17.07.2020

Eine fast perfekte Saison

Der CSV Olympia 97 verliert nur ein Mal und kehrt nach zwei Jahren in die Kreisliga A zurück

Es ist vollbracht: Nach zweijähriger Abstinenz darf sich die Mannschaft des CSV Olympia über die Rückkehr in die Kreisliga A freuen! Es ist die Krönung einer erfolgreichen, aber zugleich turbulenten Spielzeit, die in der Winterpause eine unerwartete Wendung nahm.

Mit einem Schnitt von 2,72 Punkten sicherten sich die Charlottenburger im Tableau der 5. Abteilung souverän den Titel. Grundstein hierfür war die bärenstarke Hinrunde, in der das Team von Coach Sascha Herzberg sage und schreibe 37 von 39 möglichen Punkten holte und sowohl die sicherste Defensive als auch den torgefährlichsten Angriff stellte. Die Basis für den Aufstieg war also schon im Dezember gelegt.

Doch nicht nur unter freiem Himmel schien der CSV unschlagbar, auch in der Halle ließ das Team die Muskeln spielen und zauberte sich zum nächsten Erfolg: „Herbstmeister zu werden war schon der Hammer, aber dann auch noch in der Halle den Turniersieg einzufahren, ist einfach geil. Das ist ein Titel, den ich so schnell nicht vergessen werde“, sagt der Trainer. Olympia schien unaufhaltsam. Diese Einschätzung vertrat auch Herzberg nach der Hinserie: „Es ist zwar gerade Mal die Hälfte der Saison absolviert, aber wenn die Mannschaft zusammenbleibt und wir uns weiterhin in dieser Verfassung präsentieren, wird uns keiner stoppen“, verlautete er optimistisch – zu diesem Zeitpunkt war jedoch noch nicht abzusehen, was wenig später folgen sollte.

Nachdem sich Minerva 93 (4. Abteilung) Abdüssamet Demirel auf dieTrainerbank holte – Demirel bildete lange Zeit mit Herzberg das Trainergespann des CSV – wechselten in der Winterpause gleich acht Spieler von Spitzenreiter Olympia den Verein, darunter Leistungsträger wie beispielsweise Serkan Altin. Die sicher geglaubte Meisterschaft rückte von einer Sekunde auf die andere in weite Ferne. Herz­berg erinnert sich: „Das erste, was ich gedacht habe, war, dass wir unsere Zweite auflösen müssen. Ich gestehe, dass ich nach dem Verlust der Jungs nicht mehr mit dem Gewinn der Meisterschaft gerechnet habe. Ein Großteil der neuen Spieler kannte sich zwar aus der zweiten Mannschaft. Dass wir die ersten Spiele nach der Winterpause dann tatsächlich gewinnen konnten, kam aber auch für mich überraschend.“

Ein wichtiger Baustein im weitestgehend neuformierten Team war Aleksandar Cirkovic, mit elf Treffern drittbester CSV-Schütze. „Als viele andere gegangen waren, ist er geblieben. Das spricht für ihn. Er wollte die Saison durchziehen und war mit seinen Toren und Vorlagen sehr wichtig für uns“, schwärmt der Trainer. „Besonders der 5:0-Auswärtssieg beim SSC Südwest II zeigte mir aber, wozu das neue Team in der Lage ist. Es war das beste Spiel der Saison.“ Zwei Wochen nach dieser Glanzleistung gastierten die Charlottenburger beim direkten Konkurrenten Eichkamp-Rupenhorn und verloren deutlich mit 0:3. Gezweifelt habe der Coach laut eigener Aussage nach der Niederlage aber trotzdem nicht. Die Schlappe Anfang März war gleichbedeutend mit der ersten Saisonniederlage. Dabei sollte es bleiben, es folgte nur noch ein weiterer Spieltag.

„Als die Saison aufgrund von Corona unterbrochen wurde, habe ich, wie auch die Spieler, auf eine Fortsetzung gehofft. Jeder hat sich coronagerecht fitgehalten. Dass die Pandemie solche Ausmaße annimmt, haben wir nicht erwartet“, schildert Herzberg die vergangenen Monate. „Als wir dann die endgültige Nachricht über den Abbruch bekommen haben, war die Freude über die Meisterschaft natürlich groß. Wir haben das Ziel erreicht, was wir vor der Saison angepeilt haben. Schade war nur, dass wir den Aufstieg nicht im gewohnten Rahmen feiern konnten“, so Herzberg. Dies solle aber nachgeholt werden. Zudem ist eine Meister-Reise geplant. Wann und wohin? Das steht aus den bekannten Gründen noch nicht fest.

Die 84 Tore für CSV Olympia 97 erzielten:

Asan (18), Altin (15), Cirkovic (11), Mihaylov (8), Heise (6), Akin (5), Bicen (4), Pajaziti (3), Altundag (2), Lindner (2), Thieme (2), Erbas, Koller, Özgün, Schulz, Schwach, Spitzer und Uka. Hinzu kommt ein Eigentor.

Von Bennett Döring

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