04.10.2012

Stadion an der Neuendorfer Straße

Auch für Risikospiele geeignet - Wird die Neuendorfer Straße bald wieder ein Berlin-Liga-Standort sein?

Der Spandauer SV gehört zu den ganz großen Traditionsvereinen in Berlin und ist nach dem Absturz bis hinunter in die Bezirksliga wieder auf einem guten Weg und spielt auch als Aufsteiger in die Landesliga in dieser Saison ganz oben mit. Zwar entstand der heutige Spandauer SV erst im Jahre 1920, seine Wurzeln gehen jedoch weiter zurück bis ins Jahr 1894 zur Gründung des Spandauer TuFC Triton, der später mit dem Spandauer Sportclub Germania verschmolz und 1920 schließlich in der Spandauer Sportvereinigung 94/95 aufging. Den heutigen Namen trägt der Verein bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges durchgehend. Nach dem Abriss des alten SSV-Platzes direkt an der Havel ist das Stadion an der Neuendorfer Straße nur wenige hundert Meter weiter westlich nun der Heimspielort des Spandauer Traditionsvereins, der seinen größten Erfolg im Jahr 1975 mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord feierte. Aus dieser stieg man mit nur zwei Siegen jedoch auch postwendend wieder ab. Kurios: Zum Zweitligakader gehörte seinerzeit auch Helmut Kosmehl, damals deutscher Handball-Nationalspieler.

Anfahrt

Der Platz an der Neuendorfer Straße ist mit den Buslinien 136 und 236 gut zu erreichen (Station Havelschanze). Vom S- und U-Bhf. Rathaus Spandau benötigt der Bus etwa 10 Minuten bis zum Platz. Parkplätze sind ebenfalls in der Umgebung genügend vorhanden. Wer aus dem Zentrum oder den südöstlichen Gefilden der Stadt kommt, sollte trotzdem genügend Anfahrtszeit einplanen.
Wertung: 2 Bälle

Preise

Der Vollzahlerpreis liegt bei fünf Euro, ermäßigte Tickets für Rentner, Schüler und Studenten gibt es für vier Euro. Damit liegen die Vollzahlerpreise im Schnitt, die ermäßigten Tickets sind allerdings etwas teurer als auf den meisten Berliner Plätzen.
Wertung: 2 Bälle

Casino

Direkt neben dem Eingang im Gebäude der Geschäftsstelle existiert ein Casino für bis zu 150 Gäste, für das aktuell ein Pächter gesucht wird. Bis dieser gefunden ist, öffnet das Casino ausschließlich zu den Heimspielen der 1. Männer und wird ehrenamtlich durch die Jugendabteilung des Vereins betreut. Da hierdurch ein Vergleich zu anderen Casinos entfällt, wird auf eine Bewertung verzichtet.
Wertung: keine

Getränke/Imbiss

Hinter den Traversen auf Höhe der Strafraumgrenze befindet sich ein kleiner Imbiss. Die Bratwurst ist hier für 1,50 Euro, das Nackensteak für 2,50 Euro zu haben, zudem gibt es diverse Sorten Kuchen zu je 50 Cent das Stück. Das Bier vom Fass gibt es für 1,50 Euro, Cola, Fanta und Sprite für 1,00 Euro. Zudem im Angebot: Orangensaft und Fassbrause.
Wertung: 3 Bälle

Komfort

Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht: Das kleine Stadion an der Neuendorfer Straße ist ein Schmuckkästchen. Auf der etwa 2500 Zuschauer fassenden Anlage gibt es hinter dem Tor sowie angrenzend an den Kabinentrakt auf einer Hälfte der Seitenlinie einige Traversen mit Steh-, aber auch einigen Sitzplätzen. Die Sicht auf der Geraden ist exzellent, der hohe Zaun hinter dem Tor mindert das Sichtvergnügen auf diesen Plätzen leider enorm. Vorteil: Die Anlage ist aufgrund der Oberliga-Vergangenheit des SSV so ausgelegt, dass auch Risikospiele mit Gästeanhang hier problemlos stattfinden können. Wertung: 4 Bälle

Sanitäre Anlagen

Für Männlein und Weiblein stehen jeweils drei WCs zur Verfügung, zusätzlich gibt es zwei behindertengerechte Toiletten – auch diese nach Geschlecht getrennt. Die WCs liegen direkt am Platz und sind sehr sauber.
Wertung: 5 Bälle

Kids/Familie

Die Spielmöglichkeiten für Kinder und Familien sind begrenzt. Zwar gibt es eine kleine Freifläche hinter dem Tor sowie längsseits des Kabinentraktes, wirklich zum Spielen oder Toben sind diese aber nicht geeignet. Die Bewertung verdankt der Platz dem Flughafen Tegel: Zumindest noch bis Herbst 2013 kann man bei langweiligen Kicks prima Flugzeuge zählen und beobachten, da der Platz direkt in der Einflugschneise liegt.
Wertung: 3 Bälle

Allgemeine Atmosphäre

Der Spandauer SV erfreut sich noch immer großer Beliebtheit in seinem Bezirk und hat sogar einen kleinen Fanclub – auch wenn die Zeiten des großen Andrangs natürlich lange vorbei sind. Trotzdem kann sich die Stimmung hier sehen und hören lassen, wenn Sonntag für Sonntag etwa 100 Besucher auf dem Platz sind. Wertung: 4 Bälle

Sportlicher Reiz

Nachdem der SSV den freien Fall im letzten Jahr stoppen konnte und sofort wieder in die Landesliga aufgestiegen ist, muss man schauen, wie der Fußball sich hier wieder entwickelt. Aktuell scheint die richtige Mischung gefunden zu sein: Vom ersten Spieltag an hat sich der SSV auf Rang eins festgesetzt und dürfte zu den ganz heißen Aufstiegsanwärtern für die Berlin-Liga zählen.
Wertung: 4 Bälle

Sechs Bälle: besser geht es kaum — Fünf Bälle: hervorragend — Vier Bälle: guter Durchschnitt — Drei Bälle: ausreichend — Zwei Bälle: ganz schön dürftig — Ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

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