14.10.2013

Adam soll Wannsee retten

Das punktlose Schlusslicht hat den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben

Nach sieben Spielen, null Punkten und einem Torverhältnis von 5:31 war in Wannsee Schluss für Trainer Julian König. Am vorvergangenen Dienstag trennte sich die FV Wannsee vom erfolglosen Trainer und zog damit die Konsequenzen aus dem katastrophalen Saisonstart.

Dass die Misere nicht allein der Mann an der Seitenlinie zu verantworten hatte, sondern dass das Spielermaterial nach vielen Abgängen im Sommer insgesamt nicht bezirksligatauglich ist, weiß freilich auch der Vorstand des Tabellenletzten. „Die Situation ist sicher sehr schwierig. Wir haben jedoch gemerkt, dass König nicht der richtige Trainer für diese Mannschaft war“, erklärt Geschäftsführer Günter Magerl die Überlegungen des Vorstands und hat die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben. „Wenn wir bis zur Winterpause ein paar Punkte holen, können wir uns mit einigen Verstärkungen vielleicht noch retten.“

Diese schwierige Aufgabe haben die Wannseer nun Rainer Adam anvertraut, der König auf der Bank der FV nachfolgt. Adams Debüt fiel mit einem 0:4 in Rehberge ergebnistechnisch zwar auch nicht besonders positiv aus, sowohl Adam als auch Magerl wollen jedoch kleine Fortschritte erkannt haben. „Ich habe vorher nur ein Mal mit der Mannschaft trainiert, wir haben aber ganz gut mitgespielt“, sagt Adam und erhält Unterstützung vom Geschäftsführer: „Der neue Trainer redet sehr viel mit den Spielern und ich habe bei der Trainingsbeteiligung und im Spiel Fortschritte gesehen.“

Ob diese allerdings kurz- bzw. mittelfristig für Punkte reichen, steht in den Sternen. Die restlichen sieben Spiele bis zur Winterpause muss Adam mit den Spielern auskommen, die nach den massiven Abgängen im Sommer größtenteils aus der zweiten Mannschaft kamen. Während der neue Coach einigen Akteuren wie den Fischer-Brüdern Niclas und Marc, Berezowski, Breternitz und Stach durchaus Bezirksligapotenzial attestiert, habe vor allem die Defensive eklatante Defizite. Zudem fehlten bei zahlreichen Akteuren die taktischen Grundlagen. „Viele haben noch nie eine Viererkette gespielt und kennen keine richtigen Laufwege. Ich muss hier beim Fußball-Einmaleins anfangen und System ins Spiel bringen“, sagt Adam.

Die Aufgabe geht der Übungsleiter, der gerade seinen Trainerschein macht, dennoch sehr zuversichtlich an. Der Klassenerhalt sei bei nur acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer durchaus noch möglich, ist sich Adam sicher. „Es sind noch 21 Punkte bis zur Winterpause zu vergeben. Wenn wir bis zum Ende der Hinrunde zwölf Punkte holen, sind wir sehr zufrieden.“ Dass schon zwölf Punkte aus sieben Spielen beinahe einem Wunder gleichen würden, zeigt ein einfacher Blick auf die Tabelle. Zweckoptimismus oder berechtigte Hoffnung, fest steht, dass die FV schleunigst punkten muss.

Das durch das frühe Pokalaus entstandene spielfrei Wochenende kommt den Wannseern dabei sehr gelegen. In der Winterpause soll dann auch personell nachgelegt werden. Einige Spieler seien schon im Training, sind aber erst zur Rückrunde spielberechtigt. Als dringlichste Aufgabe sieht es Adam an, bei den durch die vielen Niederlagen verunsicherten Spielern neues Selbstvertrauen aufzubauen. „Wir brauchen dringend ein Erfolgserlebnis“, ist sich der 38-Jährige sicher. Wenn das mal reicht.

Von Julian Graeber

.

Kommentieren