14.11.2012

Sportanlage Segelfliegerdamm

Bei Toren klingelt das Telefon - Die Sportanlage am Segelfliegerdamm ist der Geburtsort der Luftpost

Die Sportanlage am Segelfliegerdamm in ihrer heutigen Form ist mit Baujahr 2005 zwar eine der jüngeren in Berlin, doch das Gelände hat eine lange Geschichte. Um die Anlage herum erinnern die Wälle noch an das knapp 10.000 Zuschauer fassende Vorgängerstadion des Polizeikombinats „Rote Erde“ , in dem die SG Dynamo Adlershof zu DDR-Zeiten ihre Heimspiele absolvierte. Blickt man noch weiter zurück, stößt man auf ein Stück Luftfahrt-Historie: Der Flugplatz Johannisthal – auf dessen Gelände der heutige Platz liegt – war 1909 einer der ersten Verkehrsflugplätze in Deutschland und verlor seine Bedeutung erst 1923 mit der Eröffnung des Flughafens Tempelhof. Der Flugplatz Johannisthal hingegen war 1919 Geburtsort der Deutschen Luftpost.

Anfahrt

Der nächstgelegene Bahnhof ist der S-Bhf. Schöneweide. Von hier aus sind es rund 20 Minuten Fußweg. Jedoch kann man auch mit der Tram 63 bis zur Endhaltestelle (Haeckelstraße) fahren oder mit der Buslinie 265 bis zur Station Segelfliegerdamm. Von beiden Haltestellen aus bleibt ein Fußweg von etwa fünf Minuten. Parkplätze für Autofahrer sind vor dem Sportplatz in ausreichender Zahl vorhanden.
Wertung: 3 Bälle

Preise

Der Vollzahlerpreis für Spiele der 1. Männer beträgt 5 Euro und liegt damit im höheren Bereich der Landesliga. Ermäßigte Tickets sind für 3 Euro zu haben (Rentner, Erwerbslose, Studenten und Schüler).
Wertung: 2 Bälle

Casino

Das gemütliche Casino entstand wie auch die Anlage selbst im Jahre 2005. In zwei Räumen finden etwa 60 Personen Platz, auf der kleinen Terrasse vor dem Casino weitere 40 Personen. Im Innenraum gibt es eine gemütlich eingerichtete Sky-Lounge für Bundesligaspiele mit Sofas. Eine große Anzahl von Gesellschaftsspielen lädt zudem auch die Kleineren ein, nach den Spielen mit den Eltern noch zu verweilen. Die Bewirtung ist vielfältig: Vom Bauernfrühstück über Schnitzel und Nudelauflauf bis hin zur Soljanka und Bockwurst ist nahezu alles zu fairen Preisen zu haben.
Wertung: 5 Bälle

Getränke/Imbiss

Zu den Spielen ist am Platz ein kleiner Bierwagen mit Grill geöffnet. Hier gibt es Wernesgrüner vom Fass für 2,60 Euro (0,5 l) oder 2,10 Euro (0,4). Die gängigen Limonaden kosten 2 Euro (0,4), zudem gibt es Kaffee und im Winter Glühwein für jeweils 1 Euro. Für den kleinen Hunger werden wahlweise Bouletten oder Bratwurst im Brot für je 1,80 Euro angeboten.
Wertung: 4 Bälle

Komfort

Die Verantwortlichen der Sportfreunde Johannisthal haben sich viel Mühe gegeben, den eher unkomfortablen Platz aufzuwerten: So stehen nun am Spielfeldrand mehrere Sitzbänke für die Zuschauer. Ein Geländer gibt es ebenso wenig wie ein Dach oder Traversen.
Wertung: 3 Bälle

Sanitäre Anlagen

Die Toiletten befinden sich im Funktionsgebäude neben den Kabinen und erfüllen die zu erwartenden Standards in jeder Hinsicht: Sie sind sehr sauber und in ausreichender Zahl vorhanden. Zudem gibt es eine behindertengerechte Toilette.
Wertung: 4 Bälle

Kids/Familie

Einen Spielplatz für die Kleinen gibt es auf der Anlage zwar nicht, genügend Platz zum Herumtoben aber allemal. Neben dem Hauptplatz gibt es ein weiteres Kleinfeld und auf der Laufbahn neben dem Platz eine Torwand, im Casino die bereits angesprochenen Gesellschaftsspiele. Und wem all dies nicht ausreicht, dem bleibt die weite Fläche rund um die Sportanlage zum Herumtollen.
Wertung: 4 Bälle

Allgemeine Atmosphäre

Sollte einmal ein Heimspiel der 1. Männer ohne eigenes Tor zu Ende gehen, empfiehlt es sich, noch einmal wieder zu kommen: Stadionsprecher Ronny Rothé ist ein Original. Die als englische Telefonzelle getarnte Sprecherkabine hat ihren Grund, denn bei Toren der Heimelf klingelt hier laut das Telefon. Zudem ist Ronny Rothé ein talentierter Sänger, den man sogar mieten kann. Wer sich von seinen Qualitäten überzeugend möchte, kann ihm und seinem Liedgut in der Halbzeitpause lauschen. Nicht unter den Tisch fallen sollte zudem, dass die SF Johannisthal gut besucht ist: Die 100-Zuschauer-Marke wird bei nahezu jedem Heimspiel geknackt.
Wertung: 5 Bälle

Sportlicher Reiz

Aktuell kicken die 1. Männer und die 1. Frauen in der Landesliga und spielen dort jeweils eine gute Rolle. Mittelfristig heißt das Ziel Berlin-Liga.
Wertung: 3 Bälle

Sechs Bälle: besser geht es kaum — Fünf Bälle: hervorragend — Vier Bälle: guter Durchschnitt — Drei Bälle: ausreichend — Zwei Bälle: ganz schön dürftig — Ein Ball: einfach nur ärgerlich, lohnt keinen Besuch.

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