Nikos Zografakis (hier beim 1:0 gegen RB Leipzig) steht mit Hertha BSC unangefochten an der Spitze der Tabelle. Foto: JouLux
Dienstag, 12.11.2013, 15:18 Uhr

C-Junioren von Hertha BSC setzen Maßstäbe, die ihresgleichen suchen

Der „goldene Jahrgang“

Unangefochten thront die Hertha-C-Jugend an der Tabellenspitze der Talenteliga. Sieben Siege in sieben Spielen, 40:0 Tore – das ist ihre atemberaubende Bilanz. Innerhalb des Vereins spricht man von einer hervorragenden Generation.

Den Namen Nikos Zografakis sollte man sich schon mal merken. Genauso wie Florian Baak. Oder Arne Maier. Tanzu Ernesto könnte man sich ebenfalls bereits einprägen. Es werden zwar noch drei bis fünf Jahre ins Land ziehen, doch unwahrscheinlich ist es nicht, dass diese Spieler dann in der Bundesliga auftauchen werden. Noch sind Zografakis, Baak, Maier und Ernesto eher unbekannt, denn sie spielen bei den C-Junioren von Hertha BSC, der U15 des Hauptstadtklubs.

Null Gegentore in sieben Spielen

Diese Mannschaft gilt innerhalb des Vereins aber als „goldener Jahrgang“. Die Tabelle der Talenteliga Mitteldeutschland – dies entspricht der Regionalliga, also der höchsten Spielklasse – bekräftigt diese Einschätzung. Denn dort setzen die C-Junioren von Hertha Maßstäbe. Mit sieben Siegen aus den ersten sieben Spielen thronen sie souverän an der Spitze. 40 Tore hat die Mannschaft der beiden Trainer Pal Dardai und Admir Hamzagic bereits erzielt – das macht im Schnitt 5,7 pro Spiel. Noch beeindruckender: Die Herthaner haben bislang noch nicht einen Gegentreffer kassiert.

„Uns war schon länger klar, dass dieser Jahrgang ein besonders guter ist“, sagt Hamzagic. So sind Zografakis (offensives Mittelfeld), Baak (Innenverteidiger), Maier (Mittelfeld) und Ernesto (Innenverteidiger) bereits Junioren-Nationalspieler, etliche andere aus der Mannschaft auf dem Sprung dorthin.

Niemand Geringeren als Real Madrid besiegt

Dass bei Hertha eine hervorragende Generation im Anmarsch ist, war etwa auch unlängst bei einem internationalen Turnier in England zu sehen. Die Konkurrenz las sich nicht schlecht, nahmen doch Vereine wie Manchester City oder Newcastle United an dem Wettbewerb teil. Das scherte die Hertha-Bubis jedoch wenig, sie marschierten mir-nichts-dir-nichts durch den Wettkampf und schlugen im Finale niemand Geringeren als die Vertretung von Real Madrid.

Viermal die Woche trainieren die C-Junioren von Hertha bereits. Das ist aber noch nicht alles. Gleich elf Spieler der Mannschaft sind Schüler der Poelchau-Oberschule, einer Eliteschule des Sports. Dort kicken sie zusätzlich dreimal wöchentlich. Fußball, Fußball, Fußball – sonst nichts. Herthas Teenager des Jahrgangs 1999/2000 ordnen ihrem Profitraum fast alles unter.

„Schaffen es ein bis zwei zum Profi, ist das eine gute Quote“

„Das Potenzial ist bei vielen vorhanden“, sagt Hamzagic, der aber gleichzeitig versucht, die hohen Erwartungen etwas einzudämpfen. „Wenn es aus diesem Jahrgang schließlich ein bis zwei Spieler zum Profifußballer schaffen, ist das schon eine sehr gute Quote.“ Neben Talent spielen eben andere Faktoren noch eine Rolle.

Gespannt sein darf man auf den Werdegang der Hertha-C-Jugend aber gewiss. Wenn man überlegt, dass die aktuellen A- und B-Junioren in den vergangenen Jahren stets um die Deutsche Meisterschaft gespielt haben, mag man sich gar nicht vorstellen, was dieser „goldene Jahrgang“ noch alles gewinnen wird.

Von Andreas Krühler

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