24.07.2014

Spandauer Pokal: Titelverteidiger SC Gatow schon ausgeschieden

Kladow in erstaunlicher Form

Der Spandauer Bürgermeisterpokal begann gleich mal mit einer Überraschung, der Titelverteidiger SC Gatow strich gegen Teutonia die Segel. Alles in allem brachte die Vorrunde mehr Schatten als Licht, gute Spiele hatten Seltenheitswert. Erschreckend der Spandauer SV, der gegen die Kickers 0:9 unter die Räder kam. Beide spielen in der Landesliga. Nur 470 Zuschauer passierten an den vier Tagen die Kassen. „Die Leistungsunterschiede zwischen den Mannschaften sind teilweise gravierend“, so Turnier-Organisator Matthias Zimmermann.

Achtelfinale

SC Gatow – SSC Teutonia 0:2 (0:1)
TORE: 0:1 (10.) Caglar; 0:2 (59.) T. Ehm. Caglar traf, dann Tobias Ehm – und schwupps war der Titelverteidiger aus dem Rennen. Nach dem Spieler-Exodus trat der SC Gatow mit einer B-Elf an. Teutonia war feldüberlegen, tat sich gegen kämpfende Gatower aber schwer.

SC Staaken II – Blau-Weiß Spandau 3:1 (1:1)
TORE: 1:0 (15.) Hellige; 1:1 (30.) Okuma; 2:1 (54.) Ch. Egerer; 3:1 (89.) Luger. Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe und lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Nach dem 2:1 drückte Blau-Weiß auf den Ausgleich, der Staakener Reserve aber gelang kurz vor Schluss nach einem Konter der Treffer zur Entscheidung.

FK Srbija – FC Spandau 06 3:1 (1:1) TORE: 0:1 (25.) Mellenthin; 1:1 (40.) Samardzic; 2:1 (50.) Samardzic; 3:1 (88.) Milovanovic.
In einem interessanten Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften machte ein Mann den Unterschied: Todor Samardzic. Die fast mit der kompletten A-Jugend angetretenen Ziegelhofer bekamen den Srbija-Angreifer über die 90 Minuten nie richtig unter Kontrolle. Mit zwei Treffern war Samardzic schließlich der Matchwinner.

SC Siemensstadt – Spandauer FC Veritas beim Stand von 0:7 abgebrochen
TORE: 0:1 (4.) Tas; 0:2 (8.) Abdallah; 0:3 (15.) Cil; 0:4 (20.) Tas; 0:5 (26.) Cil; 0:6 (28.) Tas; 0:7 (30.) Bicen. Es stand schon 7:0 für den FC Veritas, als sich der Siemensstädter Kai Möbius bei einem Zweikampf schwer am Knie und Unterschenkel verletzte. Die Feuerwehr rückte an, brachte ihn ins Krankenhaus. Nach Absprache mit den Kapitänen beider Mannschaften entschied man sich, die Partie abzubrechen. Die Spandauer Fußball-AG und die FuWo wünschen dem Verletzten gute Besserung.

SF Kladow – SW Spandau 6:1 (3:1)
TORE: 0:1 (10.) Jahn (FE); 1:1 (25.) Fellberg; 2:1 (38.) Becker; 3:1 (44.) Henke; 4:1 (48.) Henke; 5:1 (61.) Fellberg; 6:1 (71.) Schulz. Die Kladower präsentierten sich in erstaunlicher Frühform, zeigten gelungene Kombinationen und siegten auch in der Höhe verdient. Auf den neuen SW-Coach Thomas Heim wartet indes noch viel Arbeit.

Alemannia 06 – SC Staaken 1:6 (1:2)
TORE: 0:1 (18.) P. Schulz; 1:1 (20.) Stahlberg; 1:2 (40.) P. Schulz; 1:3 (46.) Reske; 1:4 (50.) P. Schulz; 1:5 (52.) P. Schulz; 1:6 (74.) Schöwel.
In der ersten Hälfte stand Alemannia in der Defensive noch gut, nach dem Wechsel aber wurde die größere individuelle Klasse des Berlin-Ligisten deutlich. Alemannias starker Torwart Lewicki verhinderte mit mehreren Glanzparaden eine höhere Niederlage.

