28.02.2014

Stets privat finanziert

Concordia Wilhelmsruh gab es schon 55 Jahre, als der Verein vor einer seiner größten Herausforderungen stand: Im Jahr 1950 durfte er als Folge der Spaltung des Berliner Fußballs in der DDR-Liga an den Start gehen – der immerhin zweithöchsten Spielklasse Ostdeutschlands. Für die kleine Concordia war dies eine große Nummer, mit Ehrfurcht ging man an die Aufgabe heran. Und der Start verlief verheißungsvoll, 3:0 schlug Wilhelmsruh im September 1950 am ersten Spieltag Lokomotive Nordhausen. Es war ein „Sieg der Schnelligkeit“, wie die „Neue Fußball-Woche“ seinerzeit titelte. Doch das Fachblatt der DDR ahnte auch damals schon: „Beide Mannschaften werden Mühe haben, die Klasse zu halten.“

Wie Recht die „Neue Fußball-Woche“ doch behalten sollte. Grund zum Jubeln gab es für die Concorden im weiteren Saisonverlauf nur noch selten. Lediglich ein weiterer Sieg gelang, sodass am Ende der Spielzeit 1950/51 der Abstieg als Schlusslicht aus der DDR-Liga stand (Nordhausen wurde übrigens Vorletzter). Die Rückkehr gelang nie, in der ewigen Tabelle der DDR-Liga belegt Concordia mit Rang 197 den drittletzten Platz.

Im Gegensatz zu vielen anderen Vereinen in der DDR hatte es Concordia Wilhelmsruh aber auch ungleich schwerer. Denn nie konnte man auf finanzielle Unterstützung eines Trägerbetriebes zurückgreifen. Darauf, sich stets privat finanziert zu haben, ist man beim heutigen Bezirksligisten, der von 2000 bis 2003 drei Jahre lang der Landesliga angehörte, aber durchaus stolz. In der achthöchsten Spielklasse spielen die Wilhelmsruher derzeit als Sechster eine gute Rolle – viel mehr ist aber wohl nicht möglich.

Einer der bekanntesten Spieler, die der Verein je in seinen Reihen hatte, ist Alfredo Morales. Der heutige Zweitligaprofi (FC Ingolstadt) kickte eine Saison in Wilhelmsruh (1999/ 2000) und schaffte von dort den Sprung zu Hertha BSC.

Von Andreas Krühler

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