17.07.2016

Starke Defensive ebnet den Weg

BSV Oranke kehrt in die Kreisliga A zurück – Abwehrchef Sebastian Peickert überzeugt auch als Torjäger

Hatten allen Grund zum Jubeln: die Spieler und Mannschaftsverantwortlichen des BSV Oranke, die sich frühzeitig den Aufstieg in die Kreisliga A sicherten. Dort traut Trainer Olaf Reinhold (obere Reihe, rechts) seinem Team eine gute Rolle zu. Foto: JouLux

Meisterschaften gewinnt man hinten“, weiß Orankes Erfolgscoach Olaf Reinhold. Und recht hat er. Sein BSV kassierte in der vergangenen Saison mit 18 die wenigsten Gegentore aller Kreisliga B-Teams und stieg souverän als Staffelsieger in die Kreisliga A auf. Bereits am 1. Mai gelang Oranke nach dem goldenen Tor von Fisnik Troni und dem 1:0-Erfolg über den RFC Liberta der vorzeitige Aufstieg. Eine Woche später folgte die vorzeitige Meis­terschaft. 

Doch wie kam Oranke zu dieser Stabilität? „Wir haben immer im klassischen 4-4-2 gespielt und hatten alle Abläufe eingeübt“, erklärt Reinhold. „Das komplette Team hat hervorragend nach hinten gearbeitet, die Abstände eingehalten und verschoben. Sobald wir den Ball hatten, wurde gut umgeschaltet“, so der Trainer weiter. Das gute Umschaltverhalten wird durch die starken 109 Saisontreffer belegt.


Die Stabilität Orankes baute aber nicht nur auf der taktischen Disziplin und Festigkeit, sondern auch auf einer personellen „Achse", wie sie Reinhold nennt. „Dazu ist zum einen unser Torwart Sebastian Galle zu zählen, der hinten einfach eine Bank ist und ein Loch der letzten Jahre geschlossen hat.“ So habe Oranke in den letzten Jahren teilweise mit Feldspielern im Tor spielen müssen. Weiter zählt Reinhold Innenverteidiger Sebastian Peickert zur Achse: „Er hat die Verteidigung zusammengehalten und war vorne zur Stelle, wenn wir ihn brauchten.“ Gleich 15 Mal netzte der Abwehrrecke ein, darunter zwei Mal beim vorentscheidenden 2:0 im Rückspiel über den Grünauer BC II.
Für die Strukturierung des Offensivspiels waren die „Sechser“ Daniel Haase und Fisnik Troni verantwortlich. Häufigster Abnehmer ihrer Zuspiele und gleichzeitig Sperrspitze der „Achse“ war Trainersohn Manuel Reinhold. Mit 29 Toren und zahlreichen Vorlagen legte er den Grundstein für den Aufstieg. 

Da fünf Mann bekanntlich aber nicht reichen, um einen Titel einzufahren, war auch die Ausgeglichenheit innerhalb des Teams ein wichtiger Faktor: „Unsere Bank war immer voll, deshalb konnten wir oft entspannt an die Spiele rangehen“, erklärt Reinhold. Selbst wenn der BSV wie am 6. Spieltag gegen Liberta (1:1) mit einer Rumpftruppe antrat, funktionierte das Kollektiv und das Spiel ging zumindest nicht verloren. „Die Mischung bei uns hat einfach gepasst. Rund um unsere Achse konnten wir variieren und wir hatten neben den Erfahrenen auch ein paar junge Wilde. Es gab nie Streitigkeiten, jeder hat auf seine Chance gewartet“, begründet der Oranke-Coach die Harmonie.
Einen kann und will Reinhold dabei aber nicht vergessen: Betreuer Andreas Lenz. Er versorgte die Mannschaft am Spieltag mit Vitaminbomben, Erfrischungen und war auch ansonsten immer da, wenn Reinhold & Co. ihn brauchten: „Er hat sich hervorragend um uns gekümmert und wir sind froh, dass wir ihn haben. Das war alles schon sehr professionell für die Verhältnisse in der Kreisliga B. So konnte sich jeder auf seine Aufgaben konzentrieren“, schwärmt der Trainer über seine rechte Hand. 

Lenz wird dem Team auch in der A-Klasse erhalten bleiben und weiter für perfekte Rahmenbedingungen sorgen. Genauso wie Torschützenkönig Manuel Reinhold, der trotz seiner 36 Lenzen noch ein Jahr dran hängt. „Der Aufstieg hat ihn dazu bewegt“, erläutert sein Vater Olaf. Trainer und Sohn wollen dieses Mal, anders als nach dem letzten Aufstieg vor vier Jahren, nicht direkt wieder aus der Kreisliga A absteigen. Dafür soll die „Achse“ erhalten bleiben. Lediglich David Ehmig, der zu Fortuna Biesdorf II wechselt, und Florian Grigowski, dessen Verbleib unsicher ist, werden oder könnten Oranke in der kommenden Saison fehlen. Einige, noch nicht feststehende Neuzugänge sollen diese Lücke aber schließen. Dazu kehren mit Thomas Fröhling und Sven Thomas, die verletzt waren, sowie Florian Müller, der wegen seines Studiums fehlte, drei Innenverteidiger zurück. Dementsprechend ambitioniert formuliert Reinhold seine Ziele für die kommende Saison: „Wir wollen nicht nur die Klasse halten. Wir wollen angreifen, Spiele gewinnen und vielleicht sogar oben mitspielen.“

Die 109 Tore für BSV Oranke erzielten:

Manuel Reinhold (29), Peickert (15), Ehmig (8), Grigowski (8), Bemya Ngouo (6), Troni (6), Kurzweg (5), Liedtke (5), Dammaschke (3), Schwarz (3), Haase (2), Bruckert, Fröhling, Kuttny, Lieske, Malla Ali, Müller, Noupayo Siadjeu, Thomas, Weigelt, Woitke sowie drei Eigentore und sechs Tore durch eine Wertung.

Von Sascha Hagemann

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