Mein Fußball-Woche

12.11.2014

Paukenschlag bei Neukölln

Tüzen nicht mehr Trainer – Hilalspor im Kommen

Das ist mal ein Paukenschlag! Senol Tüzen ist nicht mehr Trainer des 1. FC Neukölln. Trotz der sportlich absolut positiven Bilanz des Aufsteigers – Platz zwei nach dem 10. Spieltag – trennten sich unter der Woche die Wege. Darüber, was genau passiert ist, gingen die Aussagen auseinander.

Während der 1. Vorsitzende Abbas Berjawi von einer Entscheidung von Vereinsseite, also einer Entlassung, sprach und Differenzen zwischen Spielern und Trainer als Grund anführte, hörte sich dies bei Tüzen ganz anders an. „Mir wurde von bestimmten Leuten zu viel in meine sportlichen Entscheidungen hereingeredet, deshalb bin ich zurückgetreten“, sagte der Aufstiegstrainer, dessen Amtszeit somit nach nicht einmal einer Saison endet. Bis zur Winterpause übernimmt Berjawi selbst die Betreuung der Mannschaft. Der Einstand gelang mit einem 4:0 in Köpenick bereits ganz gut, durch das Remis von Srbija ist der „Klub“ sogar wieder zurück an die Tabellenspitze geklettert.

Das war allerdings nicht die einzige überraschende Personalentscheidung. Beim SC Westend 01 ist Trainer Mario Grabow nach der 1:2-Heimniederlage gegen Teutonia II zurückgetreten. „Wir sind schon wieder nicht als Mannschaft aufgetreten und dümpeln weit unter unseren Möglichkeiten herum“, sagte Grabow, „diese Einstellung tue ich mir nicht mehr an.“ Wer den Trainerposten übernimmt, ist noch nicht klar.

In der 2. Abteilung stand der Spieltag im Schatten des Abbruchs beim Spiel Tiergarten gegen Liria. Zehn Minuten vor Schluss kam es beim Stand von 0:1 nach einer Tätlichkeit von Jahdauti zu einer Rudelbildung. Abgesehen von Beleidigungen und Schubserein artete die Situation zum Glück nicht in eine handfeste Schlägerei aus, der Schiedsrichter sah sich dennoch gezwungen, das Spiel vorzeitig zu beenden. Nun muss sich das Sportgericht mit dem Fall befassen.

Sportliche Schlagzeilen gab es aber natürlich auch: So hat sich Aufsteiger Hilalspor in der 3. Abteilung schon bis auf Platz sechs verbessert. Nach schwierigem Saisonstart – der erste Dreier gelang erst am fünften Spieltag – sind die Kreuzberger nun seit vier Spieltagen ungeschlagen. Damit steht die Mannschaft von Adem Öztürk vor so ambitionierten Teams wie Grünau oder dem LBC. Ebenfalls ein richtig gutes erstes Saisondrittel gespielt hat die VSG Altglienicke II. Vier der letzten fünf Partien haben die Südostberliner gewonnen und führen die Verfolgergruppe an. Am Sonntag folgt ein echter Gradmesser. Dann muss die VSG zu Tabellenführer BAK II.

Von Julian Graeber

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