Mein Fußball-Woche

31.01.2017

Vom „Zehner“ zum Außenverteidiger

Friedrich Arnold spielt mit BW Buch eine starke Saison

Dreizehn Siege, null Unentschieden, null Niederlagen, 47:7 Tore: Die Hinrundenbilanz von Blau-Weiß Buch ist märchenhaft. Besonders eindrucksvoll ist die Gegentorbilanz. Im Tor stand bei neun Spielen Trainer Stefan Kaiser, der bei den insgesamt sieben Gegentoren in 13 Spielen Ruhm und Ehre für sich beanspruchen könnte. Doch der Übungsleiter profitiert nach eigener Aussage auch von seinen starken Vorderleuten, die zumeist nur ganz wenig zulassen. Zur zuverlässigen Abwehrreihe gehört Friedrich Arnold, der in seiner Rolle als Außenverteidiger noch aus der starken Gesamtformation der Hinrunde herausragt.

Dabei spielt Arnold auf einer Position, die für ihn neu ist. Zuvor hat er bei Buch im Mittelfeld, vor allem als „Zehner“ agiert. Der neue Trainer Stefan Kaiser erkannte in der Saisonvorbereitung jedoch sein Potenzial für die rechte Außenverteidigerposition: „Seine Spielstärke, Schnelligkeit, Zweikampfstärke und Technik haben ihn für diese Aufgabe ausgezeichnet.“ So konnte Kaiser eine Lücke im taktischen Konzept schließen. Und Arnold kam von Beginn an gut mit seiner neuen Position klar: „Ich habe dem Trainer nur gesagt, dass ich auch auf dieser Position offensiv spielen möchte.“ Und das klappt. In zwölf von 13 Spielen kam er zum Einsatz. Trainer Kaiser lobt seine kons­tante Leistung: „Er beherrscht das taktische Verschieben in der Abwehrkette. Außerdem ist er in der Vorwärtsbewegung und der Laufarbeit sehr gut.“ So kommt es nicht von ungefähr, dass Arnold in der Hinrunde zwei Tore selbst erzielte und weitere Treffer vorbereitete. Lediglich beim 3:1 gegen den Tabellenletzten SV Treptow 46 II ließ sich auch Arnold von der Nervosität seiner Mitspieler anstecken und blieb unter den Erwartungen, obwohl er in diesem Spiel den frühen Führungstreffer beisteuern konnte. 


Bereits mit fünf Jahren begann der heute 20-Jährige bei der SG Blankenburg mit dem Fußball. Hier spielte er, wie auch beim SV Karow, aber nur kurze Zeit. Länger hielt es ihn beim SV Blau-Gelb und beim SV Empor. Eingesetzt wurde der Rechtsfuß vor allem als Mittelfeldspieler, hier allerdings vielfach auf der linken Außenbahn sowie als „Sechser“. Auf dem Kleinfeld spielte er gelegentlich sogar im Tor. Hier holte er seinen bisher größten persönlichen Erfolg, als er in der Jugend bei einem Turnier als bester Keeper ausgezeichnet wurde.
Zwischen dem 15. und 18. Lebensjahr spielte Fußball keine Rolle im Leben von Friedrich Arnold. Sein Comeback gab er vor zwei Jahren bei Blau-Weiß Buch. Hier spielte er zunächst im offensiven Mittelfeld, bis er von Kaiser umgeschult wurde. Seine 1,70 Meter Körpergröße sind dabei kein Handicap, denn die fehlenden Zentimeter macht Arnold mit Zweikampfstärke und Schnelligkeit wett. 

Bei BW Buch gehört Arnold zudem dem fünfköpfigen Mannschaftsrat an. „Er ist ein lustiger Typ“, sagt sein Trainer. Er bringt – trotz allen Ernstes, der zum Erreichen des sportlichen Erfolges notwendig ist – den Spaß in die Mannschaft. Das Team ist ein eingeschworener Haufen, der vor allem aus Freunden besteht, die sich vom Bolzplatz, aus der Jugend von Blau-Weiß Buch oder vom SV Karow kennen. Das gemeinsame Zusammensitzen nach Training und Spiel gehört ebenso dazu wie die Geburtstagsfeiern der Mannschaftskameraden. Und auch die meisten Spielerfrauen und Freundinnen sind oft mit von der Partie, sogar bei den Auswärtsspielen. Unter ihnen ist Friedrich Arnolds Freundin Isabell, mit der der gelernte Fliesenleger seit anderthalb Jahren eine gemeinsame Wohnung in Blankenburg teilt. 

Sportlich ist das Ziel klar: „Wir wollen in die Kreisliga B aufsteigen“, betont Arnold. Und dann? „Wir werden sehen. Wenn es sich ergibt, dass wir dann auch oben mitspielen, werde ich natürlich nicht Nein sagen.“

Von Kilian Daske

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