20.03.2014

Lindner vereitelt Schlimmeres

Schon die Körpersprache beider Mannschaften konnte unterschiedlicher kaum sein. Die Berliner orientierten sich recht verhalten in Richtung Ball, und Zweikämpfe wurden meist vermieden. Dagegen startete Hansa Rostock mit wilder Kampfbereitschaft. Burmeister, Gebissa, Kretschmer und Christiansen rissen, kompromisslos um Balleroberung bemüht, rasch die Initiative an sich.

Union wirkte dagegen planlos und hatte, wenn den Hanseaten mal ein Zuspiel missglückte, keine Mittel zur eigenen Spielgestaltung parat. Zur Beruhigung der eigenen Nerven und letztlich auch zur Spielfindung sollten nach dem 0:1 offenbar Rückpässe auf Torhüter Lindner oder auf den oft überforderten Verteidiger Gorkow beitragen. Fast anfängerhaft verfehlten dann die Passfolgen der beiden den eigenen Mitspieler. Entweder landeten die Bälle bei den Rostockern oder im Seitenaus. Mit dem im Training angeeignetem Kombinationsspiel hatte die Spielweise Unions jedenfalls wenig gemein. Es war bis zur Pause schlichtweg blamabel, was die Gastgeber da ablieferten. Ihr erster Schuss in Richtung Rostocker Tor kam von Michel erst kurz vor dem Halbzeitpfiff.

Selbst „eiserne“ Union-Eltern waren erschüttert über das geringe Leistungsvermögen ihrer Akteure. Nur dank zweier Reflexe von Torhüter Lindner gegen Burmeister (31.) und Gebissa (43.) blieb der Rückstand überschaubar. Später, mit Hansas Eigentor, gab es vorübergehend Hoffnung für Union. Gegen Ende ging etwas Torgefahr von Michel und Drmac aus. Zu spät, um das Team vonTrainer Roland Kroos zu beeindrucken.

1. FC Union – Hansa Rostock 1:2 (0:2)

UNION: Lindner – Yesilli, Gorkow (46. Lessmeister), Klatt, Hentschel – Wiebach, Brenneisen (81. Drmac), Beyer, Istvanic (31. Beyazit) – Skade, Michel.
HANSA: Schröder – Studzinski, Reusing, Esdorf, Scherff – Christiansen, Gebissa, Kretschmer (87. Rokita), Burmeister, Schlottke – Grube (90. Sabas).
SR: Glaß (Schulzendorf) – Z: 90. TORE: 0:1 (8.) Grube, Foulelfmeter (Gorkow an Kretschmer); 0:2 (28.) Reusing, Kopfball; 1:2 (50.) Reusing, Eigentor.
GELBE KARTEN: Hentschel, Skade – Studzinski (alle Unsportlichkeit).
BESTE SPIELER: Wiebach, Brenneisen, Klatt – Gebissa, Burmeister, Kretschmer.

Von Manfred Gräf

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