosener aber doch auf dem ungeliebten Untergrund antreten, da auf dem Rasenplatz keine Flutlichtanlage vorhanden ist.

Bis zur 82. Minute war es abgesehen von den Bodenverhältnissen eine ganz normale Kreisliga-B-Partie. Gosen spielte nach einem Platzverweis wegen Schiedsrichterbeleidigung schon früh in Unterzahl, drückte beim Stande von 2:2 aber auf den dritten Treffer.

Unebener Boden löst Tumult aus

Doch dann wurde es turbulent: Die Gosener regten sich auf, da der Linienrichter – der zur Halbzeit ausgewechselte Liria-Spieler Bashkim Beqiri – seine Fahne bei einem sich vermeintlich im Aus befindlichen Ball nicht gehoben hatte. „Der Ball war im Aus, rollte aufgrund des unebenen Bodens an den Seitenlinien aber zurück ins Spielfeld. Deshalb hat unser Kapitän Marcel Albrecht den Linienrichter angemeckert“, berichtet Gosens Trainer Ring. Was genau Albrecht gesagt hat, ist nicht bekannt.

Daraufhin sei Beqiri einige Meter aufs Spielfeld gelaufen und habe den Gosener Spielführer mit der Linienrichterfahne niedergestreckt, so Ring. Albrecht blieb regungslos liegen und war für kurze Zeit ohnmächtig. Auf dem Feld gab es eine hektische Rudelbildung, so dass sich Schiedsrichter Ralf Liebetruth (NFC Rot-Weiß) gezwungen sah, die Begegnung abzubrechen.

Den vermeintlichen Schlag hatte der Schiedsrichter wie auch Staffelleiter Gaertner jedoch nicht gesehen, da das Spiel auf der anderen Seite des Feldes weiterlief. „Ich habe nur gesehen, dass der Linienrichter einige Meter aufs Feld gelaufen ist. Was genau passiert ist, konnte ich nicht sehen“, sagt Gaertner. Ring hat indes keine Zweifel: „Ich habe genau gesehen, wie er zugeschlagen hat und der Notarzt hat dann auch Prellungen an der Schläfe festgestellt“, erklärt der Gosener Coach.

Liria zieht zweite Mannschaft zurück

Lirias 1. Vorsitzender Rexhep Dobruna hat die Situation ebenfalls nicht genau erkennen können, zog die Mannschaft aber vom Spielbetrieb zurück. „Das hat nicht nur mit dem Abbruch zu tun, wir haben auch noch andere Probleme in der Mannschaft“, sagt Dobruna. Beqiri habe allerdings keine Zukunft mehr im Verein.

Dem Gosener Albrecht ging es kurze Zeit später glücklicherweise den Umständen entsprechend gut. Er verzichtete auf eine Behandlung im Krankenhaus, stellte aber Anzeige wegen Körperverletzung. Beqiri war beim Eintreffen der Polizei nicht mehr vor Ort. „Ich habe ihn vergeblich dazu aufgefordert, die Sportanlage bis zum Eintreffen der Polizei nicht zu verlassen“, sagt Gaertner. Um die Sportgerichtsverhandlung am 18. Oktober kommt Beqiri aber nicht so einfach herum.

Von Julian Graeber

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