03.07.2014

Der zweite Coup in Folge

Spielertrainer Christoph Schwemmer zimmerte mit Union 06 II ein Erfolgsteam

Foto: Verein

Der Herbstmeister wurde auch Meister. Soweit nicht ungewöhnlich. Aber Union 06 II war gerade erst in die Kreisliga B aufgestiegen. Mit dem zweiten Aufstieg nacheinander steht die Mannschaft nun in der Kreisliga A. Dahin geführt hat sie Christoph Schwemmer. Der gelernte Tischler „zimmerte“ sich eine gute Mannschaft zurück. Und nun, wo er für das Lehramt als Grundschullehrer studiert, kann er auch seine pädagogischen Fähigkeiten einsetzen. Das ist gar nicht so einfach. Denn der 30-Jährige ist nicht nur Coach, sondern auch Spieler. Und Spielertrainer müssen ja immer doppeltes Vorbild sein.

In den Kreisligen C und B klappte das. Ob es in der Kreisliga A noch so sein wird, ist ungewiss. „Wir sprechen mit dem Vorstand.“ Die Logik spräche dafür, dass es zu einer externen Lösung kommt. „Ich wäre lieber nur noch Spieler“, meint Schwemmer. Denn auch er weiß: „Die Kreisliga A ist ein anderes Kaliber.“ Dennoch bekennt er sich zu seiner Truppe: „Wenn kein Geld für einen Coach da ist, mache ich aber weiter.“

An der lobt er vor allem eines: Leidenschaft. Die resultierte natürlich aus dem Erfolg, der zusammenschweißte. Aber die Moabiter zeigten vor allem in schwierigen Situationen, was in ihnen steckte. Das war in der Schwächephase zu Beginn der Rückrunde zu konstatieren: In der Finalrunde des Hallenturnieres belegte man nur den sechsten und letzten Platz. Und im 2. Spiel unterlag man Stern Kaulsdorf II mit 2:3. Ein paar Spieltage später folgte eine 2:4-Niederlage im Poststadion-Derby gegen den ASV. Anschließend unterlag man Borussia Pankow mit 1:3 und büßte erstmals seit dem 11. Spieltag die Tabellenführung nach neun Spieltagen an der Spitze ein. Es folgte eine 1:3-Niederlage beim BSV Oranke. Doch dann sorgten fünf Siege in Folge bis zum Saisonschluss für Aufstieg und Meisterschaft. Die beiden letzten Saisonspiele (2:1 gegen Rixdorfer SV und 1:0 bei VfB/E. zu Pankow) waren zwar eng, zeigten aber exemplarisch die Stärke der Unioner.

Variabilität des Angriffsspiels

Und die lag eindeutig im Zusammenspiel zwischen Defensive und Offensive. Ein besonderer Beleg dafür war Johannes Riege. Er erzielte als Verteidiger bei Standards und auch sonst immer wieder vorstoßend sieben Tore. Schwemmer hielt ihm als Libero dabei den Rücken frei, sorgte aber mit seinen langen Pässen und Flügelwechseln immer wieder für überraschende Offensivmomente. Hier war die größte Stärke die Variabilität des Angriffsspiels. Bester Torjäger mit 15 der 97 Tore war Thomas Schilske. Doch auch Deniz Sarac, Yunus Kücükoglu (beide 10) oder Eckardt Flägel (9) waren sehr erfolgreich. Schwemmer trug „nur“ sieben Tore bei. Aber es waren entscheidende – und jeweils gegen den Aufstiegsmitkonkurrenten VfB/E. zu Pankow II: Zwei beim 3:2-Sieg, der die Herbstmeisterschaft brachte, und das „goldene“ mit phänomenalem Freistoß im letzten Spiel der Saison, dem 1:0 in Pankow.

In der Kreisliga A bleibt die Mannschaft zusammen. Dazu gehören beispielsweise Markus Novak, Robert Trenkler und Oskar Kuck. Ob es das eine oder andere Mal auch jemanden aus der Landesligaelf geben wird, ist offen. Schwemmer ließ in der Kreisliga B Akteure der „Ersten“ nicht unbedingt Leute des Kaders der „Zweiten“ verdrängen. „Wir werden uns in der Kreisliga A behaupten“, ist er aber sicher. Ein erneuter Aufstieg steht dagegen realistischerweise nicht auf der Tagesordnung. In einem Punkt hofft man im Poststadion aber auf mehr Konstanz: Zum Aufstieg benötigte man fünf Torhüter. Zuletzt stand Jakob Sobczyk im Kasten und machte seine Sache sehr gut.

Die 97 Tore für Union 06 II erzielten …

… Schiklske (15), Kücükoglu (10), Sarac (10), Flägel (9), Beier (7), Riege (7), Schwemmer (7), Cassol (5), Trenkler (5), Dillinger (4), Kuck (3), Heger (3), Karadavut (2), Schattenhofer (2), Schneider (2), Verheyen (2), Ekinci, Nest, Wiedmann, Wietzorrek.

Von Manuel Fernandes

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