03.07.2014

Ein Kapitäns-Frühstück als Erfolgsrezept

Vom 6. Spieltag an gibt NSF Gropiusstadt die Tabellenführung nicht mehr aus der Hand

Mit dem NSF Gropiusstadt setzte sich eine Mannschaft in der 3. Abteilung der Kreisliga B durch, die zumindest auf den ersten Blick eine Traumsaison spielte. Ab dem 6. Spieltag gab das Team von Trainer Ekrem Kitay den Platz an der Sonne nicht mehr ab. Doch im Verlauf der Saison hatten die Neuköllner so manche Klippe zu umschiffen. Kitay erinnert sich: „Es fing schon damit an, dass der Kader zu Beginn der Saison noch gar nicht vollzählig war. Beim Training waren wir oft nur zehn oder zwölf Mann und zudem fehlte auch unser Torwart.“

Mit Dennis Schmal sprang ein gelernter Stürmer ein und rettete zum Saisonauftakt gegen den Mitfavoriten Deportivo Latino zumindest einen Punkt. Für Kitay war dieser Punkt der Beginn einer Erfolgsgeschichte, denn die Mannschaft bewies gleich zum Auftakt Kampfgeist: „Wie die Mannschaft sich trotz eines Rückstands noch zum Punkt gekämpft hat, war für mich wegweisend und hat gezeigt, dass unsere Mannschaft Charakter hat.“ Was folgte, waren acht teilweise deutliche Siege hintereinander und die Übernahme der Tabellenführung.

Die im Laufe der Zeit komplette Mannschaft war inzwischen zu einer echten Einheit gewachsen, was sich nicht nur auf, sondern noch mehr auch neben dem Platz zeigte. Vor jedem Spieltag traf sie sich rund um den umtriebigen Kapitän Siegfried Beeskow zu einem gemeinsamen Frühstück oder außerhalb der Spiele auch zu privaten Unternehmungen. Das uralte Fußballmotto „Elf Freunde müsst ihr sein“ wurde bei NSF perfekt umgesetzt. Auch langzeitverletzte Spieler, von denen es in der Saison mehrere zu beklagen gab, waren weiterhin Teil des Teams und unterstützten die Mannschaft dann eben vom Spielfeldrand aus. Angesichts teilweise weiter Anfahrtswege zu den Auswärtsspielen wie zum Beispiel nach Hohen Neuendorf ist dies durchaus bemerkenswert.

Aber mit weiten Wegen kannte man sich bei NSF Gropiusstadt ohnehin ganz gut aus. Durch die verzögerten Umbauten des Trainingsplatzes an der Lipschitzallee mussten Kitay und seine Spieler lange Anfahrten in Kauf nehmen, um überhaupt trainieren zu können. So musste man für eine gewisse Zeit sogar nach Schönefeld ins Brandenburgische ausweichen. Die mangelhafte Sportstättensituation in der Stadt machte es nötig. „Das haben die Jungs mit Bravour gemeistert und sich auch davon nicht die Motivation nehmen lassen. Wenn man bedenkt, dass ich im Training ja nicht zimperlicher bin, nur weil wir eine weite Anfahrt hatten, habe ich noch größeren Respekt vor der Moral der Truppe“, sagt Kitay.

Dennoch geriet der Siegeszug der Neuköllner gegen Mitte der Rückrunde etwas ins Stottern. Nach der äußerst unglücklichen Heimniederlage gegen Deportivo Latino fürchtete der Coach schon das Schlimmste und sah die Konkurrenten an seiner Elf vorbeiziehen, zumal inzwischen einige aufstiegswillige zweite Mannschaften mit ihren teilweise besseren Möglichkeiten aufgerückt waren. Doch direkt nach dem Rückschlag folgte das, was Kitay als den Knackpunkt der Saison bezeichnet. Gegen die starke und ambitionierte Mannschaft des Nordberliner SC II gab es einen überzeugenden 3:1-Sieg, mit dem viel Sicherheit zurückkehrte. Zweifacher Torschütze war jener Dennis Schmal, der zum Saisonauftakt noch das Tor gehütet hatte. Mit insgesamt 21 Treffern bewies er, dass er nicht nur sehr gut Tore verhindern, sondern vielleicht noch besser welche erzielen kann.

Schmal sprang damit quasi für Chris Hartmann ein, der in der Hinrunde noch für zahlreiche Treffer gut war, ehe ihn eine Verletzung etwas aus dem Tritt brachte. Kein Problem bei NSF, wie Kitay betont: „Immer wenn bei uns jemand ausgefallen ist, gab es einen anderen Spieler, der die jeweilige Rolle perfekt ausgefüllt hat. Deshalb kann ich auch gar keinen Spieler speziell hervorheben, denn bei uns hat wirklich jeder im Kader und auch im Betreuerstab seinen Beitrag zum Erfolg geleistet.“ In der Kreisliga A bleibt die NSF-Mannschaft komplett zusammen. Als erstes neues Ziel sieht Kitay die Akklimatisierung in der neuen Liga: „Wir müssen uns schnell dem höheren Niveau anpassen, Das aber wird schwierig genug.“

Die 118 Tore für NSF Gropiusstadt …

… erzielten Chris Hartmann (28), Dennis Schmal (21), Aytac Kitay (18), Ersin Aslan (16), Youssef Moussa (5), Halil Aslan (4), Siegfried Beeskow, Lutuf Dinc, Sebastian Elsner, Saleh Moussa, Mohammed-Ali Salman (je 3), Rachid Ajjawe, Manuel Haak, Sezer Iset (je 2), Daniel Walter, Marvin Belling, Erkan Civil, Ekrem Kitay, Dennis Nickel (je 1).

Von Denis Roters

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