11.07.2015

Alles beginnt mit vier Spielern …

Die Reserve des FC Hertha 03 beweist Teamgeist und kehrt in die Kreisliga A zurück

Foto: Verein

Als neuer Trainer des FC Hertha 03 II stand Andreas Horn vor drei Jahren vor dem Nichts: „Es waren nur noch vier Spieler da.“ Nach dem Abstieg aus der Kreisliga A war die Mannschaft im Frühsommer 2012 auseinandergefallen. Nun aber, nach zweimal Platz 6 in 2013 und 2014, feierte die neue Mannschaft in der Kreisliga B (5. Abteilung) die Meisterschaft und die überraschende Rückkehr in die Kreisliga A. „Dass es so kommen würde, war vor einem Jahr nicht absehbar“, sagt Horn. Aber dann erwies sich, dass in der alten Fußball-Weisheit „Elf Freunde müsst ihr sein“ oder neudeutsch „Die Mannschaft ist der Star“ weiterhin viel Wahrheit steckt. „Alle haben ihr Ego zurückgestellt.“ 

Dabei war vor der abgelaufenen Saison die Situation ähnlich wie beim ersten Neuaufbau unter Horn. Im Sonderheft der Fußball-Woche war vor Jahresfrist „von einem Umbruch“ die Rede. Schließlich mussten zwölf Neuzugänge integriert werden. Doch die „Neuen“ harmonierten überraschend gut mit den verbliebenen Akteuren. „Dabei hatten einige Neuzugänge noch nie im Verein gespielt“, betont Horn. Doch um die Stützen Ambree, Falk und Schoch herum baute sich eine echte Mannschaft auf. Heimliche „Stars“ gab es nicht, der junge Torjäger Breternitz (20 Treffer) bildete da keine Ausnahme.


Die Truppe marschierte souverän durch die Saison, wurde Herbstmeister vor BW Friedrichshain und BJK Berlin. Zwischendurch gab es aber eine Schwächeperiode, die Trainer Horn so erklärt: „Ich war zwei Monate krank.“ Ohne die Führung durch den 58-Jährigen schwächelte die Elf. Das hatte aber auch sein Gutes, denn man plötzlich waren die Zehlendorfer nicht mehr der gejagte Tabellenführer. Erst am 28. Spieltag eroberte Hertha 03 II durch das 4:0 über Berolina Stralau II erneut die Tabellenspitze und ging schließlich mit zwei Punkten Vorsprung als Meister durchs Ziel.  

Zwei starke Torhüter

Zu den Stärken der Mannschaft gehörte vor allem die Abwehr. Sie kassierte nur 28 Gegentore und damit die wenigsten aller Konkurrenten. Dazu trugen die beiden Torhüter Kramer und Letellier („ungewöhnlich stark für die Klasse“) maßgeblich bei. Aber die gesamte Mannschaft fühlte sich der Defensivarbeit verpflichtet, spielte diszipliniert von hinten heraus. Der Lohn: Es gab nur drei Niederlagen. Mit 0:1 beim späteren Absteiger und Tabellenletzten Stern Kaulsdorf II, gegen die ebenfalls lange abstiegsgefährdete Mannschaft des NFC Rot-Weiß II (1:2) sowie gegen Mitaufsteiger BJK Berlin (1:2). Für den Aufstieg besonderns wichtig waren dagegen die Siege gegen BJK (3:0) und BW Friedrichshain (2:1).


In der neuen Saison will sich die Zehlendorfer Reserve in der Kreisliga A stabilisieren. Die Mannschaft bleibt weitestgehend zusammen. Lediglich drei Akteure gehen, vier Neuzugängen stehen fest (Stand: 1. Juli). Auch aus der 2. A-Jugend könnte es Zuwachs geben. Freilich, sie müssen zur Mannschaft passen, die laut Horn auch außerhalb des Spiels viel gemeinsam unternimmt. 

Durch den Aufstieg wird auch der Abstand zur Oberligamannschaft um eine Liga verkürzt. Es ist nämlich kein Geheimnis, dass Spieler „von oben“ ungern in der Kreisliga B spielen. „Da liegen fußballerisch Welten zwischen“, weiß Horn. Das sollte sich nun in der Kreisliga A ein wenig bessern. Mittelfristig soll ohnehin die Bezirksliga das Ziel sein. Dort spielte Hertha 03 II schließlich schon vor einiger Zeit. Und der Unterstützung durch den Verein ist sich Horn auch sicher, nachdem nun der erste Schritt nach vorn gemacht wurde.   

Die 90 Tore für FC Hertha 03 II erzielten:

Breternitz (20), Falk (12), Thieß (11), Horn (9), Knoppik (8), Horter (6), Jahrling (5), Lenzer (5), Ayashi (2), Mattuschka (2), Peilert (2), Wohlleben (2), Benedikt, Ernst, Gödecke, Gräf, Günzel und Hennecke. 

Von Manuel Fernandes

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