26.04.2018

Public Viewing im Verein: Was muss beachtet werden?

Bald ist es wieder soweit und die deutsche Fußball-Gemeinde erstrahlt in Schwarz, Rot und Gold. pixabay.com © Ganossi (CC0 Creative Commons)

Es dauert gar nicht mehr so lange bis sich die deutsche Fußball-Gemeinde wieder in ein einheitliches, strahlendes Meer aus Schwarz, Rot und Gold färbt. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland steht quasi schon fast in den Startlöchern und sorgt bereits im Vorfeld für jede Menge Aufregung. Besonders bei allen, die sich in diesem Jahr vorgenommen haben, ein Public Viewing Event zu veranstalten. Fußball-Vereine, die beispielsweise die WM-Spiele zeigen möchten, müssen sich an verschiedene Regelungen halten, wenn die Veranstaltung kommerzieller Natur ist. Um darüber aufzuklären, was es zu beachten gilt, wenn Public Viewing im Verein veranstaltet wird, sollen im Folgenden die wichtigsten Fragen geklärt werden.

Public Viewing symbolisiert Gemeinschaft

Neben der Tatsache, dass das öffentliche Zeigen von WM-Spielen zu den beliebtesten Veranstaltungen von Fußball-Fans weltweit während dieses einmonatigen Ausnahmezustandes zählt, ist es auch ein wichtiger Aspekt, dass hier in der Gemeinschaft gefeiert wird. Gemeinsam stehen die Fans, die normalerweise zahlreichen Vereinen angehören, jetzt zusammen und feuern die deutsche Nationalelf aus dem fernen Heimatland an. Denn in der Regel ist es so, dass sich nicht jeder Fußball-Liebhaber ein offizielles FIFA-Ticket leisten und vor der Ferienzeit in das Veranstaltungsland reisen kann, um die WM-Spiele der deutschen Mannschaft hautnah im Stadion zu erleben. Public Viewing bietet für viele Fans die optimale Alternative, um mit Gleichgesinnten den Sieg ausgiebig zu feiern oder – Gott behüte – die Niederlage gemeinsam zu verarbeiten. Kein Wunder also, dass viele heimische Fußball-Vereine und zahlreiche Verbände diese Zeit nutzen, um Public Viewings zu veranstalten. 

Warum lohnt es sich, Public Viewing im Verein zu organisieren?

Wird das Vereinsheim zum öffentlichen Public Viewing Veranstaltungsort mit Eintritt, muss eine FIFA-Lizenz her. pixabay.com © djedj (CC0 Creative Commons)

Ob mit gemeinnützigem Hintergrund oder basierend auf der Tatsache, dass der Verein ein bisschen Geld in die Vereinskasse spielen möchte – es gibt verschiedene Gründe, warum es sich lohnt, Public Viewings im Verein zu organisieren. Grundsätzlich ist es eine Veranstaltung für die Gemeinschaft, sodass Vereinsmitglieder mit Familien, Freunden und Bekannten zusammenkommen, um die WM-Spiele anzuschauen, dabei gemütlich etwas trinken und essen. Darüber hinaus gibt es aber auch Vereine, die diese Zeit nutzen, um etwas Geld in die Vereinskasse zu spülen. Bei solchen Public Viewings ist der Charakter in der Regel kommerzieller Natur, da hier auch Eintrittsgelder zu den Einnahmen zählen. An dieser Stelle ist es sinnvoll, Quittungen zu erstellen oder Rechnungsprogramme zu nutzen, um das Vereinskonto sowie Ein- und Ausnahmen kontrolliert zu pflegen und zu verwalten. 

Um was für ein Public Viewing Event handelt es sich?

Zunächst einmal geht es darum festzulegen, ob der Verein ein kommerzielles oder nicht-kommerzielles Public Viewing veranstaltet. Der Unterschied dieser Veranstaltungen wird ganz klar von der FIFA definiert:


• Eintritt, Sponsorings und über 300 Gäste bedeuten kommerzielles Event.
• Vereine, die lediglich ein paar Getränke anbieten und eventuell den Grill anschmeißen sowie mit ein paar Mitgliedern inklusive Familie feiern, veranstalten ein nicht kommerzielles Public Viewing.

