17.02.2018

Blau-Weiß siegt im Derby

In dieser Woche vor 40 Jahren

Die Berliner Oberliga hatte im Schatten der Bundesliga und der 2. Liga Nord einen schweren Stand. Nur 666 Zuschauer verfolgten am 20. Spieltag bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und starken Schneefällen die acht Begegnungen. Die wenigen Getreuen sahen dennoch großartigen Sport – und so manche Überraschung. 

Für eine Sensation sorgte Blau-Weiß 90 im Mariendorfer Derby gegen Viktoria 89. Die bislang nur einmal erfolgreichen Blau-Weißen siegten vor 123 zahlenden Besuchern mit 5:1 (1:1). Die Führung von Holtz glich Groneberg drei Minuten vor dem Pausenpfiff für Blau-Weiß aus. Nach dem Wechsel spielte sich der Tabellenletzte in einen Rausch und kam durch Treffer von Duchstein (2), Proetel sowie einem Eigentor von Brandt noch zu einem in dieser Höhe nie erwarteten Erfolg. Bester Akteur auf dem Platz war Mittelfeldspieler Ivangean vom Sieger. Dennoch behielt Blau-Weiß 90 mit 6:34 Punkten die Rote Laterne.


Auch der Tabellenvorletzte NFC Rot-Weiß verbuchte beim 1:1 (0:0) gegen Rapide Wedding einen Zähler. Die Führung durch Rüppel (49.) glich Erdmann neun Minuten später aus. Kaum zu glauben, aber wahr: Der junge Neuköllner Stürmer erzielte bereits seinen 15. Saisontreffer in dieser Begegnung und lag zusammen mit Liedtke (Wacker 04) und Schulze (BFC Preussen) an der Spitze der Oberliga-Torjäger. Durch die Punktgewinne rückten NFC Rot-Weiß (7:31 Zähler) und Blau-Weiß 90 dem BSV 92 dicht auf den Pelz. Die Schmargendorfer unterlagen gegen Union 06 mit 1:2 (1:1) und waren mit 9:31 Punkten ebenfalls in akuter Abstiegsgefahr. Den Siegtreffer für Union 06 erzielte Stark mit einem sehenswerten Schlenzer kurz vor dem Abpfiff.

Tabellenführer Wacker 04 verteidigte vor 112 Zuschauern den Platz an der Sonne durch einen 3:2 (2:2)-Erfolg über den Spandauer BC. Die beiden Torjäger vom Dienst – Liedtke für Wacker 04 und Pagel für die Spandauer – erzielten jeweils zwei Treffer, das Siegtor ging auf das Konto von Knodel, der nach einem Solo von Racine vollendete.
Dem Zweitligaabsteiger (36:4 Punkte) im Nacken saß der BFC Preussen, der drei Zähler dahinter auf Rang zwei lag. Die Lankwitzer feierten beim 7:0 (3:0) über die Reinickendorfer Füchse den höchsten Tagessieg. Göers (3), Schulze (2), Wohlfahrt und Eisermann erzielten vor 99 Besuchern die Tore für die Preußen, bei denen Abteilungsleiter Siegfried Kuntze anstelle des einige Tage zuvor zurückgetretenen Hans-Günther Schimmöller als Coach fungierte. Der einstige Hertha-Profi Schimmöller hatte bei einer Abstimmung über seine Zukunft bei den Preussen angeblich nur zwei von 17 Spielern hinter sich. Das war übrigens schon die sechste Trainerentlassung in der Oberliga in der laufenden Saison.
Hinter den Erwartungen zurück blieb nicht nur an diesem Tage der Spandauer SV. Der Zweitligaabsteiger musste sich gegen die Amateure von Hertha BSC mit einem 1:1 (1:1)-Unentschieden begnügen. Vor der „Rekordkulisse“ von 135 Zahlenden sorgte Schulz mit einem Eigentor für die Führung der Havelstädter, die Toppel noch vor der Pause ausglich. Bei 28:12 Punkten konnten sich die Spandauer nur noch Hoffnung auf den 2. Tabellenplatz am Saisonende machen. Der war keineswegs unwichtig, denn es hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass Wacker 04 im Falle der Meisterschaft auf die Teilnahme an der Aufstiegsrunde verzichten würde. 

Punktgleich mit den Youngstern von Hertha BSC rangierten auch die Amateure von Tennis Borussia im Mittelfeld der Tabelle. Beim 2:1 (0:1)-Erfolg über Hellas Nordwest trafen Vandersee für die Gäste sowie Bruckhoff und Fitzek für die Borussen. Die auch bei den Profis mitunter mitspielenden Bruckhoff und Zimmer fielen kaum auf. Ganz anders die Torsteher beider Mannschaften. Sowohl Maras (TeBe) als auch Matt­hies (Hellas NW) gehörten zu den Besten auf dem Platz. Hertha 03 kam in einer rassigen Begegnung bei Westend 01 zu einem verdienten 1:0 (0:0)-Sieg. Tamborin erzielte den einzigen Treffer der Partie. Für Westend war es die erste Niederlage in der Rückrunde.

Von Rainer Fritzsche

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