09.06.2012

Lilli-Henoch-Sportplatz

Junger Platz mitten in der Stadt- Die Heimstätte des BSV Al-Dersimspor wird im August zehn Jahre alt.

Der Lilli-Henoch-Sportplatz am Anhalter Bahnhof gehört zu jüngsten Plätzen Berlins. Die heutige Heimspielstätte des BSV Al-Dersimspor wurde im August 2002 auf dem Gelände einer ehemaligen Parkanlage eröffnet und zunächst vom BSV Al-Spor genutzt, der im Jahre 2004 mit dem FC Dersimspor vom Columbiadamm fusionierte. Weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus wurde die knapp 1.500 Zuschauer fassende Anlage durch die Frauen des BSV Al-Dersimspor, die bis zum Aufstieg in die Regionalliga im Jahr 2011 hier ihre Heimspiele ausgetragen haben und im Sommer Mitinitiatoren des Kultur- und Fußballspektakels „Discover Football“ sind. Zu diesem Turnier reisen jedes Jahr Frauenmannschaften aus aller Welt an, die in ihren Heimatländern Ignoranz und mitunter sogar großen Anfeindungen ausgesetzt sind.

Der Platz ist benannt nach der jüdischen Leichtathletin und Turnlehrerin Lilli Henoch, die in den 20er Jahren zehn deutsche Meisterschaften gewann und vier Weltrekorde aufstellte. Zusammen mit ihrer Mutter wurde Lilli Henoch im September 1942 von den Nazis ermordert.

Anfahrt

Kaum ein Sportplatz in Berlin ist so gut an das Verkehrsnetz angebunden wie der Lilli-Henoch-Platz. Der S-Bahnhof Anhalter Bahnhof (S 1, S 2, S 25) liegt direkt am Eingang des Platzes, zudem hält der Bus M 29 direkt am Stadion. Die Parkplatzsituation hingegen ist eher schwierig.

Wertung: 4 Bälle

Preise

Mit fünf Euro liegt der BSV Al-Dersimspor im Landesliga-Schnitt. Für Rentner, Schüler und Studenten gibt es einen ermäßigten Preis für 3,50 Euro.

Wertung: 3 Bälle

Casino

Nein, ein Casino gibt es nicht am Lilli-Henoch-Sportplatz. Bei der Konzeption des Platzes auf engstem Raum war hierfür schlichtweg kein Platz mehr.

Wertung: Keine Wertung

Getränke/Imbiss

An den Wochenenden und unter der Woche von 16 bis 18 Uhr ist ein kleiner Imbisswagen geöffnet. Hier gibt es leckere türkische Snacks wie Sucuk (3 Euro), Köfte (3 Euro) und Geflügelwiener (1 Euro) sowie Pommes, kleine Süßigkeiten und Getränke aller Art: Als Bier wird Becks aus der Flasche gereicht, zudem gibt es Kaffee und Tee sowie die üblichen Limonaden zu fairen Preisen. Bei gutem Wetter finden auf den Bänken vor dem Imbisswagen bis zu 40 Personen Platz.

Wertung: 4 Bälle

Komfort

Die jeweils drei Stehtraversen auf beiden Seiten des Kunstrasenplatzes sind äußerst steil geraten, garantieren dafür aber gute Sicht. Bei trockenem Wetter kann man hier auch gut sitzen, eine Überdachung gibt es nicht.

Wertung: 2 Bälle

Sanitäre Anlagen

Sanitäre Anlagen sowie ein Kabinentrakt liegen nicht direkt am Platz. Die Umkleidekabinen befinden sich einige Meter Fußweg entfernt in der Fanny-Hansel-Grundschule, Toiletten kamen in einem kleinen Container erst im Jahre 2004 hinzu. Für Männer stehen sechs Pissoirs auf allerengstem Raum zur Verfügung sowie ein WC, für die Damen ein weiteres WC. Die Sauberkeit entspricht leider nicht dem Standard anderer Berliner Sportanlagen – eine behindertengerechte Toilette gibt es ebenfalls nicht.

Wertung: 1 Ball

Kids/Familie

Die Sportanlage am Anhalter Bahnhof ist eine reine Funktionsanlage ohne Laufbahn, Sandkästen oder Sonstiges. Lediglich hinter der Geraden gegenüber der Trainerbänke existiert ein schmaler Grünstreifen. Auch den jüngsten Zuschauern bleibt nichts anderes übrig: Sie müssen Fußball gucken.

Wertung: 2 Bälle

Allgemeine Atmosphäre

Der Platz ist äußerst eng und es kann durchaus laut werden am Anhalter Bahnhof. Die Anhänger des BSV Al-Dersimspor sorgen immer wieder für eine Atmosphäre, die es den Gegnern nicht leicht macht.

Wertung: 4 Bälle

Sportlicher Reiz

Noch ist das letzte Wort im Kampf um den Aufstieg zur Berlin-Liga noch nicht gesprochen: Da in der Landesliga in beiden Abteilungen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch Platz zwei zum Aufstieg reicht, liegt die Männermannschaft des BSV Al-Dersimspor noch aussichtsreich im Rennen.

Wertung: 3 Bälle

Sechs Bälle: besser geht es kaum — Fünf Bälle: hervorragend — Vier Bälle: guter Durchschnitt — Drei Bälle: ausreichend — Zwei Bälle: ganz schön dürftig — Ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

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