Mein Fußball-Woche

10.07.2016

Voll durchgestartet

Die DJK SW Neukölln nimmt die Landesliga als Durchgangsstation und freut sich auf die Berlin-Liga

Allerbeste Stimmung bei der DJK Schwarz-Weiß Neukölln: Der Aufsteiger zur Landesliga übernahm am 7. Spieltag die Tabellenführung und gab diese bis zum Schluss nicht mehr ab – das nennt man dann Durchmarsch. Foto. Bansemer

Der Showdown stieg im hohen Norden. Seit Wochen schon lag die DJK SW Neukölln punktgleich mit TuS Makkabi an der Spitze. Das hätte die Neuköllner vielleicht nervös machen können vor ihrem Gastspiel bei Concordia Wittenau. Machte es aber nicht. Souverän mit 6:0 setzten sich die Schwarz-Weißen auf dem Göschenplatz durch und krönten ihre herausragende Saison mit der Meisterschaft und dem Aufstieg. Dem zweiten in Folge. Einfach stark.

Dieses Titelrennen hat Laune gemacht. Am 7. Spieltag übernahmen die Neuköllner die Tabellenspitze und gaben sie nicht mehr ab. Auf acht Punkte Vorsprung wuchs der Vorsprung bis zur Winterpause an, aber es wurde doch noch enger, als man um den Jahreswechsel vielleicht gedacht hatte. Die Elf des Trainergespanns Heiko Lambert/Frank Greth stolperte in die Rückrunde. Nach vier Spieltagen war der schöne Vorsprung aufgebraucht. Die DJK spielte nach einem zähen 2:1 gegen Concordia Wilhelmsruh 1:1 gegen den SC Gatow und leistete sich zwei Niederlagen in Folge gegen Fortuna Biesdorf (0:2) und den FC Internationale (0:1). „Zum Rückrundenstart hatten wir große Probleme durch kranke und verletzte Spieler“, blickt Heiko Lambert zurück. „Dazu hatten wir wegen einer Platzsperre schlechte Trainingsmöglichkeiten.“


Makkabi war also gleichauf – und dann kam es zum direkten Aufeinandertreffen in Britz. Glücklich mit 2:1 setzten sich die Gastgeber auf überaus holprigem Geläuf durch. Danach leistete sich der Spitzenreiter noch ein 1:1 in Hohen Neuendorf und eine 2:3-Heimniederlage gegen Stern Marienfelde, der Rest wurde gewonnen. Es reichte: Aufgrund der um 16 Treffer besseren Tordifferenz feierte Schwarz-Weiß die Meisterschaft.

Die Mannschaft hat einfach Spaß gemacht. Wenn es drauf ankam, zeigte sie Charakter und packte ihre besten Leistungen aus. Ganz stark etwa das 5:0 Anfang April im Derby gegen Concordia Britz, das im Werner-Seelenbinder-Sportpark ausgetragen wurde. Timo Osinski zeigte ein beeindruckendes Spiel, glänzte als Torschütze und Vorbereiter. In allen Mannschaftsteilen hatte der Meister eine Menge zu bieten. Und der Zusammenhalt in der Truppe war enorm.
Ein Großteil der Spieler kennt sich seit vielen Jahren. Leistungsträger wie Osinski, Maurice Jacobsen oder Franz Schwanitz waren nach Jahren bei anderen Klubs zum Verein ihrer Jugend zurückgekehrt. Mit dem von Viktoria 89 gekommenen Marco Fink wurde das defensive Mittelfeld verstärkt, eine Attraktion war auch Alianni Urgelles Montoya. Der ehemalige kubanische Nationalspieler rief sogar das Fernsehen auf den Plan, ein Team des rbb fertigte einen Bericht über den Kubaner in der Landesliga. Und nicht nur der rbb interessierte sich für Montoya: „Leider wird uns Alianni zur neuen Saison Richtung SD Croatia verlassen“, sagt Heiko Lambert. Ansonsten wird die Mannschaft zusammenbleiben, erste Zugänge sind Leroy Zaimov (1. FC Wilmersdorf) und Bengt Draesel (FC Internationale).

Die vielleicht größte Entdeckung der Saison war Matteo Günther. Der im vergangenen Sommer von der Jugend des BSC Preußen 07 Mahlow-Blankenfelde gekommene 18-Jährige spielte sich sofort ins Team, kam im defensiven Mittelfeld ebenso zum Einsatz wie in der Innenverteidigung. Lambert lobt die Kampfkraft, Dynamik und enorme Kopfballstärke des Youngsters. Die Torwartposition war mit Kenkai Schulze und Florian Gabriel ebenfalls top besetzt. Und die Ausgeglichenheit im 25-Mann-Kader war eine weitere Trumpfkarte. „Ich habe mir die Statistik der vergangenen Saison noch einmal angeschaut. Wir haben in der Defensive zehn verschiedene Spieler eingesetzt“, so Lambert.
Und das Experiment mit zwei gleichberechtigten Trainern ist auch geglückt. Eigentlich waren es sogar drei. Neben Lambert und Frank Greth leitete auch Michael Klass einige Trainingseinheiten. „Jeder bietet dabei andere Inhalte, die Spieler profitieren davon“, sagt Lambert. Zur neuen Saison wird es eine Änderung geben. Klass wird sich um das Teammanagement kümmern, als neuer Co-Trainer wird der zuletzt beim FC internationale als Cheftrainer tätige Benjamin Kandler fungieren. Respekt hat Lambert vor der Berlin-Liga, Angst nicht: „Wenn wir gut in die Puschen kommen, dann sollten wir uns keine großen Sorgen machen müssen.“

Die 87 Tore für DJK SW Neukölln erzielten:

Urgelles Montoya (22), Osins­ki (13), Dittmann (11), Jacobsen (11), Jung (6), Fink (5), Engelhardt (4), Schmidt (3), Militz (2), Günther (2), Hahn, Schwanitz, Meissner, Jabr, Plautz sowie drei Eigentore.

Von Bernd Karkossa

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