23.07.2017

Starke Offensive ebnet den Weg

Der Köpenicker SC II schafft eindrucksvoll die sofortige Rückkehr in die Bezirksliga – Goalgetter Simon Stassen

Foto: Verein

Nach dem bitteren Abstieg in der Vorsaison hat der Köpenicker SC II den „Betriebsunfall“ gleich wieder vergessen gemacht und kehrt als Meister der 3. Abteilung zurück in die Bezirksliga. Die Bilanz in einer durchaus gut besetzten Staffel kann sich sehen lassen: Bei nur vier Niederlagen schoss die Mannschaft 147 Tore – der Topwert aller vier Abteilungen. 

An der heimischen Wendenschloßstraße verloren die Köpenicker gar kein Spiel, auch wenn die Bilanz nur dadurch steht, dass der Sieg von Minerva bei den Köpenickern für die Platzherren gewertet wurde. Die letzte gültige Niederlage auf eigenem Platz kassierte die KSC-Reserve vor mehr als anderthalb Jahren am 1. November 2015 (0:5 gegen BW Spandau). Aber auch auswärts hatte das Team von Trainer Paul Weinholz am Ende die stärkste Saisonbilanz aller Mannschaften der 3. Abteilung aufzubieten. Das 4:8 am letzten Spieltag bei Wacker 21 war dabei ein Ausrutscher, der der bereits bestehenden Feierlaune im Team geschuldet war.


Nach dem Abstieg blieben die meisten Spieler dem Verein erhalten. Der Kader wurde in der Breite ergänzt, um gleich oben mitspielen zu können. „Ansonsten stand der Teamgedanke im Vordergrund“, beschreibt Weinholz die Ansätze, die letztlich zum Saisonerfolg beitrugen. Zum Start folgte nach dem 5:1-Auftaktsieg gegen den SFC Friedrichshain II ein Skandalspiel. Beim NFC Rot-Weiß stand es nach 76 Minuten 6:3 für die Köpenicker, als der Neuköllner Cakmak Schiedsrichter Roß ein Bein stellte. Nach dem Spielabbruch wurde die Partie mit 6:0 für Köpenick gewertet. Am 10. Spieltag eroberten die Köpenicker die Tabellenspitze – und gaben sie nie mehr her. Lange Zeit war die ebenfalls spielerisch starke Mannschaft des FC Internationale II ärgster Verfolger, bevor der BJK Berlin sich an die Fersen des Spitzenreiters heftete. 

In der Hinrunde blieben die Köpenicker ungeschlagen. Erst am 5. März gab es die erste Niederlage (2:5 beim BJK Berlin). Es folgte ein 2:3 bei Berolina Stralau II. Das Straucheln war jedoch nur kurz: Mit einem 6:0 am 25. März bei Blau-Weiß Friedrichshain kehrten die Köpenicker in die Erfolgsspur zurück. Anfang Mai unterlag man dann noch einmal im Spitzenspiel beim FC Internationale II mit 2:6. Da war der Aufstieg aber schon zum Greifen nah. Am Ende hatte der KSC ganz klar die Nase vorn; die Meisterschaft wurde bereits am 28. Spieltag eingetütet. Unglücklich lief es lediglich im Pokal. Nach einem 3:2-Sieg am 30. Oktober gegen TSV Rudow II standen die Köpenicker eigentlich im Achtelfinale, verloren dann nachträglich die Partie am Grünen Tisch. „Lars Fiedler hatte in der Ersten ausgeholfen. Das hatten wir nicht berücksichtigt und ihn dennoch eingesetzt“, erklärt Weinholz die Wertung und bemerkt rückblickend: „So können wir aber sagen, dass wir ohne Niederlage aus dem Pokal ausgeschieden sind.“

Die Offensive war das Herzstück der Aufstiegself. Überragend dabei: die 45 Tore von Simon Stassen. Weinholz ist voll des Lobes über ihn, aber nicht aufgrund der Tore: „Er sprintet jedem Ball hinterher – ein Laufwunder.“ Das Bindeglied zwischen der Torfabrik und der Defensive war Enrico Jacob. Als „Sechser“ führte er mit starken Pässen Regie und gewann die meisten Zweikämpfe. Weinholz: „Er ist ein Kilometerfresser und läuft stets die wichtigen Wege.“ Der Newcomer war hingegen Niklas Barke. Direkt aus der A-Jugend gekommen, wirkte Barke fast von Beginn an wie ein im Männerfußball erfahrener Kicker. Er stellte dadurch die wichtige Säule in der Innenverteidigung dar und kam in 24 Spielen zum Einsatz.

Nach einjähriger Abstinenz wird nun wieder in der Bezirksliga gespielt. Natürlich soll nicht sofort wieder der Fahrstuhl nach unten bestiegen werden. Besonders pikant ist das vereinsinterne Duell: Durch den Abstieg der Ersten aus der Landesliga ist der Köpenicker SC nunmehr mit zwei Mannschaften in der Bezirksliga vertreten.

Die 147 Tore für den Köpenicker SC II erzielten

Simon Stassen (45), Jakob (19), Weinholz (13), M. Stassen (11), Melchert (9), Ali (8), B. Stassen (8), Koppe (5), Khalaf (4), Fiedler (3), Maier (2), Nerger (2), Peters (2), Zirm (2), Barke, Donnhoff, Hölzer, Müller, Neumann, Steppenhäuser, und Teschke. Dazu kommen zwei Eigentore und fünf Tore aufgrund der 6:0-Wertung aus dem 1:2 gegen Minerva 93.

Von Kilian Daske

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