
Kleiner Kader mit großem Willen
Blankenburger Aufholjagd belohnt – Nachfolger von Meistertrainer Hölzel gesucht
Acht Spieltage vor Schluss stand die SG Blankenburg in der Kreisliga B auf Platz 3 in der 5. Abteilung. Die Mannschaft hatte mit 44 Zählern zwölf Punkte Rückstand auf Kickers 1900 und zehn Punkte auf Schmöckwitz/Eichwalde. Doch am allerletzten Spieltag schafften die Blankenburg noch den Sprung an die Spitze. Als Belohnung für den Aufstieg fuhr die Mannschaft vier Tage nach Österreich.
„Die Wende war das 3:0 in Schmöckwitz“, sagt Trainer Michael Hölzel. Dieses Nachholspiel bei den bis dato auf eigenem Platz ungeschlagenen Vorortlern setzte Kräfte frei. Denn zuvor hatten die Blankenburger bei der DJK SW Neukölln (2:3) und gegen VfB Friedrichshain (1:3) ungewohnte Schwächen gezeigt. Und Hölzel fürchtete schon darum, seine Aufgabe wieder nicht erfüllen zu können: „Ich hatte den Auftrag übernommen, Blankenburg wieder zurück in die A-Klasse zu führen.
Dass dies vier Jahre dauern würde, habe ich nicht geahnt.“ Aber die lange Zeit gemeinsamer Arbeit schweißte die Spieler zusammen: „Wir hatten einen kleinen, aber spielstarken Kader. Die mannschaftliche Geschlossenheit war der Trumpf. Und über die Saison hinweg gab es durchweg stabile individuelle Leistungen.“ Blankenburgs Sprecher Daniel Nowak hat ein noch andere Erklärung: „Als Puhlmann im Winter zurück zu NNW ging, wurden wir erst eine richtige Mannschaft. Denn vorher verließen wir uns darauf, dass Puhlmann immer noch am Ende ein Törchen schießt.
Nachher sprangen andere in die Bresche.“ Er brachte es auf 23 Tore. Aber den Rang abgelaufen hat ihm Oliver Weise: „Mein Spieler der Saison – mit 40 Treffern“, sagt Hölzel. Nowak hat noch einen auf der Liste: „Christoph Dehl. Der ist ein Phänomen – er hat jetzt die zweite Saison in Folge alle Punkt- und Pokalspiele von Anfang bis Ende mitgemacht.“ Und noch ein weiterer Akteuer ist bei dieser Elf, in der die Mannschaft wirklich der Star ist, zu nennen: Torwart Marcus Nachtigall.
Der 41-Jährige hielt ohne Ersatzmann durch. Aber auch die jungen Michael Garg (19) und Julius Bansemer (21) spielten eine gute Saison. Wichtige Gründe für den Erfolg sieht der Trainer auch im Umfeld: „Blankenburg ist ein kleiner, familiärer Verein. Es gibt klare Strukturen und wir haben anständige und viele Zuschauer.“ Im Aufstiegsjahr stimmte zudem die Taktik: „Die Viererkette hat endlich geklappt“, meint der Coach und verweist auf lediglich 36 Gegentreffer. Freilich, die Offensive war mit 118 Treffern – niemand in der Staffel erzielte mehr – das Prunkstück.
Die neue Saison beginnt in der Kreisliga A mit einer Veränderung: Trainer Hölzel hört auf. Er kann die mit dem Aufstieg dann verbundene Mehrbelastung aus zeitlichen Gründen nicht bewältigen. Jetzt sucht der Aufsteiger einen Nachfolger. Der scheidende Trainer bleibt dem Verein derweil als Geschäftsführer erhalten. „Im Moment könnte der Neue auch nichts anderes machen als mit uns viel zu laufen“, glaubt Nowak. Denn der Rasenplatz wird wie üblich im Sommer gesperrt. Unabhängig davon: In Blankenburg weiß jeder, dass die Zielsetzung für die neue Saison nur Klassenerhalt heißen kann.
Zwar gibt es bislang keine Abgänge, aber bis auf zwei, drei A-Jugendspieler auch keine Zugänge. „Vielleicht ändert sich das ja zur Rückrunde“, hofft Nowak. Bis dahin aber wird das Aufstiegsteam sich erneut bewähren müssen. Und im Verein muss weiter an den Strukturen gearbeitet werden. Denn es gibt keine A- und auch kein B-Jugend mehr. So müssen ein paar Jahre überbrückt werden, bis eigene Nachwuchsspieler herangewachsen sind. Manuel Fernandes
Die 118 Tore für die SG Blankenburg erzielten: Weise (40), Puhlmann (23), Garg (14), Moritz (14), Rödiger (7), Mammitzsch (5), Bansemer (3), Bien (2), Bilgin (2), Fritsche (2), Schmidt (2), Brombachn (1), Dehl (1), Gruczka (1), Lunkwitz (1). |