Mein Fußball-Woche

12.02.2017

TeBe ärgert die Eintracht

Für Hertha BSC hätte der Start in die Bundesliga-Rückrunde schlechter kaum laufen können. Nach der respektablen 1:2-Niederlage beim Tabellenführer Borussia Mönchengladbach verpassten die Herthaner in den folgenden zwei Heimspielen die Gunst der Stunde, näher an die Spitze heranzurücken. Die Fans hatten ohnehin schon nicht mehr das rechte Vertrauen zu ihrer Mannschaft, obwohl die Blau-Weißen immerhin als Tabellenvierter die Hinrunde beendet hatten. 

So kamen nur 12.600 Zuschauer ins Olympiastadion zum Spiel gegen den MSV Duisburg, der den Her­thanern eine wahre Lehrstunde erteilte. Weber (32.), Büssers (33.) und der kurz zuvor eingewechselte Thies (51.) hatten für eine 3:0-Führung des MSV gesorgt, ehe die Blau-Weißen durch Treffer von Kristensen (65.) und Rasmussen (71.) noch einmal Hoffnung schöpften. Als Nig­bur dann sogar einen Elfmeter von Bücker einschließlich Nachschuss von Worm parierte (78.), kam noch einmal Stimmung auf im weiten Rund, aber Bücker sorgte vier Minuten vor dem Abpfiff für die Entscheidung. Allein Hermandung, als Gegenspieler von Worm, und der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Rasmussen boten eine gute Leistung, während Sziedat, Grau und Gersdorff von der FuWo als Versager eingestuft wurden. 


Nur noch 5150 Zahlende verloren sich drei Tage später beim Nachholspiel gegen den Karlsruher SC im Olympiastadion. Die Partie endete 1:1. Grau (13.) hatte die Blau-Weißen in Führung gebracht, der Ex-Herthaner Janzon (30.) ausgeglichen. 

Eine ordentliche Leistung boten die Herthaner dann in der nächsten Begegnung bei Bayern München. Bis sieben Minuten vor Schluss hielten die Berliner ihr Tor sauber, dann traf Außenverteidiger Bayerns Gruber mit einem verdeckten Flachschuss doch noch zum 1:0. Herthas Abwehrspieler Sziedat und Weiner schalteten die beiden Nationalspieler Uli Hoeneß und Rummenigge weitgehend aus, aber im Angriff lief nicht viel zusammen, da Granitza zumeist auf sich allein gestellt war. Der Abstand auf Tabellenführer Mönchengladbach vergrößerte sich auf zehn, auf den Zweiten Eintracht Braunschweig auf acht Punkte. 

Freude herrschte dagegen bei Tennis Borussia. Die „Veilchen“ erkämpften sich nach der Auftaktniederlage in Essen den langersehnten zweiten Auswärtspunkt durch ein 0:0 in Düsseldorf. Überragender Akteur war erneut TeBe-Torsteher Volkmar Groß, der mehrfach Schüsse aus Nahdistanz parierte. Die Borussen standen aber nicht nur solide in der Abwehr, sondern besaßen vor allem in der Endphase auch einige Tormöglichkeiten. Pech für den Bundesligaaufsteiger, dass ein Foul von Fortunas Zimmermann an Wendt im Strafraum ungesühnt blieb.
Mehr als 11.000 Zuschauer durften sich beim nächsten Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig über eine gut mithaltende Borussen-Elf freuen, die sich das zweite torlose Remis in Folge durchaus verdiente. Berkemeier bot sich die Chance zur Führung (38.), rutschte aber, frei vor Eintrachts Keeper Franke, auf dem seifigen Boden aus. Nach der Pause zogen sich die Berliner mehr und mehr zurück und beschränkten sich auf Konter. Zweimal stand TeBe das Glück zur Seite, als Erler den Pfosten traf (73.) und als kurz darauf Groß bei einem Abschlag wegrutschte, so dass der Ball Erler vor die Füße rollte, doch der Stürmer verfehlte das leere Tor. Durch die beiden Punktgewinne gab TeBe die Rote Laterne wieder an RW Essen ab. 

Berlins Zweitligist Wacker 04 konnte wegen der schlechten Witterung über Wochen kein einziges Punktspiel bestreiten und kam beim SC Herford richtig unter die Räder. Mit der 0:5-Niederlage waren die Reinickendorfer noch gut bedient. Wacker-Trainer Klaus Basikow schwante schon im Vorfeld nichts Gutes. Allein Libero Hansen präsentierte sich topfit. Eine Woche später zeigte die Elf wieder ihre alten Qualitäten und kam gegen den Tabellenletzten Union Solingen zu einem schwer erkämpften 3:2 (1:1)-Heimsieg. Auf dem morastigen Geläuf sorgten Bien (45.), Fischer (54.) und Krüger (71.) für die Tore der Nordberliner, die durch den Erfolg auf Platz 18 vorrückten. Allerdings war Wacker 04 gegenüber der Konkurrenz noch mit zwei Spielen in Rückstand. 

Von Rainer Fritzsche

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