07.02.2015

Ein Dauerläufer als Teamplayer

Mirko Neumann ist für BW Friedrichshain Gold wert

Mirko Neumann hat Luft für zwei Dinge: Er ist Spieler und Trainer. Foto: Verein

Spieler der Hinrunde ist für uns Mirko Neumann. Er überzeugte sowohl als Mittelfeldspieler wie als Trainer des Neulings BW Friedrichshain. Dass seine Mannschaft in der Kresiliga B auf dem Aufstiegsplatz 2 überwintert, ist vor allem auch auf seine Leistung zurück zu führen. Der 32-Jährige wehrt solche Komplimente bescheiden ab und verweist auf die Mannschaft. An ihr misst er den Erfolg, mit ihr geht er durch dick und dünn. Sie ist für ihn das Wichtigste. Schließlich hat er alle Höhen und Tiefen, vor allem aber den Wiederaufbau mitgestaltet.

Und deren Verbesserung ist auch sein Ziel. So ärgert ihn das mangelnde Passspiel und er wünscht sich auch eine bessere Chancenverwertung. Die Steigerung der Qualität zieht Neumann auch dem sportlichen Erfolg vor: „Verbessern wir uns hier nicht, müssen wir nicht aufsteigen.“ Neumann ist diesbezüglich ein gebranntes Kind: Denn nach 2008 rückte man von der Kreisliga C bis in die Kreisliga A auf. Danach fiel die Mannschaft auseinander, musste nächste Saison abgemeldet werden. Auf dem Tiefpunkt begann Neumann sein Werk. Der Aufstieg begann in der Freizeitliga mit ihm als Spielertrainer: Im zweiten Jahr nach der Gründung der Elf stieg man dort in die Landesliga auf. Anschließend wechselte diese Mannschaft in die Kreisliga C, nahm den frei gewordenen Platz der aufgelösten „Ersten“ ein. Mit durchschlagendem Erfolg: Bereits in der ersten Saison 2013/14 gelang am letzten Spieltag der Aufstieg in die Kreisliga B. „Gelernt“ hat Neumann bei Eintracht Südring als Jugendspieler. Den „Schliff“ als Trainer holte er sich als Aktiver bei Edgar Döring bei Tasmania II. Dort lernte er auch jede Menge von Norbert Siegmann. So gerüstet packte er dann bei den Blau-Weißen an.

Die Spielweise des 32-Jährtiegn ist bemerkenswert. Er ist ein Dauerläufer, schließt unermüdlich Lücken vor der von Yvey Buley lautstark dirigierten Abwehr. Die Kondition ist sein Erbe aus seiner Zeit als Leichtathlet. Da war er auf den Strecken zwischen 800 und 3000 Metern zu Hause. „Ich hoffe, dass ich so laufstark noch ein paar Jahre bei BW Friedrichshain spielen kann.“ Dort fühlt er sich wohl. Die Mannschaft sei keine typische Fußballmannschaft, es gebe in dieser Elf viele Studenten und in kreativen Berufen Tätige. Was fehlt, ist der Unterbau. Zumindest an einem breiteren Kader arbeitet der Mannschaftsrat. Er wäre eine Voraussetzung, dass ein eventueller Aufstieg nicht wieder zum Fiasko würde. Denn es gibt keine 2. Mannschaft und auch keine Jugend, nur eine Freizeittruppe. Auch eine Verstärkung im Trainerteam würde da begrüßt. Spielerisch ist die Truppe sicherlich zu den besseren in der Kreisliga B zu zählen. Der bisherige zweite Platz kommt nicht von ungefähr.

Die „Lunge“ läuft alles ab

Dass die Defensive der Blau-Weißen so stark ist, verdankt Friedrichshain nicht zuletzt der „Lunge“ von Neumann. Gerade auf dem Dach der Metro mit ihrem großen Spielfeld ist da manches abzulaufen … Immerhin: Der vierte Aufstieg (zwei Mal Freizeit, dann aus der C- in die B- und nun in die A-Klasse?) binnen vier Jahren hätte eine reale Basis. Zumal es auch eine solide arbeitende Vorstandsmannschaft gibt. Beruflich ist Neumann als selbstständiger Caterer und Eventgestalter gut eingespannt. Andererseits lässt ihm diese Arbeit genug Zeit zu Training und Spiel. Und Spaß macht es ihm, weil seine Mitspieler viel Freude am Spiel haben – eine solide Basis für einen Aufstieg.

Von Manuel Fernandes

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