09.04.2019

Kredit der Fans für den 1. FC Kaiserslautern

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Der 1. FC Kaiserslautern braucht frisches Geld. Doch anstatt erneut auf Sponsorensuche zu gehen, hofft der Traditionsverein nach turbulenten Monaten und fehlenden großen Erfolgen nun auf seine Fans. Der Drittligist versucht mit sogenannten Fan-Anleihen an frisches Geld zu kommen. 

Dabei besitzt der Club nach eigenen Angaben derzeit ausreichend Geld, um in der nächsten Saison zumindest den Spielbetrieb sicherstellen zu können. Um den FCK finanziell allerdings stabil aufstellen zu können, reicht das noch nicht aus und so ist er auf weitere Millionen angewiesen. Im Rahmen einer Pressekonferenz stellte der Verein nun seine Idee dazu vor.

In der Pressekonferenz äußerten sich die Vereinsvorsitzenden umfassend zur finanziellen Zukunft des Drittliga-Clubs. Demnach habe der FCK institutionelle Anleger für die bevorstehende Saison finden können, die frisches Geld in Form von Schuldscheindarlehen bereitstellen. Aufatmen kann der Drittligist trotzdem nicht und so ist beim 1. FC Kaiserslautern weiteres Sparen angesagt. Der Finanzbedarf müsse nach Angaben von Klatt, Finanzchef des Vereins, auch in der kommenden Saison möglichst gering gehalten werden. Wie er gegenüber den Pressevertretern betonte, kann nicht davon ausgegangen werden, dass in der 3. Liga tatsächlich Gewinne verzeichnet werden. 

Um den Verein finanziell in eine sichere Spur zu lenken, entschieden sich die Verantwortlichen bereits für eine kontinuierliche Senkung der Personal- und Sachkosten. Aktuell ist der FCK dringend auf frische Finanzmittel angewiesen. Benötigt werden diese unter anderem, um die nötige Lizenz für die Roten Teufel zu erhalten. Dieses Geld soll nun aber nicht von Sponsoren oder Partnern kommen, sondern von den Fans.

Mit seinen Finanzierungsideen bewegt sich der 1. FC Kaiserslautern auf vollkommen anderen Wege als die restlichen Vereine. Während diese durch die Aufstockung neuer Kredite und einen Mix aus verschiedenen Sponsoren die Finanzierung unabhängig von den Fans sicherstellen, gelingt dies dem FCK nicht. Ein Grund dafür sind die Unruhen innerhalb des Vereins. Darüber hinaus lieferte sich der FCK zuletzt einen regelrechten Machtkampf mit dem Sponsor Layenberger. Dieser Machtkampf ging vor allem zu Lasten der Club-Außendarstellung. Dabei wäre eine positive Club-Darstellung gerade unter Anbetracht der benötigten Finanzmittel wichtig.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Verein für die Fan-Anleihe als Lösung entschieden hat. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 2013 gab es den ersten Vorstoß dieser Art. Die neue “Betze-Anleihe 2” wird nun jedoch benötigt, um die Fan-Anleihe, für die sich der FCK 2013 entschied, abzulösen. Insgesamt wird eine Summe von 6,7 Millionen Euro benötigt. Die Anleihe soll an eine Laufzeit von 3 Jahren gebunden sein. Für die FCK-Anleihe steht den Fans eine Verzinsung von insgesamt 5 Prozent in Aussicht. Von den neuen Anleihen erhoffen sich die Verantwortlichen eine Summe von insgesamt 7 Millionen Euro.

Derweil stößt die Betze-Anleihe 2 bei Finanzexperten und auch bei vielen Fans auf Unverständnis. Grund ist das damit verbundene Risiko. Im schlimmsten Fall müssen die Fans, die sich für die Anleihe entscheiden, in drei Jahren tatsächlich mit dem Totalverlust des eigenen Geldes rechnen. Der FCK hat sich aber noch für eine zweite Lösung entschieden, um an frisches Geld zu kommen. Die Rede ist vom Crowdfunding. Über eine Onlineplattform können Fans und Interessenten in einen Finanzpool Geld einzahlen, das dann dem Verein zur Verfügung gestellt wird. Klatt betonte, dass es sich auch hierbei um einen Kredit handeln soll, den der Verein später zurückzahlen wird. 

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