23.07.2014

Tore am Fließband – vorne und hinten

SG Eichkamp-Rupenhorn: Mit starkem Sturm und schwacher Abwehr zurück in die Kreisliga A

Der Aufstieg der SG Eichkamp-Rupenhorn war programmiert: Schon in der Kreisliga C war die Mannschaft eine Klasse für sich. Und das setzte sich dann in der Kreisliga B fort mit dem fast schon erwarteten Ergebnis: Aufstieg. Der Erfolg hat einen Namen: Nico Roggenbuck. Der Trainer bekam die Mannschaft, mit der andere vorher nicht zurechtgekommen waren, in den Griff. Das führte zu den zwei Aufstiegen.

Dabei war die Offensive das Prunkstück in den beiden Aufstiegsjahren. Und zwar in Verbindung mit einem Namen: Marcel Flentje. Der junge Mann schoss in der Kreisliga C 61 Treffer, in der Kreisliga B waren es „nur“ 54. Flentje passte natürlich ideal zur stets mit hohem Tempo spielenden Offensivabteilung der Charlottenburger. Mitunter war er einfach auch mal zu schnell unterwegs – es gab ein paar als ungerecht empfundene Abseitspfiffe gegen ihn, weil in der Kreisliga B eben der Linienrichter fehlt. Aber die gesamte Mannschaft arbeitete gut nach vorne.

Defensiv sah es nicht ganz so gut aus. Mit 78 Gegentoren verfügte man über die sechstschlechteste Abwehr. Aber umgekehrt: 151 Treffer muss man erst mal schießen. Die Tordifferenz von 73 spricht Bände. Letztlich war's eine Saison nach Maß: Am ersten Spieltag eroberte die Elf die Tabellenspitzer, büßte sie wieder ein, holte sie sich am vierten Tag zurück. Am achten Spieltag fiel man dann auf Platz drei zurück, die schlechteste Platzierung in der Saison. Vom zehnten Spieltag an waren die Charlottenburger dann ununterbrochen Tabellenführer. Und noch erstaunlicher: ihre Konstanz. In der Hinrunde fuhr die Mannschaft als Herbstmeister mit 37 Punkten mehr als die halbe Ernte ein. In der Rückrunde waren es in der sehr ausgeglichenen sechsten Abteilung dann nur noch 27 Zähler (Platz sieben).

Und hier kam es auch zu einem denkwürdigen Spiel: Obwohl durch ein 1:6 in der Hinrunde ausreichend gewarnt, setzte es am 24. Spieltag gegen den BFC Preussen II ein 1:15-Debakel. Der Trainer erklärt die Niederlage einfach: „Wir hatten zu viele Verletzte und auch Urlauber. Das schlug bei unserem kleinen Kader negativ zu Buche.“ Der 32-Jährige erlebte das Fiasko sozusagen „hautnah“ mit. Angesichts der Personalmisere musste er selbst spielen. Doch auch diese Niederlage wurde weggesteckt, die Verunsicherung legte sich, der Aufstieg war nie gefährdet. Auch das teilweise undisziplinierte Auftreten beim Hallenturnier warf die Mannschaft nicht aus der Bahn.

In der Kreisliga A sieht es sportlich ganz anders aus. Flentje zieht es nach Staaken, weitere vier Akteure verlassen den Kader. Bei Eichkamp-Rupenhorn gibt es halt kein Geld. Und so „bastelt“ Roggenbuck an der Umformierung der Mannschaft. Am Wochenende nahm man in Testspielen die Vorbereitung auf die neue Saison in Angriff. Es wird kein Zuckerschlecken. Der Trainer ist stellt fest: „Wir haben definitiv nicht vor, noch einmal aufzusteigen.“ So peilt er etwa Platz zehn an. Er hofft, dass er erneut einen guten Kader zusammenbekommt, ein bisschen größer als in der letzten Saison villeicht. Die Spielweise wird ohne den großen Torjäger gewiss anders aussehen, vor allem die Defensive müsste gestärkt werden.

Ein Meisterporträt der SG Eichkamp-Rupenhorn wäre unvollständig ohne Paul Grünig. Er ist die Seele des Vereins, organisiert sehr vieles bis hin zum Liveticker über fussball.de bei den Spielen. Dass er nebenbei auch noch die Hallenturniere der Kreisliga B (hier ist er Klassensprecher) und Kreisliga C (aus alter Verbundenheit) mitorganisierte, gehört in das Bild einer Persönlichkeit, die ganz im Fußball aufgeht.

Die 151 Tore für Eichkamp-Rupenhorn …

… erzielten Flentje 54, Fehlberg 20, Bauman 15, Fabian Born 8, Bredlau 8, Harzheim 6, Berlinghieri 5, Bernau 4, Kupczyk 4, Aljban Feta 3, Jacob 3,Martin 3, Branig 2, Halit Feta 2, Müller 2, Ünsal 2, Alexander Born 1, Joannidis 1, sechs Treffer am Grünen Tisch und zwei Eigentore.

Von Manuel Fernandes

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