Mein Fußball-Woche

18.06.2017

Wacker zurück in der Oberliga

Für große Spannung am Saisonende sorgten die Qualifikationsspiele um den Aufstieg in die Bundesliga zwischen dem Nord- und Südzweiten der 2. Liga. 28.500 Zuschauer erlebten auf der ausverkauften Bielefelder Alm, wie sich die Arminia gegen 1860 München in einen wahren Rausch spielte und die „Löwen“ mit 4:0 (1:0) besiegte.

Arminia ging nach einer halben Stunde durch Moors mit 1:0 in Führung, um im zweiten Abschnitt den voll auf Offensive eingestellten Gegner immer wieder auszukontern. Lienen (51.), Schilling (57.) und Eilenfeld (71.) sorgten mit ihren drei Treffern für eine ideale Ausgangsposition fürs Rückspiel. „Kampf bis zum Umfallen, Lauffreudigkeit und Zweikampfstärke waren die Trümpfe der Arminen“, schrieb die Fußball-Woche und sah die Bielefelder „schon mit einem Bein in der Bundesliga.“ 


Doch es kam anders. Eine Woche später gewannen die Münchener das Rückspiel mit exakt dem gleichen Ergebnis. Vor 60.000 Besuchern kauften die „Löwen“ der Arminia in der Anfangsphase mit überharter Gangart, die vom Unparteiischen Redelfs nicht unterbunden wurde, schnell den Schneid ab. Nachreiner (23.) und Haunstein (25.) sorgten für die 2:0-Halbzeitführung, Hartwig (51.) und Metzger per Foulelfmeter (53.) erhöhten schon bald nach der Pause auf 4:0. Die beste Chance für Bielefeld hatte Moors (79.), dessen Freistoß gegen die Latte prallte, auf der Gegenseite schoss Nielsen (83.) aus Nahdistanz vorbei.

So musste ein drittes Spiel eine Woche später für die Entscheidung sorgen. 59.000 Zuschauer im Frankfurter Waldstadion sahen eine kampfbetonte Begegnung, die die Münchener durch zwei späte Tore von Hartwig (77.) und Metzger (88.) mit 2:0 gewannen. Entscheidend für den Sieg der „Löwen“, die nach siebenjähriger Unterbrechung wieder ins Oberhaus zurückkehrten, war die Verletzung von Arminias Abwehrspieler Mittendorf Mitte der zweiten Hälfte und kurz darauf der Platzverweis für Peitsch (72.) nach einem Allerweltsfoul an Metzger. 

Berlins einziger Zweitligist Wacker 04 hatte sich mit einer 1:2-Heimniederlage gegen Aufsteiger FC St. Pauli aus der 2. Liga Nord verabschiedet. Wie so oft waren die Reinickendorfer über weite Strecken der Partie mindestens ebenbürtig, lagen schnell durch Fischer (2.) mit 1:0 in Führung und verpassten danach diese auszubauen. St. Paulis Torjäger Gerber drehte mit seinen beiden Treffern dann in der 2. Halbzeit noch das Spiel. Dadurch musste Wacker 04 nach dreijähriger Zugehörigkeit zur 2. Liga in die Berliner Oberliga zurück, in der die Reinickendorfer einen Schuldenberg von 700.000 DM mitnahmen, von denen 500.000 DM allerdings langfristige Verbindlichkeiten waren.
„Die Zukunft in der Amateur-­Oberliga ist besser für Wacker 04 als die nur von Sorgen begleitete Existenz in der 2. Liga Nord“, schrieb die Fußball-Woche in einem Kommentar zur Situation des bisherigen Zweitligisten. „Bei Zuschauerzahlen von unter 1000 ist kein Verein in dieser Spielklasse lebensfähig.“

In der Berliner Oberliga sicherte sich der BFC Preussen die Meisterschaft, verzichtete jedoch darauf, an der Aufstiegsrunde zur 2. Liga teilzunehmen. Stattdessen spielten die Lankwitzer um die Deutsche Amateur-Meisterschaft mit. Gegner in der Vorrunde war der SC Freiburg, gegen den die Preussen im Hinspiel auf eigenem Platz mit einem 0:0 zufrieden sein mussten. Im Rückspiel lief es dann deutlich besser. Zwei frühe Tore durch Wohlfahrt (4.) und Eisermann (20.) sorgten schnell für klare Verhältnisse, dieselben Spieler erhöhten im zweiten Abschnitt auf 4:0. 

Anstelle der Preussen nahm der SSV an der Aufstiegsrunde teil. Nach der 0:1-Auftaktniederlage beim FC Bocholt hatten die Spandauer binnen einer Woche zwei Heimspiele zu bestreiten. Gegen Bremerhaven 93 gab es einen 1:0-Erfolg. Vor knapp 2000 Besuchern sorgte Marczews­ki, dessen Flanke sich hinter dem Torhüter ins Netz senkte, schon nach zehn Minuten für die frühe Entscheidung. Vier Tage später musste die von Gerd Achterberg gecoachte Elf mit einem 1:1 gegen den SVA Gütersloh zufrieden sein. Vor 2500 Zuschauern traf Enderlein (74.) zur Führung, die die Gäste noch kurz vor Schluss ausglichen. 

Von Rainer Fritzsche

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