26.11.2013

Doppelter Elfmeter-Killer

Ali Aydin führt Anadolu-Umutspor in der Bezirksliga fast im Alleingang zum Sieg

Ali Aydin (hier noch im Tor des FC Liria) war am Sonntag mit zwei gehaltenen Elfmetern Anadolus Sieggarant. Foto: JouLux

Wenn ein Torwart einen Elfmeter pariert, wird er häufig zum Matchwinner. Wenn er den Gegner vom Elfmeterpunkt gleich zwei Mal in einer Partie zum Verzweifeln bringt, hat er sich den Titel „Mann des Tages“ der Fußball-Woche redlich verdient. Ali Aydin von Bezirksligist Anadolu-Umutspor gelang am Sonntag beim 3:1-Sieg gegen den Köpenicker SC II eben jenes Kunststück.

Was würde Bezirksligist KSF Anadolu-Umutspor bloß ohne seinen Torwart Ali Aydin machen? Am vergangenen Sonntag taten sich die Kreuzberger beim Köpenicker SC II lange schwer. Die erste Halbzeit endete torlos, dann gingen die Köpenicker sogar mit 1:0 in Führung.

Als Schiedsrichter Ronneberger dem KSC kurz darauf einen Strafstoß zusprach, deutete fast alles auf eine Niederlage für Anadolu hin. Aydin hatte jedoch etwas dagegen und hielt den von Jakob geschossenen Elfmeter (55.). „Das war nur gerecht, denn der Elfmeter war eigentlich keiner“, sagte Anadolus Trainer Ulas Güzeltirpan.

Auch in Unterzahl ein sicherer Rückhalt

Die Parade wirkte auf die Kreuzberger wie ein Weckruf. Mit zwei Treffern drehte Anadolu das Spiel, doch dann gab es erneut Elfmeter für den KSC. Diesmal präsentierte sich Koppe vor Aydin (80.), das Ergebnis blieb jedoch unverändert – Ali Aydin unüberwindbar. „Ich halte schon relativ häufig mal einen Elfmeter. In dieser Saison hatte es zuvor nicht geklappt. Am Sonntag dafür gleich zwei Mal“, freute sich der 30-Jährige.

Auch als die Mannschaft von Trainer Ulas Güzeltirpan die letzten Minuten nach zwei Platzverweisen in Unterzahl bestreiten mussten, konnten sie sich auf ihren Schlussmann verlassen. Anadolus Nummer 1 hielt den Kasten gegen die anrennenden Köpenicker sauber. „Aydin hat hervorragend gehalten“, sagte Güzeltirpan, „das hat mich aber nicht überrascht, er hält eigentlich immer so.“

Ohne Aydin läuft es nicht

Dass diese Glanzleistung von Aydin kein Einzelfall ist, zeigt auch ein Blick auf die Statistik seines Teams. In den acht Spielen mit der etatmäßigen Nummer eins zwischen den Pfosten holten die Kreuzberger 13 Punkte (1,6 pro Spiel) und kassierten 13 Gegentreffer (ebenfalls 1,6 pro Begegnung). Als sich Aydin zwischen dem 5. und 10. Spieltag im Urlaub in der Türkei befand, lief es für Anadolu gar nicht mehr. In fünf Partien setzte es vier Niederlagen (0,6 Punkte pro Spiel) und indiskutable 21 Gegentore (im Durchschnitt 4,2 jede 90 Minuten).

Über die vielen Gegentreffer in seiner Abwesenheit ärgert sich der 30-Jährige immer noch. „Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, dass wir die wenigsten Tore aller Mannschaften kassieren“, erzählt der Matchwinner.

Wenigste Gegentore hin oder her, für die FuWo-Redaktion ist Ali Aydin der „Mann des Tages“.

Von Julian Graeber

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