12.03.2017

TeBe kassiert acht Tore in Köln

Bei Tennis Borussia keimte nach dem sensationellen 3:1-Erfolg über Bayern München wieder Hoffnung auf, doch noch den Klassenerhalt in der Bundesliga zu schaffen. So gingen die Borussen voller Selbstbewusstsein in die Partie beim 1. FC Köln (4:8). Der zur Rückrunde verpflichtete Torsteher Volkmar Groß hatte in den vier Begegnungen zuvor gerade einmal zwei Treffer kassieren müssen, doch in der Domstadt musste der Ex-Herthaner gleich achtmal hinter sich greifen. Dabei gingen die Lila-Weißen durch Hochheimer (2.) früh in Führung, aber Dieter Müller (5./8.) drehte mit seinen beiden Toren schnell die Partie. Simmet (20.) und Overath (25.) bauten die Führung aus, ehe Stradt noch vor der Pause auf 2:4 verkürzen konnte. 

Auch in der 2. Halbzeit bestimmten die Kölner weitgehend das Geschehen, bauten die Führung durch Simmet (49.) und erneut Dieter Müller (67.) auf 6:2 aus. Berkemeier (68.) und Subklewe (74.) brachten die Borussen noch einmal heran, ehe Dieter Müller mit seinem vierten Treffer und Flohe alles klarmachten. 


Die vielen Gegentore hatten vor allem bei Torsteher Groß Wirkung hinterlassen. Beim folgenden Heimspiel gegen Schalke 04 war er gleich an zwei Toren mitschuldig, die nach der frühen TeBe-Führung durch ein Eigentor von Rüßmann (2.) die Borussen binnen zwei Minuten zurückwarfen. Erst traf Rüßmann (28.) per Kopfball zum Ausgleich, dann Abramczik (30.) zur Führung, als Groß eine Flanke unterlief. Obwohl der Aufsteiger im zweiten Abschnitt gut mithielt, fiel kein Treffer mehr für die Borussen, die ihren Torjäger Wendt schon nach zwölf Minuten wegen einer erneut aufgebrochenen Knöchelverletzung auswechseln mussten. Helmut Kremers stellte schließlich kurz vor dem Abpfiff den 3:1-Erfolg der Schalker sicher. „Nun wird‘s eng“, sagte ein sichtlich niedergeschlagener TeBe-Trainer Rudi Gutendorf. Die Borussen fielen durch die beiden Niederlagen in Folge wieder auf den letzten Platz zurück.
Bei Hertha BSC hofften die Verantwortlichen, dass der Erfolg im DFB-Pokal über Bayern München (4:2 nach Verlängerung) der Mannschaft auch für die Bundesliga neuen Auftrieb geben würde. Für das Heimspiel gegen Borussia Dortmund hatte sich der Vorstand etwas einfallen lassen und Studenten sowie Schülern freien Eintritt gewährt. So erlebten rund 20.000 Besucher, darunter 10.388 zahlende Zuschauer, den 3:2 (2:1)-Erfolg über die starken Dortmunder, die in den sieben Bundesliga-Begegnungen zuvor ohne Niederlage geblieben waren. Beide Mannschaften spielten voll offensiv, so dass die Fans auf ihre Kosten kamen. 

Hertha BSC, ohne den bei der Beerdigung seiner Mutter im Frankenland weilenden Spielmacher Beer, ging durch Granitza (25.) in Führung, die Nerlinger (33.) ausglich. Gersdorff (36.) gelang schon kurz darauf die erneute Führung. Auch für den schönsten Treffer dieser Partie war Gersdorff verantwortlich, als er eine Flanke von Grau direkt aus der Luft zum 3:1 einschoss. Als Segler (73.) auf 3:2 verkürzte, wurde es noch einmal spannend, aber am Ende jubelten die Herthaner über ihren ersten Sieg in der Rückrunde. 

Eine Woche später war beim Auswärtsspiel in Bremen nicht mehr viel übrig geblieben von der Euphorie nach den beiden letzten Erfolgen. „Hertha nun am Tiefpunkt“ titelte die Fußball-Woche nach der 0:1-Niederlage bei den Werderanern. Höttges (32.) erzielte per Foulelfmeter (Sidka an Röber) den einzigen Treffer der Partie, in der den Herthanern die Entschlossenheit vor allem im Angriff fehlte und die Mannschaft kaum Torchancen herausspielte. Allein Nigbur im Tor der Berliner wurde eine gute Leistung bescheinigt. Hertha rutschte durch die Niederlage auf den 9. Tabellenplatz ab. 

Eine Vielzahl von Spielausfällen brachte einige Vereine in der 2. Liga Nord in erhebliche Schwierigkeiten, finanziell, aber auch in Bezug auf die Nachholtermine. So war Wacker 04 nach Wochen ohne Spielpraxis bei der 1:4 (0:2)-Niederlage beim Wuppertaler SV ohne Chance. Vor 7300 Zuschauern erzielte Bien sechs Minuten vor dem Abpfiff den Ehrentreffer für die Reinickendorfer, die eine Woche später beim torlosen Remis gegen Göttingen 05 eine Vielzahl an Torchancen besaßen, aber immer wieder am überragenden Torhüter Behrendt scheiterten. Wacker lag als Tabellen-18. auf einem Abstiegsplatz, hatte jedoch zwei bzw. drei Spiele weniger als die meisten Konkurrenten absolviert. 

Von Rainer Fritzsche

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