29.01.2017

Volkmar Groß verstärkt TeBe

Von den beiden Berliner Bundesligisten war nur Tennis Borussia beim Start in die Rückrunde im Einsatz. Die Borussen unterlagen beim Tabellenletzten Rot-Weiß Essen in letzter Minute mit 0:1 und übernahmen auf Grund der schlechteren Tordifferenz die Rote Laterne von den Rot-Weißen. Die Partie von Hertha BSC gegen den Karlsruher SC, die beide am fünftägigen internationalen Hallenturnier in der Deutschlandhalle teilnahmen und dort die Plätze eins und zwei belegten, sollte drei Tage später im Olympiastadion stattfinden, musste jedoch wegen Unbespielbarkeit des Platzes ausfallen. 

TeBe bot zum Rückrundenauftakt in Essen eine starke Leistung und hielt mit großem Kampfgeist und einem überragenden Volkmar Groß im Tor bis 15 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit das Tor sauber, ehe Wieczorkowski der Siegtreffer für die Rot-Weißen gelang. Die Borussen standen in der Abwehr gut, wobei sich auch Vorstopper Jakobs auszeichnete, der nicht nur Essens Torjäger Hrubesch zudeckte, sondern auch die eigene Mannschaft immer wieder nach vorn trieb. 


„Mit Gewissheit ist das neue TeBe-Gefühl in der Hintermannschaft zu einem großen Teil auf den Mann zurückzuführen, der die Rot-Weißen fast verzweifeln ließ: Volkmar Groß, der ein glänzendes Debüt im Tor der Borussen feierte“, schrieb Joachim Witte in der Fußball-Woche.
In der Endphase spitzte sich die Partie zu. TeBe-Mittelfeldspieler Baake scheiterte an Essens Torsteher Blasey (79.), Angreifer Stradt tauchte zwei Minuten später ebenfalls völlig allein vor Blasey auf, der erneut glänzend parierte. Bis schließlich Hrubesch eine Flanke von Fürhoff zum freistehenden Wieczorkowski verlängerte, der aus Nahdistanz traf.

Eine Woche später verpasste Hertha BSC die Riesenchance bei Borussia Mönchengladbach, mit einem durchaus möglichen Remis den Abstand zu den vor ihnen liegenden Mannschaften zu verringern. Die Borussen, ohne Heynckes, Danner und Vogts, waren in den ersten 20 Minuten von einer seltenen Harmlosigkeit, doch die Herthaner vermochten daraus kein Kapital zu schlagen. Stattdessen nutzte Simonsen, von Wittkamp mit einem Steilpass bedient, die erste Großchance zur Führung (21.). Nur zwei Minuten später ließ Wimmer den zweiten Treffer folgen, bei dem Herthas Torsteher Nigbur eine denkbar unglückliche Figur abgab. 

Wie man den Tabellenführer in Schwierigkeiten bringen kann, das zeigten die Berliner in der zweiten Halbzeit, nachdem Krämer nach einem starken Solo von Kristensen den Ball nur noch zum Anschlusstreffer über die Linie schieben musste (51.). Danach wankte der Meister, doch er fiel nicht, wenn auch bei einigen Spielern die Nervosität und die Angst vor einem Punktverlust deutlich zu spüren waren. In der Endphase warfen die Blau-Weißen alles nach vorn. Als dann der allein dem Herthator zustrebende Simonsen von Rasmussen zu Fall gebracht wurde und auch noch Kliemann zu Hilfe geeilt war, wurde der „Lange“ unverständlicherweise vom Platz gestellt (84.). In den letzten Minuten hätte Borussia Mönchenglabach den Vorsprung allerdings noch weiter ausbauen können. 

Berlins Zweitligist Wacker 04 hatte derweil mit ganz großen Problemen zu kämpfen, denn der Wacker-Platz glich in den ersten Wochen des Jahres einer Eiswüste und ließ kein Heimspiel zu. „Es geht für uns ums Überleben“, klagte Wackers Coach Klaus Basikow. Nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht, sondern auch in sportlicher, denn die ausgefallenen Spiele müssen wochentags nachgeholt werden, da es keine offenen Nachholtermine am Wochenende mehr gibt. „Wie sollen das unsere unter Amateur-Bedingungen spielenden Männer verkraften“, fragt sich der Fußballlehrer, zumal bei Auswärtsspielen nicht immer alle Akteure von ihren Arbeitgebern freigestellt werden. In der Tabelle sind die Reinickendorfer auf den 18. Platz abgerutscht, haben allerdings auch drei Spiele weniger bestritten als die vor ihnen liegenden Mannschaften. 

In der zweiten Januarhälfte landete die zu Weihnachten zu ihrer 8. Weltreise aufgebrochene Reisegruppe von Hertha 03 wieder in Berlin. Insgesamt bestritten die Zehlendorfer sechs Spiele in der Fremde. Der 2:3-Niederlage zum Auftakt gegen Burma folgte ein 2:2 gegen die Auswahl von Perth sowie ein 1:1 gegen die Stadtmannschaft von Melbourne. Vor 12.000 Zuschauern erzielte Klaus Koppe die Führung für die Berliner. Koppe war auch der Torschütze zum 1:0 beim nächsten Spiel vor 14.000 Besuchern in Parkes gegen die Auswahl von Neu-Südwales. In der letzten Minute schaffte Heino Hochberger per Foul­elfmeter noch den Ausgleich zum 2:2. 

Auch die nächste Begegnung fand in Australien statt. Gegen die Stadtmannschaft von Sidney gab es vor 10.000 Zuschauern einen 2:0-Erfolg, den Immi Bieder und erneut Hochberger sicherstellten. Die letzte Station der Reise war Tahiti, wo die Mannschaft (einschließlich Schlachtenbummler) die traumhaften Strände genoss und ihr letztes Spiel mit 2:5 gegen die Nationalmannschaft des Inselstaates verlor. Erneut Koppe zum Ausgleich und Peter Keßler zur 2:1-Führung erzielten die Treffer der „kleinen Hertha“, der man die Reisestrapazen beim Rückrundenstart in der Oberliga überhaupt nicht anmerkte. Bei Blau-Weiß 90 gelang ein 5:1-Erfolg. 

Von Rainer Fritzsche

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