29.07.2017

Wort gehalten

Teutonia II gelingt eindrucksvoll der direkte Wiederaufstieg in die Bezirksliga – Mannschaft geht von Bord

Foto: Verein

Betrachtet man die Saison des SSC Teutonia II, kommt man an einem Begriff einfach nicht vorbei: Dominanz. Bereits am 26. Spieltag stand die Mannschaft des Trainerduos Marc Lilge/Thomas „Kiwi“ Schröder als Aufsteiger in die Bezirksliga fest, ehe sie eine Woche später dem Ganzen das i-Tüpfelchen aufsetzte und sich zum Meister der 1. Abteilung in der Kreisliga A krönte.

Vor gut einem Jahr war bei der Teutonia-Reserve daran kaum zu denken. Die Spandauer waren durch eine 3:10-Klatsche gegen eine mit Berlin-Liga-Akteuren gespickte Reserve der VSG Altglienicke aus der Bezirksliga abgestiegen. Dennoch ging‘s zur Saisonabschlussfahrt raus über die Landesgrenze, an die polnische Ostsee. „Da haben wir uns zusammengesetzt und uns geschworen, dass wir es wiedergutmachen, weil der Abstieg unnötig war“, erinnert sich Lilge.


Klappte gut. Bereits nach der Hinrunde hatte Teutonia sagenhafte 13 Zähler Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz, stand nur an drei Spieltagen nicht an der Tabellenspitze: dem ersten, zweiten und vierten. Einzig gegen Kickers 1900 gelang in zwei Spielen kein Sieg. „Ich hatte schon damit gerechnet, dass wir aufsteigen. Dass es dann in dieser Kürze der Zeit und so deutlich passiert, war nicht zu erwarten.“
Die Mannschaft auf den Boden der Tatsachen zurückholen müsste er dennoch nie, sagt Lilge. „Qualität ist das eine, die richtige Einstellung das andere. Und die hatte meine Mannschaft.“ Grund zum Abheben hätte sein Team allemal gehabt. An individueller Klasse mangelte es nicht.

Bestes Beispiel: Bakary Sonko. Vor der Saison nach einem glücklosen Intermezzo beim SC Gatow zur Teutonia-Reserve zurückgekehrt, schwang sich der Angreifer zum drittbesten Torschützen der gesamten Liga auf (42 Treffer). Dabei gehörte Toreschießen bis dato nicht gerade zu seinen Paradedisziplinen. „Mein bisheriger Bestwert lag bei zehn Treffern, glaube ich“, sagt Sonko. Doch vor der Saison gab ihm Coach Lilge mit auf den Weg, öfter den Abschluss zu suchen – und Sonko erzielte Tore wie am Fließband. Unvergessen sein Fünferpack gegen Eintracht Südring II oder sein Rabona-Treffer beim 9:0-Sieg gegen Victoria Friedrichshain. 

Ganz wichtig in der Abwehr war Marc Smuda, der mit drei Nominierungen zudem den Sprung in die FuWo-Elf der Saison schaffte. Im Mittelfeld führten Dennis Schadow, Semsettin Celik und Daniel Hansch Regie.
Ein weiterer Pluspunkt: der breite Kader. Auf der Torhüterposition standen Lilge und Schröder mit Alexander Sikora und Tobias Wendler zwei gleichwertige Keeper zur Verfügung. Und als Innenverteidiger Ali Riza Yankin zur Winterpause mit einem Kreuzbandriss ausfiel oder Nicolas Hanke sich den Fuß brach, sprangen die Youngster um Joshua Menzel „überragend“ (Lilge) in die Bresche.

Nun trennen sich die Wege von Lilge und Teutonia. Nach 16 (!) Jahren im Verein – unter anderem als Spieler und Kapitän der 1. Mannschaft – zieht es ihn mit 18 Spielern der Aufstiegsmannschaft im Schlepptau zu Tennis Borussia II (FuWo berichtete). „Ich hatte eine tolle Zeit bei Teutonia, die ich nicht missen möchte“, blickt Lilge versöhnlich zurück: „Nun wollte der Verein auf der Trainerposition allerdings eine andere Persönlichkeit. Deshalb der Wechsel zu TeBe.“ Neben Lilge verlässt auch Trainerkollege Schröder den Verein. Allerdings in eine andere Richtung: Er wechselt zum SC Gatow II.

Die 119 Tore für den SSC Teutonia II erzielten:

Sonko (42), Hanke (18), Mäder, Schadow (je 15), Hansch (7), Smuda (6), Kubiak (4), Celik (3), Lamprecht (2), Ackerschewski, Keller, Przybilla, Ilic, Menzel, Schönherr (je 1) sowie ein Eigentor.

Von Maximilian Wölfl

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