02.07.2017

SSV knapp gescheitert

Als Meister der Oberliga Berlin hätte der BFC Preussen eigentlich an der Aufstiegsrunde zur 2. Liga Nord teilnehmen dürfen, doch die Lankwitzer verzichteten und spielten stattdessen um die Deutsche Amateur-Meisterschaft mit. Nach dem überzeugenden Auftritt in der Vorrunde gegen den SC Freiburg setzten sich die Preussen auch im Viertelfinale gegen Hassia Bingen durch. Knapp 1400 Zuschauer verfolgten den 2:0 (1:0)-Erfolg im Hinspiel gegen Bingen, die in der Vorrunde ganz knapp Wanne-Eickel ausgeschaltet hatten. 

Die Berliner konnten sich einmal mehr auf Torwart Knoche verlassen, der mit seiner Ruhe und souveränen Strafraumbeherrschung der Abwehr viel Halt gab. Am auffälligsten war jedoch der Auftritt von Klaus Schulze, der nicht zu stoppen war. Sehenswert sein Kopfball zur Führung (45.). Ein weiterer Kopfball von Schulze flog gegen die Latte (58.), beim Nachschuss klärte ein Abwehrspieler spektakulär auf der Linie. Vier Minuten vor Schluss nutzte Borchardt einen vom Ex-Wackeraner Kipp verursachten Handelfmeter zum 2:0. 


Im Rückspiel knüpften die Lankwitzer an die gute Vorstellung in Berlin an. Vor 1500 Zuschauen nutzte Göers eine Eingabe von Hermann, die Hassias Torhüter Schwarzwälder nicht festhalten konnte, zur Führung (21.). Danach versuchte der Gastgeber mit harter Gangart die Preussen aus dem Konzept zu bringen, doch der Unparteiische griff energisch durch. BFC-Angreifer Schulze ließ sich einmal zu einem Revanchefoul hinreißen und konnte von Glück sagen, dass er auf dem Feld bleiben durfte. Eine Viertelstunde vor dem Abpfiff gelang Bingen noch der Ausgleich.
Im Halbfinale gegen den SV Sandhausen mussten die Preussen zunächst beim Gegner antreten und unterlagen nach früher 1:0-Führung durch Eisermann (14.) am Ende mit 1:3. Herbst hatte vor 3500 Zuschauern noch vor der Pause den Ausgleich erzielt, Heinz sorgte mit seinen beiden Treffern (75./76.) für die Entscheidung. 

Nur rund 40 Stunden später fand das Rückspiel vor über 2500 Besuchern in Lankwitz statt. Frey (11.) sorgte für die frühe Führung der Gäste, doch dann drehten die Preussen, getragen von der stattlichen Kulisse, auf und die Partie bis zur Pause. Kube (15.), Eisermann (23.) und noch einmal Kube (44.) schossen den Berliner Meister mit 3:1 in Front. Schade, dass mit Eisermann einer der besten Lankwitzer verletzungsbedingt nach einer Stunde ausgewechselt werden musste und der bis dato starke Kube sich verstärkt um Abwehraufgaben zu kümmern hatte. So fand Sandhausen wieder besser in die Partie, und als Knoche nach 65 Minuten einen haltbaren Kopfball von Podkalicki passieren ließ, hatten die Preussen nicht mehr die Kraft zurückzuschlagen. Frey (73.) und Störzer (75.) trafen noch zum 4:3-Erfolg des heutigen Zweitligisten.

In der Aufstiegsrunde zur 2. Liga Nord schlug sich der Spandauer SV überraschend gut. Die „Roten“ hatten die Oberligasaison nur als Tabellendritter abgeschlossen, profitierten jedoch vom Verzicht von Meister Preussen. Platz zwei hatten die Amateure von Hertha BSC belegt, die jedoch nicht aufstiegsberechtigt waren. Nach den ersten drei Begegnungen lagen die Havelstädter mit 3:3 Punkten auf dem 2. Platz der Vierergruppe und damit noch gut im Rennen. 

Im ersten Spiel der Rückrunde mussten die Spandauer beim SVA Gütersloh antreten. Trainer Gerd Achterberg hatte sich bei der Aufstellung etwas einfallen lassen und Offensivspieler Niespodziany in der Abwehr aufgeboten, der sich immer wieder mit ins Angriffsspiel einschaltete. Damit kamen die Westfalen nicht klar und kassierten vor 2500 enttäuschten Zuschauern eine 1:3 (1:1)-Niederlage. Eine starke Leistung bot neben Torsteher Bechem auch Torjäger Schwarze, der erst zur Führung traf (21.) und dann nach dem Ausgleich durch Brylewski (38.) die Berliner erneut in Front schoss (73.). Domeier, der als taktischer Links­außen Regie führte, erhöhte nur fünf Minuten später auf 3:1.
Nur vier Tage später musste der SSV als neuer Tabellenführer bei Bremerhaven 93 antreten. Nach strapaziöser Anreise (Abfahrt morgens um 7 Uhr) ließen sich die Havelstädter in den Anfangsminuten überrennen. Vor 6000 Besuchern sorgten Amiqu (6.) und Gräber (12.) für einen frühen 2:0-Vorsprung, der bis zum Ab­pfiff Bestand hatte. Die beste Chance der Spandauer besaß Neumann, der nur den Pfosten traf (22.).

So musste im letzten Spiel gegen den 1. FC Bocholt die Entscheidung über den Aufstieg fallen. Rund 1600 Zuschauer sahen bei strömendem Regen eine kampfbetonte Partie, die der SSV mit 0:1 (0:1) verlor. Bußfeld (27.) erzielte nach einem zu kurzen Rückpass von Niespod­ziany auf Bechem den entscheidenden Treffer. Trainer Achterberg weilte bereits im Urlaub, doch die Spandauer zeigten auch ohne den temperamentvollen Coach an der Seitenlinie eine engagierte Leistung. Vor allem Kuschke in der zentralen Abwehr und Marczews­ki als ständiger Antreiber über die linke Seite überzeugten.
Der SSV beendete damit die Aufstiegsrunde als Tabellendritter, Bremerhaven 93 und der 1. FC Bocholt sowie Rot-Weiß Lüdenscheid aus der zweiten Gruppe schafften den Sprung in die 2. Liga Nord.

Von Rainer Fritzsche

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