Galatasaray Spandau – 1. FFV Spandau 1:0 (1:0)
TOR: 1:0 (14.) Meseci.
Der in die Jahre gekommene Torjäger Ümit Meseci entschied die Partie mit dem Tor des Tages bereits nach einer knappen Viertelstunde. Galatasaray war technisch besser, aber der B-Kreisligist 1. FFV stand hinten sicher. Nach vorn ging allerdings wenig, nur eine Chance verzeichnete der Underdog in den kompletten 90 Minuten.

SSV nur mit Freizeitliganiveau

Spandauer Kickers – Spandauer SV 9:0 (8:0)
SPAKI: Wolfer – Köhler, Popp (46. Özdemircelik), Jacobsen, Plohmann (46. Herrmann-Mahr) – Seelisch, Kurras – Lehl, Pluskat – Riedel (46. Draeger), Sader.
SSV: Friedrich – Pasaric, From-Prado, Koziakoris, Wernitz – Iliev, Masri (19. Stoll) – Hofsäss, Kaljisi, Gillert (46. Köm) – Wagner (68. Yavuz).
SR: Kobudzinski (SF Kladow) – z.Z.: 170.
TORE: 1:0 (1.) Sader; 2:0 (16.) Plohmann; 3:0 (20.) Popp; 4:0 (28.) Seelisch; 5:0 (33.) Sader; 6:0 (39.) Pluskat; 7:0 (42.) Kurras; 8:0 (45.) Riedel (FE, Wernitz an Lehl); 9:0 (82.) Draeger.
GELBE KARTE: Iliev (F).
BESTE SPIELER: Plohmann, Seelisch, Pluskat – Koziakoris, Kaljisi.
Der SSV-Fan lehnte sich weit aus dem Fenster. „Heute gewinnen wir“, sagte er vor der Partie im Brustton der Überzeugung. Ein gewagter Tipp. Zu gewagt, wie sich alsbald herausstellen sollte. Nach 35 Sekunden stand es 0:1 aus SSV-Sicht, zur Pause 0:8, am Ende 0:9. Wenigstens eine zweistellige Schlappe war dem SSV am Freitagabend erspart geblieben – was vor allem an den Kickers lag, die nach dem Seitenwechsel keine große Lust mehr verspürten, den Gegner noch weiter zu demütigen. „Einige von euch sollten sich mal hinterfragen, was ihr in der zweiten Halbzeit gespielt habt“, sparte Lukas Lach in seiner Ansprache an die Mannschaft danach auch nicht mit Kritik. Lach coachte gemeinsam mit Bassam Chaabo das SpaKi-Team, der eigentliche Trainer Hassan Chaabo war am Freitag nicht vor Ort. Jürgen Suchanek wirkte indes reichlich desillusioniert. „Es fehlt an Qualität. Vom Kader des Vorjahres ist ja keiner mehr da.

Dass sich die Lage so extrem darstellen würde, damit habe ich nicht gerechnet“, sagte der von Alemannia 90 gekommene neue SSV-Coach. Sein zu großen Teilen aus der 2. Mannschaft bestehendes Team war komplett überfordert im Duell der beiden Landesligisten. Nur Koziakoris und mit Abstrichen Kaljisi konnten einigermaßen mithalten, der Rest der Mannschaft bot allenfalls Freizeitfußball-Niveau. Die Laufwege stimmten nicht, das Zweikampfverhalten war indiskutabel. Das Team wirkte, als müsste man im Training bei Null anfangen und den Spielern die Grundzüge des Fußballs erst einmal im Crashkurs beibringen. In dieser Form droht eine Landesliga-Saison ohne Punktgewinn. Die Kickers kombinierten sich munter durch die SSV-Abwehr, die diesen Namen nicht verdiente. Toreschießen leicht gemacht – der lange Plohmann nutzte seine Freiheiten auf der linken Seite weidlich aus, setzte sich wie auch Pluskat immer wieder gut in Szene. In der zweiten Halbzeit nahm man Tempo raus, der SSV kam noch halbwegs glimpflich davon.

Von Bernd Karkossa

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