05.11.2014

Hertha entgeht einer Blamage

So einen Tag, an dem fast nichts gelingt, dem willensstarken Widersacher jedoch nahezu alles glückt, erlebten die maßlos enttäuschten und enttäuschenden Herthaner am Samstag. Möglicherweise haben die Berliner die Zeichen bei ihren zuletzt erzielten Remis gegen RB Leipzig und bei Energie Cottbus nicht erkannt, um daraus die entsprechenden Lehren ziehen zu können.

Trainer Andreas Thom jedenfalls wies zu Recht darauf hin, dass seine Mannschaft im Verlauf dieser Spielzeit schon mehrfach den Beweis zur besseren Leistung und zum besseren Fussball geliefert habe. Nur wenn sie vergisst, den Kampf gegen die entschlossen spritzigen Hanseaten anzunehmen, und sich dabei (wie der Trainer feststellte) taktisch undiszipliniert verhält, muss man sich über eine Niederlage, die leicht ein noch größeres Desaster hätte werden können, nicht wundern. Lediglich der Aufmersamkeit von Torhüter Schaffran, der bei Distanzschüssen von Eggestein, Schmidt, Ercan und Vollert zur Stelle war, verdankten die Berliner ein Resultat im gerade noch zumutbaren Rahmen.

Der zufriedene Bremer Trainer Marco Grote, der seine Formation gegenüber dem Spiel vor einer Woche gegen Tennis Borussia auf zwei Positionen umgestellt hatte, sah die Ursache des deutlichen Sieges seiner Mannschaft in deren unverkennbarer Willenstärke sowie im günstigen Zeitpunkt zum Vorsprungsausbau, als Eggestein auf 3:0 erhöhte. „Gerade in der Phase, als sich Hertha aufrappelte, um das Spiel in den Griff zu bekommen, wurde ihnen die Kraft zum entschlossenen Widerstand mit unserem Treffer genommen.“ Die geringen Aussichten eines Berliner Erfolges belegte kurz vor Schluss Schultz-Fademrecht. Sein kraftvoller Kopfball (78.) traf nur die Latte.

Hertha BSC – Werder Bremen (B) 0:4 (0:2)

HERTHA BSC: Schaffran – Dingas (41. Schwarz), Baak, Ernesto, Akyol – Covic, Maier (41. Zanin), Schutz-Fademrecht, Friede, Kyeremeh (63. Neuwald) – Zografakis (72. Selman).
BREMEN: Oetjen – Achour, Filipovic, Jördens, Stöhr – Vollert, Ercan (75. Ihnken), Horn (71. Mazreku), Schmidt, Fahrner (64. Janßen) – Eggestein.
SR: Prager (Gera) – Z: 80. TORE: 0:1 (8.) Schmidt, umspielt den stocksteif sich ihm entgegenstellenden Baak und schießt flach ein; 0:2 (27.) Horn, staubt den Abpraller von Torhüter Schaffran, nach scharfem Schuss von Schmidt, aus Nahdistanz ab; 0:3 (49.) Eggestein, unbedrängt mit Kopfball nach Flanke von Ercan; 0:4 (71.) Ercan, umspielt Schultz-Fademrecht und Zanin, um aus Nahdistanz zu vollenden.
GELBE KARTEN: – Jördens, Fahrner (beide Foul).
BESTE SPIELER: Schafran, Friede – Ercan, Horn, Vollert, Eggestein.

Von Manfred Gräf

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