24.05.2014

„Völlerei“ am Mauerpark

Das „Tante Käthe“ ist weit mehr als eine Hommage an Rudi Völler

Im Jahre 2002 machte es „Klick“ bei Eric Falkenhahn. Während der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea ließ er sich trotz der skurrilen Anstoßzeiten kaum ein Spiel entgehen und kam irgendwann zu dem Schluss: „Wenn ich ohnehin die ganze Zeit Fußball gucke, kann ich das eigentlich auch beruflich machen.“ Gesagt, getan. Was zur EM 2004 als „Public-Viewing-Projekt“ startete, bekam spätestens 2012 eine neue Dimension.

Vor zwei Jahren schlossen sich Werder-Fan Eric und Bayern-Fan Lothar mit Sylvio Krüger zusammen – und fanden vor dessen „Mauersegler“ ein neues Zuhause. Seitdem rollt bei „Tante Käthe“ nicht nur zu den großen Turnieren, sondern auch während der Saison der Ball. Seinem Ursprung bleibt der Laden natürlich trotzdem treu. Zur anstehenden Weltmeisterschaft wird die Liveübertragung bis in den „Mauersegler“ erweitert. Fußballfans in Prenzlauer Berg dürften sich schon jetzt die Hände reiben.

Größe/Plätze

Der Hauptraum fasst rund 100 Gäste. Wer früh vor Ort ist, kann sich einen Premiumplatz auf einem von fünf Sofas sichern, ansonsten bieten akkurat aufgebaute Stuhlreihen Sitzgelegenheiten en masse. Nettes Extra: Im hinteren Teil des Raumes wurde eine kleine Stehtribüne installiert. Wird es richtig voll, öffnet das „Tante Käthe“ seinen Zweitraum, der weitere 40 Plätze bietet.
WERTUNG: 5 Bierkrüge

Programmangebot

Bundesliga (Konferenz) und DFB-Pokalspiele sind ebenso fix wie Europapokalspiele mit deutscher Beteiligung und Partien der Nationalmannschaft. Dazu kommen ausgewählte Knallerspiele. Was wann läuft, ist auf der gut gepflegten Homepage zu sehen.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Getränke und Speisen

Frisch gezapft wird bei „Tante Käthe“ zwar nicht, dafür stehen aber sechs Biersorten aus der Flasche zur Wahl – darunter auch solche, die es nicht an jeder Ecke gibt. Als Nervennahrung gibt es Chips, Erdnüsse und Schokoriegel. Außerdem bietet das „Käthering“ Wiener Würstchen mit Brot an.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Preise

Ein großes Bier ist für 3,50 Euro zu haben, alkoholfreie Getränke (0,3 l) für 2,50 Euro. Das Paar Wiener Würstchen geht ebenfalls für 2,50 Euro über den Tresen. Wer beim Tippspiel mitmacht (Einsatz: 1 Euro) und richtig liegt, hat das investierte Geld unter Umständen schon wieder raus.
WERTUNG: 3 Bierkrüge

Bedienung/Service

Selbstbedienung ist Trumpf. Am und um den Tresen wirbeln je nach Gäste-Ansturm ein bis vier Personen. Bedient wird flott und freundlich, längere Wartezeiten sind die Ausnahme.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Ausstattung/Wohlfühlfaktor

Drei große Leinwände lassen kaum Wünsche offen. Neben guter Technik hat das „Tante Käthe“ aber auch reichlich Fußball-Romantik zu bieten. Auf der Fensterbank stapelt sich Fachliteratur, an den Wänden hängen stylische Schwarz-Weiß-Drucke diverser Fußball-Granden. Besondere Hingucker sind die Huldigungen an den Namensgeber, vor allem der Rudi-Völler-Schrein auf dem Tresen. Wer der passive Fußballkonsum selbst aktiv werden möchte, kann sich an den Kickertisch begeben.
WERTUNG: 5 Bierkrüge

Sanitäre Anlagen

Das einzige Manko des Ladens. Auf engstem Raum stehen den Männern nur zwei Pissoirs und ein WC zur Verfügung, die Frauen müssen mit einem WC auskommen.
WERTUNG: 2 Bierkrüge

Stimmung

Zur Bundesligakonferenz herrscht eher Familienatmosphäre, Vater/Mutter-Kind-Konstellationen sind keine Seltenheit. Am Abend ist das Publikum naturgemäß ein anderes. Gegröhle und lautstarkes Gepöbel sind eher die Ausnahme, leidenschaftliche mitgefiebert wird aber trotzdem. Für eine Fußball-Kneipe ist der Frauenanteil recht hoch, besonders während zur WM- oder EM-Zeit.
WERTUNG: 4 Bierkrüge

Fazit

Das „Tante Käthe“ zeigt eindrucksvoll, wie man viele Gäste und eine entspannte Atmosphäre unter einen Hut bringt. Unbedingt empfehlenswert!
Tante Käthe
Bernauer Straße 63-64
13355 Berlin
U-Bahn: Eberswalder Straße
Homepage:
www.tante-kaethe-fussballkneipe.de

Sechs Bierkrüge: besser geht es kaum – fünf: hervorragend – vier: guter Durchschnitt – drei: ausreichend – zwei: ganz schön dürftig – ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

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