17.10.2018

Vereine und ihre Sponsoren

Sponsoren spielen im Fußball eine zentrale Rolle, so war es immer und ist es immer noch. Besonders in Zeiten, in denen die führenden Vereine in Deutschland und im Ausland exorbitante Summen in die Hand nehmen müssen, um sich die besten Spieler dieser Welt für den eigenen Kader sichern zu können, entwickeln sich Sportvereine zu waschechten Großkonzernen, die knallharte Geschäfte führen, um in ihrer sportlicher Liga Schritt halten zu können. Da ist es nur natürlich, dass Partnerschaften mit anderen großen Firmen geschlossen werden, die beispielsweise durch das Platzieren von Werbung wiederum ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Dafür tragen sie finanziell zum Erfolg des Vereins bei.

In diesem Artikel sollen ein paar der bekanntesten, aber auch einige der weniger bekannten Kooperationen vorgestellt werden, die deutsche Vereine in verschiedenen Ligen, aber auch große Vereine anderer Länder eingegangen sind.

Großer Verein – großer Sponsor

Innerhalb Deutschlands hängt die Namhaftigkeit der Verein-Sponsoren natürlich in erster Linie von der Vereinsgröße ab – so wie natürlich auch international. In Deutschland ist der größte Verein mit den meisten Mitgliedern ohne Frage der FC Bayern München. Ein Verein wie der Rot-Weiße Riese aus Süddeutschland kann sich seine Sponsoren natürlich selbst aussuchen, es existieren sogar feste Bedingungen für ein Sponsoring von Seiten der Bayern. Das bedeutet, hier darf man sich als Unternehmen glücklich schätzen, den Verein unterstützen und ihn im Gegenzug als Werbeplattform nutzen zu dürfen.


Einer dieser Geldgeber kennt sicherlich jeder, denn sogar das Heimstadion des Vereins trägt den Firmennamen: Die Allianz Versicherung. Diese ist allerdings bei Weitem nicht der einzige Sponsor der Bayern. Weiterhin finden sich andere große Namen aus der Fußball-Sponsoring-Welt: Telekom, Adidas, Audi, Goodyear, Qatar Airways, Siemens und weitere. Bayern München teilt dabei sein Sponsoring in verschiedene Ebenen ein, wodurch auch unter den Sponsoren eine Abstufung nach Relevanz entsteht.

Sponsoring an der Trave

Natürlich ist das Sponsoring nicht nur den größten Vereinen der Bundesrepublik vorbehalten. Stattdessen finden sich Sponsorings in allen Ligen, von der ersten und zweiten Liga bis hin zu den kleinen Mannschaften unterhalb der sechsten Spielklassenebene im deutschen Liga-Fußball. Ein Beispiel in der Regionalliga Nord ist der VfB Lübeck, der Mitte der 90er und Anfang der 2000er Jahre in der zweiten Bundesliga aktiv war und 2003/2004 das DFB-Pokal-Halbfinale erreichte. Die Lübecker Hanseaten werden momentan vor allem von lokalen Unternehmen unterstützt, aber auch die AOK sowie die Sportmarke Hummel sind Sponsorenverträge mit den Lübeckern eingegangen.


Nur wenige wissen, dass der VfB früher einen starken internationalen Sponsor hatte, nämlich den Pokergiganten PokerStars. Dieser half dem Club damals finanziell wieder auf die Beine und in diesem Zusammenhang wurde auch das Stadion an der Lohmühle zum Pokerstars.de Stadion umbenannt. 2013 allerdings endete die Kooperation. Generell schauen sich immer mehr Vereine auch nach Sponsoren aus dem Unterhaltungssektor um, da ist PokerStars nicht der einzige Sponsor, der im Fußballbereich aktiv ist. Auch der MSV Duisburg in der 2. Bundesliga, Energie Cottbus in der 3. Liga und der VfR Wormatia Worms in der Regionalliga Südwest sowie viele weitere Vereine schwören auf einen Sponsor, der zum Beispiel im Bereich von Sportwetten oder im Lottogeschäft tätig ist.

Geldgeber für königlichen Fußball

International sieht es nicht anders aus. Besonders in den großen europäischen Ligen und bei Vereinen, deren Namen Fußballfans auf der ganzen Welt ein wohliges Schauern über den Rücken laufen lassen, gehören Sponsorings der weltweit größten Unternehmen als Selbstverständlichkeit zum Alltag dazu. So verbinden sich Vereine wie Real Madrid mit Firmen wie Adidas und Emirates sowie der FC Barcelona mit Nike und dem japanischen Online-Shop-Riesen Rakuten. Bei kleineren Vereinen wie dem italienischen Zweitligisten Palermo mit seinen charakteristischen rosa Trikots sowie Hellas Verona sind es hauptsächlich Sportausstatter, die die Vereine finanziell unterstützen.

Aufstieg durch Sponsoring

Man könnte meinen, den Trend herauslesen zu können, dass große Vereine und große Sponsoren fest zusammengehören und kleinere Vereine nur regionale Sponsoren bekommen. Hier gibt es allerdings Ausnahmen, denn manchmal nehmen es sich Firmen oder Mäzenen zur Aufgabe, einen kleinen Verein durch Unterstützung zu großen Erfolgen zu verhelfen. Ein erfolgreiches Beispiel ist der TSG Hoffenheim, der vor 2006 in Deutschland kaum bekannt war. Durch starke finanzielle Unterstützung, eine starke Umgestaltung des Vereins sowie beispiellose Großinvestitionen in den Spielerkader katapultierte sich der Verein allerdings innerhalb von drei Spielzeiten aus der Regionalliga in die erste Bundesliga. Heute unterstützen abgesehen von SAP weitere große Firmen wie Union Investment und Media Markt den Verein, neben weiteren regionalen Sponsoren.


Dass es noch extremer geht, zeigt das Beispiel von RB Leipzig, einem Verein, der bereits viel polarisiert hat. Der Verein wurde erst 2009 gegründet, auf Initiative des Energydring-Herstellers Red Bull, nachdem andere deutsche Vereine die weitreichenden Sponsoring Anforderungen der Firma nicht akzeptieren wollten. Nach einem spektakulären Durchmarsch bis in die erste Liga und Einkäufen von Spielern für hohe Summen konnte sich der Verein seit 2016 an der Spitze der Bundesliga etablieren. De facto kontrolliert Red Bull den Verein, da sie nicht nur Hauptsponsor sind, sondern auch viele der Vereinsmitglieder der Firma nahestehen.

Somit wird deutlich, dass die Wahl eines Sponsors beziehungsweise seine Unterstützung einen bedeutenden Einfluss nicht nur auf den Fortbestand, sondern auch direkt auf den Erfolg des Vereins haben kann. Da kann man es dann vielleicht doch verstehen, dass selbst die Spieler mittlerweile aussehen wie wandelnde Werbetafeln.

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