29.09.2015

Wie Lewandowski oder Aubameyang

Kashaf Suleman vom SV Norden-Nordwest hat momentan einen atemberaubenden Lauf

Dem NNW-Stürmer gelangen am vergangenen Sonntag acht Tore in einem Spiel. Suleman trifft derzeit, wie er will. Insgesamt stehen bereits 15 Treffer auf seinem Konto.

Es zählt zu den zahlreichen Phänomenen des Fußballs: Hat ein Stürmer einen sogenannten Lauf, dann kann er machen, was er will. Er trifft einfach. In der Bundesliga liefern zurzeit Spieler wie Bayerns Robert Lewandowski oder Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang beste Beispiele dafür.


Natürlich ist es vermessen, Kashaf Suleman vom SV Norden-Nordwest aus der Kreisliga A in einem Atemzug mit diesen beiden Weltklasse-Stürmern zu nennen. Doch auch Suleman hat momentan einen Lauf. Am vergangenen Sonntag beim 15:0-Schützenfest gegen den FC Grunewald gelangen ihm sage und schreibe acht Tore. Und mit insgesamt 15 Treffern führt der 21-Jährige unangefochten die Torjägerliste der Kreisliga A an.

Eigentlich fühlte Suleman sich nicht gut

Eigentlich, erzählt Suleman rückblickend, habe er sich vor dem Spiel gegen Grunewald gar nicht so gut gefühlt. „Ich war ein bisschen krank und dann hat mich der Trainer auch noch ins rechte Mittelfeld gestellt.“ Für den Stürmer eine ungewohnte Position. Doch der Kniff von Coach Robert Burai erwies sich als Volltreffer. Binnen sechs Minuten (25. bis 31.) brachte Suleman seine Farben mit einem lupenreinen Hattrick 3:0 in Führung. Fortan hatte er einen Lauf und erzielte in der Partie noch fünf weitere Tore.


Suleman ist ein Beispiel dafür, wie wichtig für einen Fußballer das Vertrauen des Trainers ist. „Ich kenne Kashaf schon seit der D-Jugend“, erzählt NNW-Trainer Burai. Seit rund zehn Jahren also. Die beiden haben ein inniges Verhältnis. Burai schätzt die Stärken Sulemans: körperliche Robustheit, Durchsetzungsvermögen und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

Vertrauen des Trainers zahlt sich aus

Als Burai im Sommer Trainer von Norden-Nordwest wurde, nahm er schnell Kontakt zu Suleman auf, der bei Hertha BSC Amateure II (Bezirksliga) gespielt hatte, dort aber kaum zum Zuge gekommen war. Weil er so viel arbeiten musste, konnte er kaum trainieren und brachte es daher nur auf fünf Einsätze bei Hertha.


Mittlerweile hat sich das geändert. Suleman ist jetzt im indischen Restaurant seiner Eltern tätig und hat wieder mehr Zeit, seinem Hobby nachzugehen: Tore schießen. Wie viele es in dieser Saison noch werden sollen? „Das Doppelte von seinen momentanen 15 Treffern wird er am Ende bestimmt auf dem Konto haben“, sagt Burai. Suleman selbst ist da etwas forscher: „So an die 40 Tore sind möglich.“

Wenn er seinen atemberaubenden Lauf noch eine Weile halten kann, dürfte diese Marke schnell geknackt sein.



Andreas Krühler

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