Jeder Verein, der ein gewerbliches Event plant, sollte sich hierzu das FIFA-Reglement genauer anschauen. 
In Deutschland gibt es zahlreiche Vereinskneipen und -heime, wo auch vor und nach der WM gemeinsam Fußball geschaut wird. Diese Veranstaltungsorte müssen sich beispielsweise in der Regel nicht mit weiteren Gebühren, wie dem Rundfunkbeitrag oder der GEMA, auseinandersetzen. Falls nur für das Public Viewing ein Fernseher, ein Beamer oder Ähnliches installiert wird, müssen die Gebühren natürlich entrichtet werden. Besonders in punkto GEMA sollten sich Vereine nochmal ausgiebig informieren, da während der Fußball-Welt- und Europameisterschaften stets musikalische Untermalung geboten wird. Wichtiger Tipp: Vereine ohne GEMA-Lizenz sollten mindestens vier Wochen vor dem Event-Termin eine solche beantragen, um die Veranstaltung nicht zu gefährden. 

Auf welches Equipment sollte der Verein nicht verzichten?

Eine funktionierende Zapfanlage sorgt dafür, dass die Gäste bestens versorgt sind und die WM-Spiele in gemütlicher Runde genießen. pixabay.com © voodoovood (CC0 Creative Commons)

Normalerweise ist das Vereinsheim schon recht gut ausgestattet, denn auch ohne WM oder EM werden hier regelmäßig Bundesliga- oder Champions League-Spiele verfolgt. Allerdings ist es beispielsweise eine schöne Idee, den Veranstaltungsort mit besonderer Deko anlässlich des sportlichen Highlights zu schmücken. Wahlweise ist es gerade im Sommer eine gute Idee, den Mitgliedern und Besuchern eine kleine Outdoor-Landschaft mit Pavillons und Bierzeltgarnitur zu errichten. In der Regel besitzt ein Verein bereits eine Theke, wo das kühle Bier gezapft werden kann. Für anti-alkoholische Erfrischungen sollte ebenfalls gesorgt werden. Bei nicht kommerziellen Public Viewings im Vereinsheim dürfen die Getränke und Speisen auch verkauft werden. Wichtig ist hierbei jedoch, dass kein Mindestverzehr festgelegt wird, da es sich sonst um einen „indirekten Eintritt“ handelt und die Veranstaltung doch einen kommerziellen Charakter bekommt, für welchen eine FIFA-Lizenz benötigt wird. Trotzdem ist natürlich darauf zu achten, dass hinterher bei der Buchhaltung alles korrekt abgerechnet wird. Entsprechende Rechnungsprogramme werden in diesem Ratgeber beleuchtet

Um das WM-Spiel anzuschauen, benötigen die Veranstalter entweder einen Fernseher mit entsprechendem Bildschirm oder einen Beamer mit Leinwand. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, auf die richtige Technik zum Anschließen, Installieren und Verkabeln zu achten. Am besten wird diese Installation ein paar Tage im Vorfeld vorgenommen, damit am Spieltag auch wirklich alles klappt. Auch, wenn bei einem spannenden Spiel, viele Fans gerne stehen, wie die zahlreichen Fan-Meilen beim Public Viewing in den Großstädten beweisen, macht es im Verein oder in der Kneipe Sinn, ausreichend Sitzmöglichkeiten für die Besucher anzubieten. Nicht jeder Fan möchte 90 Minuten lang stehen. 


Die richtige Dekoration in den deutschen Nationalfarben sorgt dann für die passende Stimmung. Dass Merchandise für eine Identifizierung mit dem Fußball-Verein sehr wichtig ist, beweisen nicht nur große sportliche Ereignisse wie WM und EM, sondern auch Bundesliga, Champions League und Co. Ob Fußballtrikot mit der Nummer des favorisierten Lieblingsspielers auf dem Rücken oder ein farbenfroh angemaltes Gesicht – hier wird dem Geschmack der Fans keine Grenze gesetzt. Wer das Vereinsheim dementsprechend in Schwarz, Rot und Gold schmücken will, kann auf verschiedene Möglichkeiten zurückgreifen. Eine große Fahne, die von der Decke hinabhängt oder den Pavillon ziert, macht schon mal einiges her. Aber auch kleine Details, wie Servietten, Papp-Geschirr und Becher in den Nationalfarben unterstützen die Atmosphäre. 

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