21.01.2017

Treue Seele mit Torgarantie

Patrick Seelbinder will mit dem FCK Frohnau aufsteigen

Klein, aber torgefährlich: Patrick Seelbinder (Mitte, hier im Spiel gegen den Wartenberger SV) bezeichnet sich selbst als Vollblutfußballer. Foto: JouLux

28 Tore in der Hinrunde, Führender der Kreisliga B-Torschützenliste und 98 Treffer in den letzten zweieinhalb Jahren: Die Zahlen und Fakten zu Patrick Seelbinder beeindrucken. „Ich kriege das gar nicht so mit”, zeigt sich der 31-Jährige selbst eher unbeeindruckt und verweist lieber auf seine Mannschaftskameraden vom FCK Frohnau: „Kai Hackmann und Jan Silhavy an meiner Seite sind große Hilfen.“

„Seele“, wie ihn die Vereinskameraden liebevoll nennen, redet nicht allzu gern über sich. Von Selbstdarstellern hält er nicht viel, bezeichnenderweise ist sein Vorbild Philipp Lahm: „Dieser kleine Knirps ist für mich der größte Spieler.“ Das Schicksal der geringen Größe teilen die beiden, 1,65 Meter misst der FCK-Goalgetter. Die Torquote lässt ihn dennoch zu den Großen der Liga gehören und sein Trainer Lothar Müller glaubt, dass seine optische Unscheinbarkeit manchmal sogar von Vorteil ist: „Die Gegner sehen den kleinen Kerl und unterschätzen ihn.“ Ein Fehler, den man zumeist bereut. Seine Schnelligkeit brachte ihm einst den Spitznamen „Speedy Gonzales“ ein, dank seiner guten Technik ist er schwer vom Ball zu trennen und seine saubere Schusstechnik stellt jeden Torwart vor Probleme. Dazu hat er etwas, das jeden guten Angreifer auszeichnet: „Er ist ein intuitiver Typ, er muss einfach losgelassen werden“, erklärt Müller. Nach mehr als 20 Jahren als Fußballer kann er außerdem auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen, dem viele Verteidiger nicht gewachsen sind. 


Seelbinder ist Ur-Reinickendorfer und begann bei den Füchsen mit dem Kicken. Seit rund zehn Jahren trägt er nun das Trikot des FCK Frohnau. Seine Treffsicherheit weckte auch in der Umgebung Begehrlichkeiten, Angebote vom Frohnauer SC und SC Borsigwalde soll es gegeben haben, interessiert hätten ihn diese aber nicht wirklich: „Ich bin ein treuer Vereinsspieler und habe gar keinen Grund zum Wechseln.“ Zum einen, weil der FCK Frohnau ein „absoluter Familienverein“ sei, bei dem er sich wohlfühle. Zum anderen aufgrund des guten Verhältnisses zu Trainer Müller: „Er hat immer an mich geglaubt und mich nicht fallen gelassen. Ich bin auch für ihn hier geblieben.“
Die Gefühlswelt des Patrick Seel­binder war nämlich nicht immer so rosig, wie in diesen Tagen. Der Stürmer erlitt 2009 einen Kreuzbandriss, zwei Jahre später wiederholte sich das Unglück. In der Folge verlor er seinen Job. „Eine schmerzhafte Zeit, vor allem auch mental“, wie Seel­binder verrät. Während der Leidenszeit habe er ans Aufhören gedacht, der Fußball sei ihm aber zu wichtig gewesen: „Ich bin Vollblutfußballer, was wäre mir sonst noch geblieben.“ 

Die Hartnäckigkeit zahlte sich bekanntermaßen aus. Das Knie hält und im Moment befindet sich der Torjäger vielleicht in der Form seines Lebens. Auch beruflich hat er als Essenslieferant wieder in die Bahn gefunden. Zudem versüßen ihm seine Freundin und ihre zwei Kinder das Leben auch neben der Arbeit und dem Sport.
Zum absoluten Glück fehlt nur noch eins: „Ich will endlich wieder aufsteigen“, gibt Seelbinder das Ziel für die derzeit Fünftplatzierten Frohnauer vor. Dafür würde er, wie sollte es anders sein, auch auf den Titel des Torschützenkönigs gern verzichten.

Von Sascha Hagemann

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