01.10.2014

Akyols sehenswerter Heber

Diese Begegnung zweier Tabellennachbarn im Wettbewerb um die oberen Plätze wurde vom Spielniveau nicht ganz den Erwartungen gerecht. Nach früher Führung der Blau-Weißen hätte es durchaus bei zielorientierterem Offensivspiel einen weiteren Treffer für die Gastgeber schon in der ersten Hälfte geben können. Die Gäste fingen sich jedoch und kamen im Verlauf mit der stabilen Abwehr der Herthaner etwas besser zurecht. Die Niederlage mit drei Gegentoren fiel am Ende etwas zu hoch aus.

Der Passgenauigkeit und der oft größeren Handlungsschnelligkeit Herthas hatten die Hannoveraner erst einmal wenig entgegenzusetzen. Wenn die „96er“ im Vorwärtsgang mal vielversprechend unterwegs waren, standen sie entweder im Abseits oder waren zu ängstlich und spielten den Ball lieber wieder zur eigenen Abwehr. Die Ausnahme blieb der sehr robuste Epale, der der Hertha-Deckung Probleme bereitete. Zum behäbigen Spielaufbau kamen dann noch meist bedauernswert schlechte Standards. Nach der Pause begann eine kurze, aber stürmische Phase der Gäste. Besonders Wauker auf der rechten Seite konnte mit energischen Flankenläufen gefallen. Aber der zweite Treffer der Gastgeber brachte schon die Vorentscheidung.

96-Trainer Christoph Dabrowski fand es kläglich, dass sein Team nach dem Ausraster von Herthas Schultz und dessen Hinausstellung aus der numerischen Überlegenheit kein Kapital schlagen konnte: „Der defensiv sehr gute stehende Gegner lauerte geschickt auf Konter. Wenn dann individuelle Fehler wie beim zweiten Tor passieren, kommt man gegen eine Mannschaft, die jedes Jahr Deutscher Meister werden will, auch mit einem Mann mehr nicht zum Zuge.“ Herthas Enes Akyol sagte zu seinem Traumtor: „Einstudiert war das nicht. Aber warum soll man solche Heber nur im Fernsehen sehen können?“

Hertha BSC – Hannover 96 3:0 (1:0)

HERTHA: Schaffran – Dingas, Egerer, Ernesto, Schwarz – Friede (60. Maier), Covic (78. Glen) – Kyeremeh (41. Neuwald), Schultz-Fademrecht, Akyol – Zografakis (66. Selman).
HANNOVER: Sündermann – Wauker (68. Friedrich), König (72. Demir), Springfeld, Ritzka – Marusenko – Müller, Riegel (51. Sen), Maina (62. Mboob) – Epale, Bircan.
SR: Köber (Bühlau) – Z.: 131.
TORE: 1:0 (07.) Zografakis, schaltet nach Ballverlust der Gäste am schnellsten; 2:0 (53.) Egerer, im Fünfmeterraum ungestört volley; 3:0 (76.) Akyol, sehenswerter 40-Meter-Heber.
GELBE KARTEN: Akyol, Friede - Wauker, Bircan.
ROTE KARTE: 58. Schultz-Fademrecht (U).
BESTE SPIELER: Friede, Ernesto, Akyol, Dingas – Epale, Marusenko, König, Wauker.

Von Frank Toebs

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